Vom Wachsaal in die Gemeinde  - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

Vom Wachsaal in die Gemeinde - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

Tribut an die Freiheit

Liebe Hörer:innen,

Ich freue mich sehr über mein neues Cover Bild: ein Werk der Künstlerin, Elke Jonen, Künstlerkürzel „ejo“, die in Köln lebt. Der Titel lautet: „Einblick“ / Erstellungsjahr 2017 / Acryl auf Leinwand, Originalgröße 40 x 60 cm. Es zeigt den Ausschnitt eines Portraits. Im Fokus der Blick, der sucht, leidet und voller Kraft und Willen fordert. Die Augen, ein Zugang zum Innersten, beseelter Wesen. Ein Ausdruck mehrschichtiger Empfindungen.

Herzliche Grüße Klaus Jansen-Kayser

Tribut an die Freiheit

Diese Episode enthält den 2. und letzten Teil meines Gesprächs mit Stefan. Das ist noch einmal sehr interessant und auch bewegend, wie Stefan sich trotz der vielen Jahre im Maßregelvollzug entwickelt hat und welche menschliche Haltung am Ende den positiven Impuls für Stefans Lebensweg gab.
Dann habe ich eine kurze Stellungnahme der Abgeordneten Heike Engelhardt, SPD, eingestellt, weil in seiner 112. Sitzung der Deutsche Bundestag am 22. Juni 2023 unter Top 20a und 20b ein Gesetz zur Überarbeitung unter anderem zur Unterbringung in einer Entziehungsanstalt (Maßregelvollzug nach § 64 StGB) beschlossen hat. Der beschlossene Gesetzestext ist nachzulesen in der Drucksache 20/5913 auf Seite 23 unter 4. Der Link ist in meinem Podcast Blog zu finden.

Was ihr dann auch noch hören könnt ist der gekürzte Vortrag von Klaus Obert auf der schon mehrmals erwähnten Fachtagung in Altscherbitz zur Transformation forensisch-psychiatrischer Versorgung. Er referiert über die Chance Gemeindepsychiatrischer Verbünde die forensisch psychiatrische Nachsorge zu integrieren (Die Folien dieses Vortrags sind über den link in den shownotes erhältlich).
Und dann natürlich wie immer das musikalische Highlight jeder Podcastepsiode – der Musikbeitrag – heute sinniert Bernd Nigbur über Freiheit, Kraftwerk, Urlaub und Autobahn.

Komplexität, Fragilität, radikale Hoffnung (Wiederholung vom 28.12.2020)

Und in einem weiteren Gespräch mit Carmen Thomas, was wir am 5.12.2020 geführt haben, erfahrt ihr ein wenig über das sehr spezielle Thema der forensischen Psychiatrie, wie Carmen Thomas mit einem psychisch erkrankten Serienmörder spricht und was die ARD Serie „Babylon- Berlin“ mit der alten forensischen Psychiatrie in Düren, dem „Haus 5“ zu tun hat.

Im Musikteil erinnert Christian heute schon mit einem klaren Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest gerichtet, wie wir uns in dieser viruslastigen Zeit mental einstimmen können. “So wie die Verrücktheit, in einem höheren Sinn, der Anfang aller Weisheit ist, so ist Schizophrenie der Anfang aller Kunst, aller Phantasie.” Das schreibt Hermann Hesse in seinem Roman “Steppenwolf”.

Wenn ihr also die Serie „Babylon-Berlin“ gesehen habt, dann wird dort das Gebäude der forensischen Psychiatrie in unverändertem Zustand gezeigt, genauso wie es aussah, als ich dort ungefähr 1977 im Rahmen meiner Ausbildung einige Monate arbeiten musste. Man (Frauen gab es dort keine!) gelangte durch dieses graue Eisentor, auf das in dem Film immer wieder herangezoomt wird, wenn es in das Frauengefängnis geht, in den Innenhof des „Hauses 5“. Die forensische Abteilung der psychiatrischen Anstalt in Düren wurde so bezeichnet.

Hinter Mauern: Wende # Wiedervereinigung

Die beeindruckende Genesungsgeschichte von Stefan, ehemaliger Patient im Maßregelvollzug, heute zertifizierter Genesungsbegleiter in der Forensik. Hört unser Gespräch Teil 1. Und Dr Peter Spindler gibt in seinem Vortrag zum Maßregelvollzug nach §§ 63 Strafgesetzbuch, einen gründlichen bundesdeutschen Überblick über die Situation der Forensischen Psychiatrie.
Balsam für die Seele findet sich in Bernd Nigburs Beitrag über Sommerhits der britischen Rockgruppe FREE.

