Vom Wachsaal in die Gemeinde  - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

Vom Wachsaal in die Gemeinde - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

Liebe Leute, am kommenden Freitag, 6.2.2026 um 20:00 erscheint eine neue Podcastepisode mit dem Teil 2 meines Gesprächs mit Lothar Gothe und Rainer Kukla. Ich habe auch ein neues Cover Bild eingeführt:ein Werk der Künstlerin, Elke Jonen, Künstlerkürzel „ejo“, die in Köln lebt. Der Titel lautet: „Einblick“ / Erstellungsjahr 2017 / Acryl auf Leinwand, Originalgröße 40 x 60 cm. Es zeigt den Ausschnitt eines Portraits. Im Fokus der Blick, der sucht, leidet und voller Kraft und Willen fordert. Die Augen, ein Zugang zum Innersten, beseelter Wesen. Ein Ausdruck mehrschichtiger Empfindungen.

Transkript

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00:00:00: Hallo und guten Tag liebe Hörerinnen und Hörer. Vielleicht haben es einige gemerkt. Die neue

00:00:15: Episode uns aus Podcast ist nicht wie angekündigt und geplant am 4. Oktober erschienen. Es sollte

00:00:22: die erste Ausgabe nach der langen Sommerpause werden. Aber leider hat es mich genau in dieser

00:00:28: Zeit aus dem Spiel genommen und ich lag mit einer lungenden Zunge paar Tage im Krankenhaus. Eine

00:00:34: unfallwillige Gelegenheit mal wieder in unser stationäres Gesundheitssystem einzutauchen.

00:00:39: Vom Behandlungsaspekt und der professionellen und menschlichen Versorgung fühlte ich mich

00:00:45: bestens aufgehoben. Aber die Situation auf der Station ist unterirdisch. Die Kolleginnen leisten

00:00:53: hervorragendes. Aber haben eine solche Umgebung der Überbelegung des extremen Personalmangels,

00:01:00: des immer nur das nötige, aller nötigste tun können, nicht verdient. Ganz viele Patientinnen

00:01:08: sind aus den Altenheimen in der Klinik. Die alles nur noch erschweren. Die Armen können nichts

00:01:14: dafür. Die Essensversorgung ist obendrein eine Zumutung für die Patientinnen. Einfach nur

00:01:21: schlechte, krankmachende Kost. Wie kann das sein? Immer noch. 20/24. Okay, ich bin wieder raus und

00:01:32: versuche mich erstmals wieder seit zwei Wochen an unserem Podcast. Heute am 10. Oktober,

00:01:39: Tag der seelischen Gesundheit, nun der Neustart. Ich freue mich so sehr, dass ich das Gespräch mit

00:01:46: Alpin Harenkamp führen konnte. Das war schon am 14. Juli diesen Jahres. Ein kurzweiliges Gespräch

00:01:53: über ihre türkisch-deutsche Geschichte. Sie erzählt von ihrer Familie, wie sie in Köln in

00:01:59: den 1916 Jahren ankam, welche große Rolle Musik in ihrer Familie spielt bis heute und davon,

00:02:06: wie ihr Leben zwischen Forts und Lebensmitteln stattfand. Und der Vater ein ganz eigenes Musikgenre

00:02:15: entwickelte. Alles sehr spannend zu hören und ich danke Alpin Harenkamp sehr, dass sie uns einen

00:02:21: so tiefen und authentischen Einblick in ihre Geschichte gibt. Das ist dann heute der erste

00:02:26: Teil der Geschichte. Der zweite Teil kommt am Freitag, den 18. Oktober. Dann lasst euch

00:02:32: darauf ein. Taucht ein in das Alamanya der Familie Türkmötz. Viel Vergnügen. Erstmal hallo und

00:02:41: guten Tag. Auch die Hörerinnen und Hörer. Der Wachsal, dieser Podcast heißt ja vom Wachsal in

00:02:47: die Gemeinde. Der Wachsal ist auch diesmal wieder unterwegs und wir sind zu Gast bei Alpin

00:02:53: Harenkamp. Hallo Alpin. Hallo, grüß dich Klaus. Schön, dass wir reden können. Heute ist der 14.

00:02:59: Juli, der französisch-nationalen Feiertag und erinnert an den Sturmen auf die U-Bastille,

00:03:06: 14. Juli, 17. 09.

00:03:35: Der hat einen Tatsversuch auf den Trump und der ist ja nur leicht vernetzt, aber sind ja auch

00:03:41: andere getötet worden und schwer vernetzen worden. Ich finde das schon hart, wie diese

00:03:46: politische und gesellschaftliche Polarisierung, wie die wohl noch anywird. Und bei uns hier ist

00:03:53: ja das gesellschaftliche und politische Klima ziemlich angeheizt und gerade auch das Thema

00:03:59: Migration hat man so den Anderen spalten. Unser Land, das stimmt nicht ganz, weil doch eine große

00:04:05: Mehrheit auch damit vernünftig, ich komme jetzt mal, aber für mich hat sowas immer unverunbegreiflich,

00:04:13: wie so ein Thema so stabilisieren kann und warum das so sein muss. Zumal in unserem Deutschland

00:04:20: niemand ernsthaft unter Einwanderung leidet. Das finde ich immer so verrückt. Man nennt von den

00:04:27: Leuten, die sich da ja mal beschweren und so, wenn ihr nachfragt, die leben vielleicht auf dem Land

00:04:33: irgendwo und überhaupt gerne über uns Punkte. Und viele der Missstände, deren Ursachen ja auch von

00:04:40: vielen leichtfertigt gerne den Einwanderen dazu geschoben wird oder auch den Geflüchteten,

00:04:45: die gibt es ja schon ewig. Also wenn man Bildung oder sonst irgendwie sieht. Na ja, so wollen wir

