Vom Wachsaal in die Gemeinde  - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

Vom Wachsaal in die Gemeinde - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

# drinnen und draußen zusammen denken #

# drinnen und draußen zusammen denken #

Friedhelm Schmidt-Quernheim hat 40 Jahre als Mitarbeiter und wichtiger Akteur in und mit der Forensischen Psychiatrie in Deutschland verbracht. Er hat mit einem breiten Spektrum verschiedene Schnittstellen dort bearbeitet. Er sagt mir: "Wie du merkst liegt, liegt mir sehr daran, den Blick auf die Möglichkeiten und auf konkrete Lösungsmöglichkeiten in der Praxis zu richten." Und genau das beschreibt er an vielen Stellen in unserem Gespräch. Er reflektiert seine Beweggründe, seine Prägung, die ihn in das Thema forensische Psychiatrie hineinbrachten und erinnert sich auch an seine Anfangszeit in der forensischen Psychiatrie im Haus 5 der LVR Klinik Düren, seine ersten Erfahrungen mit den Patienten und den alteingesessenen Kolleg:innen, skizziert den Veränderungsprozess im Maßregelvollzug der 1980'er Jahre von einer "Subkultur zu einer therapeutischen Kultur". Er beschreibt seine Bemühungen später im NRW Ministerium Einfluss auf das konkrete Lösungspotential vor Ort zu nehmen.
Musikbeitrag Bernd Nigbur mit den Songs „Maggie’s Farm“ und „Things Have Changed“ Bob Dylan

"Arsch huh, Zäng ussenander"

Diese Sommerpausen-Episode nimmt die derzeitige gesellschaftliche und politische Stimmung in unserer Republik zum Anlass, daran zu erinnern, den Allmachtsphantasien der AFD und offenbar auch vieler Menschen in unserem Land endlich wieder etwas entgegenzu setzen. Europa abzuschotten, Minderheiten für wirtschaftliche und soziale Entwicklungen verantwortlich zu machen, Klimawandel leugnen, sich die Welt so einfach wie möglich zu malen, erinnert verdammt daran an längst hinter uns gelassene gedachte Zeiten. Also heißt es wieder mal "Arsch huh, Zäng ussenander", wach bleiben gegen Rassismus und Neonazis.
Bernd Nigbur erinnert in seinem Beitrag heute an Jane Birkin, und er findet deutliche Worte für die derzeitige Wiederkehr von Spießertum und Engstirnigkeit in unserer Gesellschaft.

Tribut an die Freiheit

Diese Episode enthält den 2. und letzten Teil meines Gesprächs mit Stefan. Das ist noch einmal sehr interessant und auch bewegend, wie Stefan sich trotz der vielen Jahre im Maßregelvollzug entwickelt hat und welche menschliche Haltung am Ende den positiven Impuls für Stefans Lebensweg gab.
Dann habe ich eine kurze Stellungnahme der Abgeordneten Heike Engelhardt, SPD, eingestellt, weil in seiner 112. Sitzung der Deutsche Bundestag am 22. Juni 2023 unter Top 20a und 20b ein Gesetz zur Überarbeitung unter anderem zur Unterbringung in einer Entziehungsanstalt (Maßregelvollzug nach § 64 StGB) beschlossen hat. Der beschlossene Gesetzestext ist nachzulesen in der Drucksache 20/5913 auf Seite 23 unter 4. Der Link ist in meinem Podcast Blog zu finden.

Was ihr dann auch noch hören könnt ist der gekürzte Vortrag von Klaus Obert auf der schon mehrmals erwähnten Fachtagung in Altscherbitz zur Transformation forensisch-psychiatrischer Versorgung. Er referiert über die Chance Gemeindepsychiatrischer Verbünde die forensisch psychiatrische Nachsorge zu integrieren (Die Folien dieses Vortrags sind über den link in den shownotes erhältlich).
Und dann natürlich wie immer das musikalische Highlight jeder Podcastepsiode – der Musikbeitrag – heute sinniert Bernd Nigbur über Freiheit, Kraftwerk, Urlaub und Autobahn.

Komplexität, Fragilität, radikale Hoffnung (Wiederholung vom 28.12.2020)

Und in einem weiteren Gespräch mit Carmen Thomas, was wir am 5.12.2020 geführt haben, erfahrt ihr ein wenig über das sehr spezielle Thema der forensischen Psychiatrie, wie Carmen Thomas mit einem psychisch erkrankten Serienmörder spricht und was die ARD Serie „Babylon- Berlin“ mit der alten forensischen Psychiatrie in Düren, dem „Haus 5“ zu tun hat.

Im Musikteil erinnert Christian heute schon mit einem klaren Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest gerichtet, wie wir uns in dieser viruslastigen Zeit mental einstimmen können. “So wie die Verrücktheit, in einem höheren Sinn, der Anfang aller Weisheit ist, so ist Schizophrenie der Anfang aller Kunst, aller Phantasie.” Das schreibt Hermann Hesse in seinem Roman “Steppenwolf”.