Ein Riss in der Mauer

Heute erwartet Euch ein Podiumsgespräch, in dem ein Erfahrener, der den Maßregelvollzug lange Jahre von hinter den Mauern erlebt hat, eine Angehörige, die ihre Erfahrung von vor den Mauern schildert, eine Selbsthilfeaktivistin, die ihre wichtige und hartnäckige Arbeit in diesem Feld beschreibt und ihr erfahrt die Sicht aus der gemeindepsychiatrischen Perspektive und wie eine stationäre und ambulante Verzahnung im Maßregelvollzug in Dresden und Leipzig gelingen kann.
Im Musikbeitrag von Bernd Nigbur geht es um miles and more: Miles Davies

"... und abends hörten wir heimlich Leonard Cohen ..."

In dieser Episode beginnt die Herausforderung über den Stand und die Bestrebung nach Transformation in der Forensischen Psychiatrie. Was ist forensische Psychiatrie, was bedeutet das überhaupt, welche Perspektiven gibt es, mit denen auf den sog. Maßregelvollzug geschaut wird. Auch die fachlichen und rechtlichen Gesichtspunkte werden beschrieben. Und das geht nicht in einer Episode, sondern wird einige Folgen brauchen.
Im Musikbeitrag gehts diesmal aus gutem Grund sehr ruhig zu. Bernd Nigbur bespricht Songs zweier großer kanadischer Musiker Leonard Cohen und Gordon Lightfoot.

"... abgeschaltet, endlich!"

1974 war die Besetzung des Bauplatzes des Atomkraftwerkes in Wyhl die erste große Aktion der Anti AKW Bewegung und 1975 war dann die Einsetzung der Psychiatrie Enquete des Deutschen Bundestages. Mit beiden Ereignissen wurde in den beiden Gesellschaftsbereichen Wegweisendes in Gang gesetzt.
Ich erinnere mich an die Schließung italienischen Irrenhäuser, die mit der Verabschiedung des Gesetzes 180 im Mai 1978, also vor 45 Jahren möglich wurden. Lange vorher begann in Italien der Prozess der Kritik an der bestehenden Psychiatrie, was auch in vielen anderen außereuropäischen und europäischen Ländern ebenfalls geschah. Das eine konsequente Schließung von großen psychiatrischen Kliniken der Entwicklung ambulanter Einrichtungen automatisch einen push gibt, kann nicht behauptet werden. Denn dazu mussten gleichzeitig eine Deinstitutionalisierung dieser Monster-Kliniken und der in keiner Weise vorhandenen kommunalen Strukturen in der Psychiatrie eingeleitet werden. Einen Vergleich zur jetzigen Abschaltung der Atomkraftwerke erlaube ich mir mal.
Italienische Musik von der Gruppe "Baustelle" "CHARLIE FA SURF" und von Adriano Celentano "Ragazzo della Via Gluck".

"Auf Station"

Aktuelle Dokumentation zur Psychiatrie in Düren, Erinnerungen von Bernd Nigbur an seine Kindheit und Klaus' Erinnerung an einen Film über Psychiatrie in Düren aus dem Jahr 1977

"Die Unnachgiebige"

Ein Besuch auf der lit.Cologne.Überhaupt geht es in der heutigen Episode um die mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Psychiatrie und Behinderung. Da haben es Bernd und ich sehr begrüßt, dass das Thema auch vom Gewinner der diesjährigen Berlinale Nicolas Philibert mit seinem Film „Sur l’Adamant“ aufgegriffen wurde und auch noch prämiert wurde. Heißt das Schiff auf der Seine in Paris, auf dem sich eine Tagesklinik befindet zu Deutsch wirklich „Auf der Unnachgiebigen“, also Sur l‘Adamant?
Und ich bin Zuhörer auf der Lit.Cologne beim Aktivisten für Inklusion Raúl Krauthausen und präsentiere eine kleine Dosis Futuristisches, in dem ich mich mit dem Chat Bot GPT über Gefühle unterhalte..
Und was der Schwarze Schwan mit dem Thema zu tun hat, bringt Euch Bernd Nigbur in die Küche oder wo sonst.

PEACE

In Anbetracht eines Jahres Krieg in Europa, gibt es Auszüge aus der Podcast Episode vor einem Jahr und im neuen Musikbeitrag von Bernd Nigbur heute um Chrissie Hynde und Marion Maerz.

Blues

in der heutigen Episode meines Podcast … hört ihr zu Beginn wieder Bernd Nigbur und mich im Dialog, unter anderem auch Bezug nehmen auf einige Reaktionen auf unser Gespräch in der letzten Episode. Dann folgt der dritte und letzte Teil meines Gesprächs mit Ralf Seidel. In dem geht es um die Frage nach Verantwortung für die Psychiatriereform, die Rolle der Geschichte für die heutige Psychiatrie, streifen eine große Menschenfrage, die Kraft psychotischen Erlebens, die Dimension Zeit, den Sinn radikalerer Reformbemühungen, Menschenrechte kein neuer Impuls, die Grundhaltung zur Selbstbefähigung und um Musik.
Im Musikbeitrag stellt Bernd Nigbur zwei Herrn mit echtem Blues im Blut vor, deren Musik und Einfluss auf die Rockmusik: Robert Johnson und Richard Bargel.