00:04:52: heute unseren ganz, ganz, ganz kleinen Beitrag dazu leisten, dass man, Frau, psychisch belastende

00:04:58: Dinge im Leben, gerade auch bei den Themen Migration in ein fremdes Land auf verschiedene Art und Weise

00:05:04: meistern kann. Das will ich, wie ihr schon gehört habt, heute mit Alpinalkam versuchen. Jetzt kommt

00:05:12: die grätschen Frage, Alpin, wie würdest du dich gerne vorgestellt hören? Stimmt, haben wir gar nicht,

00:05:18: haben wir gar nicht vorbesprochen. Genau, wie alt? Genau, das ist gut. Ich bin noch 56, bin also 1967

00:05:29: geboren in Köln und habe unterschiedliche Lebensstationen gehabt. Ich habe erst eine berufliche

00:05:36: Ausbildung gemacht nach dem Abitur. Vor dem Abitur war ich noch auf der Realschule und da kann

00:05:43: ich vielleicht später nochmal zu erzählen. Auch das war eigentlich, also meine Eltern wollten mich

00:05:46: direkt auf das Bestmögliche schicken, weil mein älterer Bruder auf der Hauptschule war und das

00:05:51: war gar nicht die Hauptschule, sondern das war die niedrigste Schule, was meine Eltern damals

00:05:55: nicht wussten. Aber können wir gleich nochmal drüber sprechen. Genau, also ich habe dann

00:05:59: Realschuleabschlussabschluss gemacht, Abitur gemacht, habe dann eine Lehre gemacht, eine

00:06:04: Ausbildung als Truppvorlagenherstellerin. Das war toll, war ein Handwerk, hat Spaß gemacht und

00:06:10: dann wollte ich aber eigentlich den Außendienst und Vertrieb und noch ganz jung, er hat 20 und

00:06:18: mein Chef hat gesagt, ja noch nicht. Da war ich aber sehr ungeduldig und war gekränkt und hab

00:06:23: gedacht, wieso ich kann das, ich will das, ich will mit Menschen arbeiten und dann habe ich

00:06:27: Pädagogik studiert, ein bisschen zufällig, weil mein Abi war jetzt, hatte die Note,

00:06:32: damals gab es ja auch Bedingungen, dass man einen Studienplatz für, ich hatte mich für verschiedene

00:06:37: Fächer beworben, aber Pädagogik hat geklappt, dann habe ich also Erziehungswissenschaften

00:06:41: studiert und im Hauptstudium auch an der Uni gearbeitet, habe dann den Schwerpunkt interkulturelle

00:06:46: Pädagogik auch mit gehabt, weil wenn man Migrationsgeschichte hat, ist das Thema immer im

00:06:52: Gepäck. Also man kommt gar nicht drumherum irgendwie und das war eine sehr interessante und

00:06:57: spannende Zeit und nach dem Studium bin ich auch eigentlich zufällig bei der Firma Fortgelandet,

00:07:04: also ein Autokonzern amerikanischer im Trainingsbereich, also auch gar nicht mit der großen Absicht,

00:07:10: da lange zu bleiben, es war eine offene Stelle, so verwalten und koordinierend und dann habe

00:07:18: ich da gearbeitet bei Fort und das war ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe, war

00:07:22: gar nicht so schlimm. Auch Trainingsbereich für junge Leute. Für alle, also ich fing an

00:07:27: im Sprachentraining, also dann wäre Sprachentraining koordiniert, dann habe ich mein erstes Kind

00:07:31: bekommen in der Zeit, dann nach einer kurzen Elternzeit bin ich dann wieder zurück, dann

00:07:36: habe ich Assessment Center mit begleitet, also wo es Personalauswahl gab, dann hatte ich

00:07:43: manchmal eine Tochter bekommen, danach bin ich dann in den Händlerbereich gegangen, also

00:07:48: Training für Händler, Verkäufer sozusagen, also was braucht man, um gut ein Auto verkaufen

00:07:53: zu können, auch da in der Koordination und bin dann in der Berufsausbildung gelandet

00:07:57: tatsächlich und das war natürlich sehr harmonisch dann als Pädagogin, nicht nur so administrativ,

00:08:02: koordinativ, sondern eben so zu gucken, Personalauswahl und das war auch natürlich die Firma Fort,

00:08:10: Autosegment, viele ausländische Menschen, viele Menschen mit Migrationsgeschichte, da

00:08:16: habe ich gemerkt, wie nützlich das ist, dass ich diese Geschichte habe und das hat sich

00:08:22: plötzlich so positiv vergrößert und gefügt. Das war eine ganz aufregende Zeit, können

00:08:27: wir auch noch mal ein bisschen darüber sprechen. Genau und dann habe ich da verschiedene Etappen

00:08:31: aber auch gemacht, bin ja schon fast 30 Jahre jetzt dabei und klar auch die ganzen Veränderungen

00:08:38: jetzt mit dem E-Auto, Transformation, eine große Global Firma, verkleinert sich, es ist

00:08:44: auch viel in der Presse gewesen, das schafft viel Unruhe sagen wir mal und jetzt arbeite

00:08:50: ich im Bereich Personalentwicklung und Organisationsentwicklung und bin auch Coach, habe mich auch

00:08:56: selbstständig gemacht vor ein paar Jahren und dann mache ich also Teamentwicklungsprozesse,

00:09:02: Mediationsprozesse als solche Sachen, dass ich so eine systemische Weiterbildung gemacht

00:09:05: habe. Genau und das ist natürlich, das sind tolle Lebensansätze auf die Welt zu gucken,

00:09:13: weil das lernt du an der Uni nicht, also das waren so Ausbildungen, die mich sehr, sehr