Wenn ihr also die Serie „Babylon-Berlin“ gesehen habt, dann wird dort das Gebäude der forensischen Psychiatrie in unverändertem Zustand gezeigt, genauso wie es aussah, als ich dort ungefähr 1977 im Rahmen meiner Ausbildung einige Monate arbeiten musste. Man (Frauen gab es dort keine!) gelangte durch dieses graue Eisentor, auf das in dem Film immer wieder herangezoomt wird, wenn es in das Frauengefängnis geht, in den Innenhof des „Hauses 5“. Die forensische Abteilung der psychiatrischen Anstalt in Düren wurde so bezeichnet.

Hinter Mauern: Wende # Wiedervereinigung

Die beeindruckende Genesungsgeschichte von Stefan, ehemaliger Patient im Maßregelvollzug, heute zertifizierter Genesungsbegleiter in der Forensik. Hört unser Gespräch Teil 1. Und Dr Peter Spindler gibt in seinem Vortrag zum Maßregelvollzug nach §§ 63 Strafgesetzbuch, einen gründlichen bundesdeutschen Überblick über die Situation der Forensischen Psychiatrie.
Balsam für die Seele findet sich in Bernd Nigburs Beitrag über Sommerhits der britischen Rockgruppe FREE.

Ein Riss in der Mauer

Heute erwartet Euch ein Podiumsgespräch, in dem ein Erfahrener, der den Maßregelvollzug lange Jahre von hinter den Mauern erlebt hat, eine Angehörige, die ihre Erfahrung von vor den Mauern schildert, eine Selbsthilfeaktivistin, die ihre wichtige und hartnäckige Arbeit in diesem Feld beschreibt und ihr erfahrt die Sicht aus der gemeindepsychiatrischen Perspektive und wie eine stationäre und ambulante Verzahnung im Maßregelvollzug in Dresden und Leipzig gelingen kann.
Im Musikbeitrag von Bernd Nigbur geht es um miles and more: Miles Davies

"... und abends hörten wir heimlich Leonard Cohen ..."

In dieser Episode beginnt die Herausforderung über den Stand und die Bestrebung nach Transformation in der Forensischen Psychiatrie. Was ist forensische Psychiatrie, was bedeutet das überhaupt, welche Perspektiven gibt es, mit denen auf den sog. Maßregelvollzug geschaut wird. Auch die fachlichen und rechtlichen Gesichtspunkte werden beschrieben. Und das geht nicht in einer Episode, sondern wird einige Folgen brauchen.
Im Musikbeitrag gehts diesmal aus gutem Grund sehr ruhig zu. Bernd Nigbur bespricht Songs zweier großer kanadischer Musiker Leonard Cohen und Gordon Lightfoot.

"... abgeschaltet, endlich!"

1974 war die Besetzung des Bauplatzes des Atomkraftwerkes in Wyhl die erste große Aktion der Anti AKW Bewegung und 1975 war dann die Einsetzung der Psychiatrie Enquete des Deutschen Bundestages. Mit beiden Ereignissen wurde in den beiden Gesellschaftsbereichen Wegweisendes in Gang gesetzt.
Ich erinnere mich an die Schließung italienischen Irrenhäuser, die mit der Verabschiedung des Gesetzes 180 im Mai 1978, also vor 45 Jahren möglich wurden. Lange vorher begann in Italien der Prozess der Kritik an der bestehenden Psychiatrie, was auch in vielen anderen außereuropäischen und europäischen Ländern ebenfalls geschah. Das eine konsequente Schließung von großen psychiatrischen Kliniken der Entwicklung ambulanter Einrichtungen automatisch einen push gibt, kann nicht behauptet werden. Denn dazu mussten gleichzeitig eine Deinstitutionalisierung dieser Monster-Kliniken und der in keiner Weise vorhandenen kommunalen Strukturen in der Psychiatrie eingeleitet werden. Einen Vergleich zur jetzigen Abschaltung der Atomkraftwerke erlaube ich mir mal.
Italienische Musik von der Gruppe "Baustelle" "CHARLIE FA SURF" und von Adriano Celentano "Ragazzo della Via Gluck".

"Auf Station"

Aktuelle Dokumentation zur Psychiatrie in Düren, Erinnerungen von Bernd Nigbur an seine Kindheit und Klaus' Erinnerung an einen Film über Psychiatrie in Düren aus dem Jahr 1977

"Die Unnachgiebige"

Ein Besuch auf der lit.Cologne.Überhaupt geht es in der heutigen Episode um die mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Psychiatrie und Behinderung. Da haben es Bernd und ich sehr begrüßt, dass das Thema auch vom Gewinner der diesjährigen Berlinale Nicolas Philibert mit seinem Film „Sur l’Adamant“ aufgegriffen wurde und auch noch prämiert wurde. Heißt das Schiff auf der Seine in Paris, auf dem sich eine Tagesklinik befindet zu Deutsch wirklich „Auf der Unnachgiebigen“, also Sur l‘Adamant?
Und ich bin Zuhörer auf der Lit.Cologne beim Aktivisten für Inklusion Raúl Krauthausen und präsentiere eine kleine Dosis Futuristisches, in dem ich mich mit dem Chat Bot GPT über Gefühle unterhalte..
Und was der Schwarze Schwan mit dem Thema zu tun hat, bringt Euch Bernd Nigbur in die Küche oder wo sonst.