00:09:17: weiter gebracht haben. Genau, jetzt sind meine Kinder groß, also mein Sohn ist 26, arbeitet

00:09:22: schon, hat Sportmanagement studiert, meine Tochter ist jetzt im Bachelor, studiert soziale

00:09:28: Arbeit in Münster und ja, die wohnen, machen ihr Leben, wohnen getrennt von mir und genau

00:09:35: und ich gucke da mal was da jetzt noch so kommt. Ja, da haben wir schon mal einen tiefen

00:09:42: Einblick in deine Biografie, das ist ein Teil der Biografie gekommen, sie habe ich noch

00:09:48: auf den Migrationshintergrund, kommen wir noch ein bisschen mehr, vielleicht ein sperriges

00:09:53: Wort, muss ich ganz ehrlich sagen, aber ich traue mich auch nie so richtig, irgendwas anders

00:09:57: dazu sagen, wenn wir schnell ins Fettmeipfeln trinken, wo man uns vielleicht nicht so

00:10:01: machen kann. Ja, ja, das ist schon ein ganz ein Mal bei dem. Wir haben ja heute so ein

00:10:06: bisschen vor oder ich habe zumindest den Versuch vor, dass wir so zwischen Migration und mentaler

00:10:14: Gesundheit auch gibt's da Zusammenhänge, klar gibt's da Zusammenhänge, aber das war das

00:10:19: vielleicht ein bisschen beleuchten, aber ich will mal ganz kurz noch sagen, wie ich überhaupt

00:10:24: auf dieses Thema gekommen bin, ich hatte zufällig ein Interview und dann auch das Buch dazu

00:10:29: gelesen von dem Fatih Cevuculu gehört, gelesen, der ist ja Komedien und der hat ja auch eine

00:10:41: türkische Migrationsgeschichte und erzählt aber in dem Buch, das mit dem Titel "Gatongwand"

00:10:49: er nennt den Untertültlas Trauma der Arbeitsmigranten und Migrantin, zum Beispiel seiner Familie

00:10:56: und der hat da ja in dem Buch vor allen Dingen auch über seine psychisch erkrankte Mutter

00:11:03: gesprochen viel und hat da ganz viele Zusammenhänge hergestellt, auch mit der ersten Generation,

00:11:08: die damals rüber kam, das ist der Türkei, sogenannte Arbeitsmigranten, waren ja auch

00:11:13: überwiegend erst mal Männer, die da kamen.

00:11:15: Gastarbeiter hieß das damals so richtig, ne?

00:11:18: Ja.

00:11:19: Und auch immer so diesen Konflikt beschrieben, Gastarbeiter wie ihn hier nur gestern, aber

00:11:25: das hat den Nachteil, dass man auch so behandelt wurde, eben nicht als Bürger oder der Gesellschaft

00:11:32: und auf der anderen Seite, wenn man die Fantasie hatte, so schreibt er, dass man zurück geht

00:11:36: und von daher ist auch dieser Buchtitel "Gatongwand" zu verstehen, weil in seiner Familie aber

00:11:43: er sorgt auch in vielen anderen, eben irgendein Zimmer immer da war, wo Kartons standen, die

00:11:48: voll gepackt waren, bezog was man wieder mitnimmt in die Türkei, wenn man denn dann wieder nach

00:11:53: Hause geht.

00:11:54: Dann ist es dazu aber für viele gar nicht gekommen, weil man doch dauerhaft in Deutschland

00:11:59: blieb und er beschreibt die damit zu verbunden, ja ich nenne das mal so Gefährdungen für

00:12:05: die seelische Gesundheit, da irgendwie gesagt am Beispiel seiner Mutter, aber auch andere.

00:12:11: Aber weswegen ich gerne mit dir darüber sprechen will, ist eigentlich der Punkt, dass

00:12:19: ich glaube von den Gesprächen, die wir so haben, ihr, deine Familie, einen anderen Umgang,

00:12:26: ich sag jetzt mal so Salopp, das wird sich aber vielleicht noch rausgehen, ein etwas leichter

00:12:31: Umgang mit dieser Entwurzlung, dieser Fremdheit klarzukommen.

00:12:38: Würdest du so ein bisschen deine Familien-Situation in den Anfangsjahren auch noch mal beschreiben,

00:12:44: wir haben ja gerade auch hier, das kann man natürlich immer schlechten sehen, auch noch

00:12:48: mal in ein Fotoalbum reingeguckt und dann so einen Eindruck kriegen, wie verschieden die

00:12:56: Welten waren dann auch von der Türkei, dann hier herzukommen und das sieht man ja auf

00:13:02: so Foto, das hat auch noch mal von einem ganzen Ambiente und auch mit, würdest du, dass

00:13:07: die höhere Nutzörmer ein bisschen beschreiben, deine familiäre Situation?

00:13:12: Ja, das kann ich gern versuchen, also meine Eltern sind 62 nach Deutschland gekommen,

00:13:18: mein Vater so etwa ein halbes Jahr vor meiner Mutter, durch ein Anwerbe abkommen, damals

00:13:24: gab es ja so vertragliche Verabredungen zwischen Staaten, ich glaube Italiener waren die ersten

00:13:30: und so und die Türken waren halt auch dann irgendwann dran und es gab so ein richtiges

00:13:36: aufwendiges Prozedere dazu und mein Vater hat sich beworben, war ein junger Mensch mit

00:13:41: gesund, war Techniker, also mit Ausbildung und hat sich wie viele andere auch beworben,

00:13:49: ist durch diesen Checkprozess durchgegangen und nach Deutschland gekommen, eben auch zur

00:13:53: Nummer fort, das ist irgendwie auch sehr witzig und hat da fünf Jahre gearbeitet, meine Mutter

00:13:59: ist dann kurz darauf auch nachgekommen und wenn man ankam, damals gab es dann so Übergangsunterkünfte,

00:14:06: kann man sagen, mit relativ rudimentärer Ausstattung, wenig Installationen, also Badusche

00:14:13: und so weiter und waren halt erst zu vier, zu sechs teilweise im Zimmer, gemeinsame Küche

00:14:20: und mussten sich da irgendwie arrangieren und ich weiß, mein Vater hat dann beschrieben,

00:14:23: dass er damit so nicht gerechnet hatte, weil natürlich schon in den Vorstellungen, gab

00:14:27: ja kein Internet, also alles so Überzeitungen und Erzählungen, hat man schon das Gefühl,

00:14:32: ein Land, das Arbeitskräfte braucht, dem geht es ja, kann es ja nicht so schlecht gehen,

00:14:36: ja und dann kommt man und trifft auf so eine, ich sage mal gefühlte schwarz-weiß Landschaft

00:14:41: mit viel auch posttraumatischer Störung, also das Klima, also es war schon etwas merkwürdig,

00:14:51: also damit hat meine Eltern nicht gerechnet, die sind aber relativ, ich meine alles hatte

00:14:56: auch sein Gutes, das heißt in diesen Communities, das waren ja alles so Aufbruchsstimmungsleute,

00:15:00: ich nehme das mal so die Vorhut sozusagen, die hierher gekommen sind, die sehr liberal

00:15:06: waren, die hatten so, also auch Abenteuerlust und den ging es vorher ja nicht total schlecht,

00:15:11: aber die wollten es noch besser haben und dann sind so einem Versprechen gefolgt, aber

00:15:16: auch selber mit dieser Absicht auch nicht für immer zu bleiben, das war schon auch immer

00:15:21: ein Thema und wir hatten keine Kartonwand, aber es gab immer Koffer und auch nicht mit

00:15:26: Dingen, die man also um zurück zu kehren, sondern auch zum mitbringen, also was bringt

00:15:31: man mit, die gute Ware, Made in Germany, war ja was, auch die Autos dann später und

00:15:36: so weiter, also das für Besuche auch, also es war ganz wichtig, dass man da dann über

00:15:43: das Jahr gefüllt hat und dann das eben mitgenommen hat, damals ist man ja immer mit

00:15:46: dem Auto auch wieder zurückgefahren, wenn man dann eins hatte, ich war ja den Anfängen

00:15:51: noch nicht geboren, ich bin ja 67 erst geboren, aber das hat schon so funktioniert auch so

00:15:56: für die Allgemeinheit und genau, da hat mein Vater relativ schnell angefangen Musik

00:16:02: zu machen, der hatte immer schon, also mein Vater kommt aus der musikalischen Familie,

00:16:07: die haben alle die Sases gespielt, die Sammelslaute und dann hatte er halt immer so vor sich hingespielt

00:16:13: zu im Heim und so und dann war Nationalfeiertag der Türkei und es hieß jetzt machen wir eine

00:16:18: Feier, also kann ja nicht nur arbeiten und im Heim sitzen, keine Sprache haben, große

00:16:22: Barriere natürlich und dann wurde, ich weiß gar nicht mehr ganz genau, Satori Seele oder

00:16:27: irgendwie sowas, eine große Veranstaltung gemacht für alle Türken, die hier waren

00:16:31: und mein Vater hat eben gedacht, ja gut, spiele ich halt was und dann sagt ja singe uns auch

00:16:37: etwas und hat gesagt, ja was soll ich denn jetzt singen und irgendwie hat er erzählt,

00:16:41: das kam dann so über ihn, dass er sagte, ja ich singe euch mal oder uns mal, wie es uns

00:16:45: hier gerade zugeht und dann hat er sein Lied "Alamanya, Alamanya" gesungen, also das

00:16:50: Deutschland kläht und hat da drin genau das beschrieben, wie sie aus der Türkei nach

00:16:55: Deutschland gekommen sind, also was sie angetroffen haben, was sie verstört hat, wie sie sich

00:16:59: gefühlt haben, hat den Leuten so von der Seele gesungen.

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00:23:21: dann alleine und dann sind sie von dort aus zum Barbarossaplatz in die Kiefhäuserstraße

00:23:22: und haben diesen Laden kontinuierlich weiterentwickelt. Also erst war es nur Lebensmittel. Das war sehr

00:23:28: besonders. Also der Dreh war, dass man Lammfleisch verkauft hat. Das gab es noch gar nicht in

00:23:34: Deutschland. Also ja und vor allem Lammhack. Also die Türken damals haben bestimmte Produkte benötigt,

00:23:41: Lammhack für Köfte und für viele Essensgeschichten gab es nicht beim Deutschen Netzgar. Und dann

00:23:47: konnte man so als Beantragender bei der Stadt Köln, diesen Hackfleischschein hieß das, umhandsprachlich,

00:23:54: heißt offiziell bestimmt anders. Den haben wir auch noch irgendwo. Ich glaube, den habe ich dem

00:23:58: Museum, dem Domitmuseum auch zur Verfügung gestellt. Da kann man auch noch mal was zu sagen. Ja,

00:24:03: und dann war meine Eltern relativ lange selbstständig und haben da den Bewirtschaften. Und weil er im

00:24:12: Studentenviertel war, also erst kam ja Videofilme auch, das muss ich auch noch erzählen, dann gab es

00:24:17: türkische Videos. Es gab ja noch kein türkisches Fernsehen, kein Kabel, keine Schüssel, nichts.

00:24:22: Und die ersten Filme, die dann auf Videokassette kamen, meine Mutter dann immer aus der Türkei

00:24:27: mitgebracht und hier dann an die Leute verliehen, ein Videoverlei gemacht, im Laden, also im Lebensmittelgeschäft,

00:24:34: ein Regal die Videos verdienen. Das lief dann relativ gut, bis dann natürlich jeder das hatte und

00:24:40: jeder das beerbeben konnte und so weiter. Ja, ich erinnere mich noch an diese. Ja, und das war, ich weiß,

00:24:44: also die Arbe, die zu Hause waren so toll, weil es gab so Klassiker, es gab so ein paar türkische

00:24:49: Stars, die waren halt sehr lustig. Also man konnte eben, so zum psychische Gesundheit, man hat abends

00:24:55: einfach noch mal gelacht, der Tag war lang und anstrengend und abends mit der Familie hat man diese

00:24:59: Videos geguckt und das war einfach unterhaltsam und auch verbindend für alle. Das war für alle gut.

00:25:05: Und dann haben meine Eltern sich wieder entschieden, noch zusätzlich in den Laden ein Imbiss mit aufzubauen.

00:25:12: Also dann hatten wir quasi so ein Dreiklandeweile und nachher dann nur noch Imbiss und Lebensmittel,

00:25:17: also die waren eigentlich ununterbrochen am Arbeiten. Also mein Vater hat dann morgens

00:25:24: zum Markthalle Sachen gekauft, meine Mutter hat die Ticken gefolge gemacht, gekocht,

00:25:28: natürlich hatten die auch Hilfen, die unterstützt haben und dann hat mein Vater den Laden abends

00:25:33: in Imbiss noch so bis 22, 23, 24, um Wochenenden noch länger betrieben und das war einfach sehr

00:25:40: anstrengend. Also das habe ich dann auf die letzten Meter schon gemerkt, dass sie kräftemäßig das

00:25:45: natürlich nicht mehr gut konnten. Aber erfindungsreich und auch geschäftstüchtig. Ja, auch sagen wir mal so,

00:25:52: ja ich finde, dass da kommt so viel Zuversicht oder so viel Positives rüber,

00:25:59: du dann weiterzumachen hast, eben gesagt, aber auch mit Sachen, die einen selber ja interessiert haben.

00:26:05: Ist ja nicht so, dass man dann nur in den Job hingelaufen ist und da irgendwie sein Geld verdienen

00:26:10: muss, sondern auch inhaltlich andere Sachen. Nicht mehr die Musik ist das eine, aber dann auch so

00:26:15: selbstständig zu sein. Also das sind ja schon auch Sachen, die einen selber zufrieden. Ja, absolut.

00:26:20: Und dann hat mir so verschwunden. Also eine Sache war, der Laden war ja dann wie unser Wohnzimmer.

00:26:25: Wir haben teilweise sehr bescheiden gewohnt und der Laden war so der Ort, wo man halt hinging. Mein

00:26:31: Bruder, ich, wir haben natürlich auch geholfen, aber dann haben wir da auch Mittag gegessen oder nach

00:26:36: der Schule mal kurz und unendlich viele Leute. Meine Eltern waren ja bekannt eben aus dieser

00:26:41: Situation, die ich eben beschrieben hatte, kamen halt auch dahin. Um, also ich sage mal so eine Art

00:26:47: kleine Sozialberatungsstelle, formulare Ämter, Tipps und Tricks und keine Ahnung. Und meine Mutter

00:26:54: war auch jemand, die so viel zugehört hat, die Leute immer noch mal so zuversicht, zugesprochen

00:26:59: hat. Also ja, ich denke auch aufgrund dieser Belastbarkeit, die sie hatten, beide. Meine Mutter

00:27:04: noch stärker als mein Vater. Das war so ein, das hat, das war sinnstiftend irgendwie.

00:27:10: Meinst du jetzt die Beruflichbelastung für deine Mutter oder überhaupt oder die ganze Situation?

00:27:14: Ja, alles. Also ich denke schon, dass du, wenn du natürlich deine gesamte Familie, also viele

00:27:19: deiner Familie nicht da hast, so ein bisschen familienbezogener Mensch, dass man da Sehnsucht

00:27:23: hat oder wem Mut hat oder es gab aber auch natürlich die ganzen ausländerfeindlichen Ereignisse.

00:27:29: Das ist ja gar nichts Neues. Also diese Diskussion, die wir heute treffen, ich denke mal so immer

00:27:33: wieder, immer wieder, na so, merkt das denn keiner, dass sich das hier irgendwo immer im Kreis dreht

00:27:39: und dass das nicht das Grundproblem ist und genau wie du gesagt hast, aus welcher,

00:27:43: ich sage es jetzt mal so ein bisschen hart, arroganten Flughöhe, schauen wir uns das hier

00:27:48: eigentlich an. Ja, und als Betroffener, also dann finde ich mal mit dem türkischen Nachnamen

00:27:53: eine Wohnung, das war in den 80ern schlimm schwierig, das ist jetzt immer noch schwierig,

00:27:57: das ist nicht besser geworden. Und auch wenn die Betriebe versuchen jetzt so allgemeines

00:28:03: Gleichbehandlungsgesetz, du musst theoretisch kein Passbild und so weiter, aber natürlich guck

00:28:08: dir an, wer arbeitet wo. Das ist noch nicht sehr gemischt, obwohl es könnte gemischter sein und

00:28:14: es gibt doch so viele angeblich, ja, also wo man so denkt, das ist eben auch ein Feld, wo man

00:28:20: hingucken muss und das ist natürlich auch belastend. Also letztendlich, ich glaube,

00:28:26: meine Mutter hat das am meisten gecheckt, wir leben nicht in einer Willkommenskultur und sie hat

00:28:32: alles dafür getan, eine Willkommenskultur herzustellen, so würde ich das mal sagen. Damit hätte man auch

00:28:39: anders umgehen können, aber das kostet ja viel Kraft, weil du erlebst natürlich eine geringe

00:28:44: Wirksamkeit. So ein Kleinkreis natürlich, auch meine Eltern haben dann irgendwann sich ein Haus

00:28:49: gekauft, weil sie keine Wohnung bekommen haben, muss man sich mal vorstellen und haben dann in der

00:28:55: Nachbarschaft, also sie waren der zentrale Dreh- und Angelplatz, weil alle Nachbarn konnten nicht

00:29:00: miteinander, aber alle konnten mit meinen Eltern und das war eine Rodenkirchen, ein schickes Viertel,

00:29:05: also eher wohlhabend Ärzte, Anwälte und so weiter, wohne da gerne mal auch mal und da waren meine

00:29:12: migrantischen Eltern sozusagen das Herz, aber im wahrsten Sinne, die emotionalen Leute, die konnten

00:29:18: okay, Deutsch, aber jetzt auch nicht so fließend wie ich, aber meine Mutter hat gesagt, komm, setz dich,

00:29:23: trink Tee, was ist, also so dieses hatte aber und das war natürlich auch eine Schwierigkeit, es gab

00:29:30: nichts für türkische Leute, wo sie selber hätten gehen können und ich weiß, als meine Mutter

00:29:35: älter wurde, wurde sie auch schwermütig, dann ist die Mutter gestorben, ist der Bruder gestorben,

00:29:39: dann passieren ja Dinge und du bist fern der Familien hier und auch so jemand, der immer stark ist,

00:29:44: ja, der hält die Stärke, will aber Fläche auch mal irgendwo hin und sich entlasten und ich weiß auch,

00:29:49: dass man das einzige was die Ärzte dann so oder wie sie sich dann zu helfen, wusst du,

00:29:53: waren dann so ganz leichte Schlafmittel und so etwas jetzt nicht im großen Stil, aber das war mir

00:30:00: so als junges Mädchen oder als junge Frau nicht so präsent, meine Mutter hat da nie drüber gesprochen,

00:30:05: ja, speigeln, immer schön, alles ist gut, war schon auch belastend und ich denke,

00:30:11: so multifaktoriell, nicht nur die bösen Deutschen, sondern du merkst, du gibst so viel und es ist

00:30:17: so viel mehr nötig, um ein bisschen was zurückzubekommen, genau und das andere waren aber auch so

00:30:23: eine lustige Geschichte, wie das sie natürlich mein Vater gerne auch mit meinem Bruder zusammen

00:30:27: sich im Laden versucht haben, ihm kreativ neue Produkte und Würstchen, da war man mit so einem

00:30:33: Würstchen herstellt, so ein türkische Würstchen, all solche Dinge, Türken essen einfach wahnsinnig

00:30:39: kalt, was ich das auch toll finde und das war so der kreative, mein Vater war ja kreativer Mensch

00:30:45: und dann haben sie da Soßen erfunden und betriebswirtschaftlich, was weiß ich, den Döner Tag,

00:30:51: den türkische Pizzatag, also Marketing, solche Sachen, also da war schon viel, allein wie unser

00:30:57: Laden hieß, MacMemos, war Rossaplatz, war ja McDonalds und dann haben wir gedacht, wie

00:31:02: nennen wir den dann das, MacMemos, Mimo, mein Vater heißt Mimit und abkürzend ist Mimo und MacMemos,

00:31:09: also von, also total deutsch- türkisch, amerikanisch, alles zusammen, das war wirklich so lustig.

00:31:15: Hat der noch Musik gemacht auch dann immer? Nein, immer weniger, also durch die Anstrengung

00:31:21: hatte er einfach aufgehört, zwischendrin hatte der früher noch, so als ich sage mal, so bis

00:31:26: her 50, 60, so unter Umlehendreh war, ab und zu noch ein bisschen was gespielt, aber irgendwann fing

00:31:32: glaube ich bei ihm auch so ein bisschen so ein Abbauprozess an, so Hirnorganisch, ganz sanft

00:31:38: und so, dass er also, mein Vater hat sich dann immer mehr nach Elen gekehrt und war dann irgendwann

00:31:44: auch so wenig aktiv, dann haben sie später dann auch so eine vaskuläre Demenz festgestellt und

00:31:50: solche Dinge, und dann war das dann irgendwann vorbei. Aber es war nie mehr Thema nach der ersten

00:31:56: Rückkehr wieder? Also es gab, genau, ich glaube was mein Vater schwer gefallen ist, der war ja unter

00:32:05: Vertrag mit seinen Liedern, hat er auch wirklich dann verdient und gemacht, aber das war schon ein

00:32:10: Vertrag, wo der Produzent wirklich die Hauptbeute eingefahren hat. Und das ist natürlich für jeden

00:32:15: Künstler hart, das kennen alle Künstler jetzt, jemanden der nicht das kreative Potenzial hat,

00:32:21: aber halt einfach die Startbedingungen hat und vertreibt und herstellt, das Studio hat und so

00:32:27: weiter, also es war sehr ungünstig für meine Eltern, wir sind ja nie reich geworden, nur durch

00:32:32: wirklich schwere Arbeit und ich glaube, das hat mein Vater dann irgendwann dazu gebracht, dass er

00:32:37: gesagt hat, nein, ich will das auch nicht mehr. Und aber auch die Zeit war auch vorbei, das kam

00:32:43: halt dazu, er hätte sich dann wirklich dann ganz verändern müssen, er hat schon auch immer Sachen

00:32:47: anders gemacht. Also andere Musik oder andere Texte oder so. Ja, die Themenfelder, so dass er dann

00:32:52: genau und war nicht mehr anschussfähig. Wir haben mal in irgendeinem Gespräch schon mal auch erwähnt,

00:33:03: dass ihr ja auch wichtig war, zu sagen, es gibt ja gar nicht die Türken, genauso wie in Schwiesty

00:33:10: Deutschland, aber vielleicht wäre es an der Stelle nochmal so hilfreich, auch nochmal da super

00:33:15: Unterschiede aufzuzeigen, die halt türkische Familien hatten oder? Ja, ich bin natürlich

00:33:22: keine Expertin, da gibt es ja Leute, die machen das ganz wissenschaftlich. Aus Erfahrung, genau

00:33:28: aus Erfahrung ist es so, es gab ja so unterschiedliche Einwanderungsphasen von den türkischen Leuten,

00:33:37: die erste, wie meine Eltern, danach gab es dann Familiennachzug, dann gab es nochmal eine Welle,

00:33:43: ich glaube so in den 70er-Jahren, ich weiß gar nicht genau, und das waren dann auch andere

00:33:49: Leute, dann kamen zunehmend, glaube ich, auch kurdische Leute, die ganz anders geframed sind,

00:33:57: das sind oft auch alle Viten gewesen, also die Türken-Türken sind ja so nidisch,

00:34:01: Schimalisten, also so im Atatürk über alles und der Atatürk war ja nicht nur gut,

00:34:08: waren ja auch Sachen, die Völkermord-Amenia und ich weiß nicht alles, weil gar nicht so toll

00:34:14: diesem Zeitgeist, was da in seiner Zeit entstanden ist, aber so die Türken hatten,

00:34:20: also im Großen Stolz, dann kamen aber immer andere Gruppen dazu und dann kamen auch die Bewegung,

00:34:25: also weniger gebildet Leute, die aus dem ländlichen Raum kamen, dann schon in bestehende

00:34:33: Communities reingekommen sind, das heißt diese Segregationsbrot, diese particulären Prozess,

00:34:39: dass du sagst, es gibt Ehrenfeld, wo die Türken mühleim, es gab so Stadtteile,

00:34:44: in Lindenthal hat keiner gewohnt, also so gut wie nicht, weil du auch keine Wohnung bekommen

00:34:49: hast, weil du vernetzt warst, weil es leichter war auch, oder Chor war ja, ich weiß überall,

00:34:53: nicht in der Kölnberg, und dann war natürlich, weil wir ja so einen Umschlagplatz waren mit

00:35:01: unserem Laden im Zentrum, konnte ich das einfach auch gut beobachten und feststellen,

00:35:06: so ja, da gibt es die, die auch dann ihre Kinder, wo die studieren die Kinder, dann gibt es die,

00:35:10: die halt Arbeiterkinder werden, Verbräge usw., die Kinder, die auf ganz anderen Wege kommen,

00:35:16: wo die Eltern nicht in Arbeit bleiben, krank werden, werden viele Leute, die richtig krank waren,

00:35:22: also das war auch so ein Hauptthema im Laden, welche Arzt, wo muss ich hin, mit wem,

00:35:26: manchmal musste ich sogar mit, wir mussten Übersetzungsarbeit machen und so, es ist

00:35:31: einfach unheimlich vielschichtig und das ist jetzt noch so von den Älteren, die noch leben,

00:35:35: also ich nenne das mal die kriminalistischen Türken, die so hochgebildet sind, das ist ganz cool,

00:35:41: jetzt auf Facebook, je nachdem mit wem man befreundet ist, sehe ich das, was die dann so einstellen,

00:35:46: was es dann da für Kulturveranstaltungen gibt, und du erlebst natürlich aber auch in anderen

00:35:51: Kontexten ganz andere Phänomene, und wir haben das in der Uni auch immer so diskutiert,

00:35:57: ist das, dass das Land denkt, wie durchlässig ist es, was bietet es an,

00:36:01: zwar Teilhabe und was die Leute selber natürlich motiviert, Teilhaben zu wollen,

00:36:07: zu können, wo sehen sie ihre Orte, welche Vorbilder gibt es, welche Bedürfnisse gibt es,

00:36:14: und ich sage mal so, es ist immer natürlich auch eine Kränkungsgeschichte und Kränkungsgeschichten

00:36:20: sind wahnsinnig stabil, also diese Mutmachgeschichten sind einfach immer nur so Tröpfchen auf dem

00:36:25: heißen Stein, es braucht so viel mehr zu sagen, ja, über Generationen, und ich finde jetzt,

00:36:33: im Fußball zeigt sich das ja auch, dann hält einer so den grauen Wolf Fuchs aus der Nationalmannschaft,

00:36:39: aus der Türkei hoch, und plötzlich entfacht hier wieder etwas, wo du denkst, es war immer da,

00:36:43: es war ja nie weg, aber das sind auf gar keinen Fall alle, das sind so wie du,

00:36:48: das sind ja auch nicht alle deutschen AfDler, und das sind natürlich die Dinge, wo ich so denke,

00:36:53: man, das ist so krass in welcher Blase lebe ich, dass ich das immer nur teilweise mitbekomme,

00:36:58: obwohl ich ja auch schon diese Fabrikwelt habe und diese Südstadt gentrifizierten Schicke-Mekis,

00:37:04: und wenn du dann sobald du irgendwo anders hinkommst, erlebst du was anderes, und in den Medien

00:37:08: erlebst du einfach nur das wirklich hauptsächlich negative Schlagzeilen, auch die ganze Grenzschließ

00:37:16: und Grenzöffnungs, diese Thematik zieht sich ja auch über Jahrzehnte durch, und wo ich so denke,

00:37:21: ja, man kann ja nicht denken, das wäre eine echte Lösung, also in keinem Land funktioniert das,

00:37:27: und Krieg ist schon mal die allerschlechteste Lösung, auch wenn es nachher ein Wirtschaftsbooster

00:37:32: sein könnte, ja, aber ich meine, wie entwickeln sich denn die Menschen, das ist doch, gerade für mich

00:37:38: als Pädagogin ist das eine ganz schwierige Geschichte, wo ich so denke, das kann es nicht sein,

00:37:42: aber ich denke eben, es gibt viele, viele Untergruppierungen, es gibt Mischungen, ja, meine Kinder,

00:37:48: ich habe mein Ex-Mann Deutscher, ja, sind jetzt Mischlinge, oder was sind sie, halb und halb, ja,

00:37:53: also vielfältig, wie will man es anschauen, wie will man es negativ, defizitär, also welchen

00:37:58: Konstruktion folgen wir auch, ja, wollen wir nationalen Konstruktion folgen, früher in meiner,

00:38:04: also als ich immer war, habe ich mir gesagt, ich definiere mich als Frau, ja, weil ich wollte

00:38:08: nicht immer so wieder zurückgeworfen werden, ja, du als Türkinn, und ich denke, ja, was spielt denn,

00:38:12: das ist jetzt eine Rolle, also, so habe ich mir das Gefühl gehabt, man stürbt mir das so über,

00:38:17: da war ich als junge Frau, aber ich echt genervt darüber, ich wollte einfach in Ruhe mein Leben

00:38:22: führen und nicht immer so markiert werden, dann habe ich mich als Frau definiert, und jetzt merkst

00:38:27: du, dass auch der Gender-Diskurs nicht mehr so wieder war, ja, also es gibt immer wieder Impulse

00:38:32: in der Gesellschaft, dass sich Dinge verändern und man muss sich dazu verhalten, und dann ist es

00:38:38: halt die Frage, bin ich cool, und sage ich, ja, es ist cool, da passiert wieder was, ne,

00:38:42: kleiner Veränderungsimpuls, und dann merkst du ja auch, wie die Leute damit umgehen, die

00:38:46: mit dem Vegan sein, das war ja genauso etwas, also so, wie reagiert eine Gesellschaft, wie unsere

00:38:52: eigentlich auch Veränderungsimpulse?

00:38:55: Hi Klaus und alle, die uns zuhören.

00:39:04: Samus almost gone sang Jim Morrison und wie recht er hatte.

00:39:08: Der Satz stimmt Jahr für Jahr.

00:39:11: David Gilmore hat den Sommer mit drei grandiosen Konzerten im Zirkus Maximus in Rom verabschiedet.

00:39:18: Die Süddeutsche war begeistert.

00:39:20: Leider war ich nicht dort, habe es mir aber auf YouTube angesehen, hat mir gut gefallen.

00:39:25: Klaus, du und ich warten auf Dylan, beziehungsweise er erwartet uns, und der wird uns in den Herbst

00:39:32: begleiten, immer mal wieder.

00:39:34: Obwohl wir ja diesmal nicht gemeinsam vor dem Mikrofon stehen können, du bist krank, hoffe

00:39:40: ich doch, dass du bis Dylan spätestens wieder gesund bist.

00:39:43: Von hier aus alles Gute für dich.

00:39:45: The music never stops, und das ist gut so.

00:39:48: Ich persönlich habe den letzten Tagen und Wochen wieder viel Richard Wagner gehört.

00:39:52: Der Ring in einer Einspielung von Karl Böhm am Pult, absolut umwerfend.

00:39:58: So klingt die Welt bis zur Götterdämmerung.

00:40:02: Aber ich wollte mich heute zu guilty pleasures äußern.

00:40:05: Also Dinge, für die man sich schämt, sie zu mögen.

00:40:07: In unserem Beziehungsweise in meinem Fall Musik, die zu hören mir reichlich peinlich ist oder war.

00:40:14: Aber ist das wirklich so?

00:40:16: Nee, eigentlich nicht, jedenfalls nicht mehr.

00:40:19: Verzeiten musste ich mir allerdings schon einiges an Häme anhören, wenn ich diese Platte aufgelegt habe.

00:40:25: * Musik *

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00:40:51: * Musik *

00:41:18: "Frampton Come to Life".

00:41:20: Das Doppelalbum ist immer noch eines der meistverkauften Live-Alben aller Zeiten.

00:41:24: Das sagt natürlich nicht so über die Qualität aus, aber Frempton ist ein grandioser Gitarist, obwohl mittlerweile sehr krank.

00:41:32: Er leidet an der Muskelkrankheit Musicis, tritt aber immer noch live auf und spielt Alben ein.

00:41:38: Als man die Krankheit bei ihm diagnostizierte und er nicht wusste, was die Krankheit mit ihm macht und wie weit sie ihn einschränkt,

00:41:46: reagierte er damit ein Instrumentalalbum einzuspielen mit dem Titel "Frampton forgets the words".

00:41:52: "Not bad at all, der Mann hat Humor".

00:41:54: Okay, weitere Guilty Pleasures.

00:41:56: "Jethro Tull", "Pink Floyd", der ganze Bombastrock-Gerichter Mitte der 70er Jahre schwer in Verruf.

00:42:02: Ich habe mich damals auch von ein paar Platten getrennt, die ich mir dann später räumütig wiederbeschaft habe.

00:42:08: Da muss man dann eben mal durch.

00:42:12: Gut, jetzt also Tull. Oder doch lieber Jennifer Rush, wie viele anderes?

00:42:17: Nee, ich will euch ja nicht zu sehr nerven, obwohl Jennifer Rush in Österreich in die Umgangssprache Eingang gefunden haben soll.

00:42:24: Wenn etwas schnell gehen soll, sagt der Österreicher angeblich schon mal gern.

00:42:29: Aber bis zur Jennifer. Genug damit.

00:42:32: Hier "Jethro Tull", "Locomotive Breath".

00:42:35: Ist mir überhaupt nicht peinlich.

00:42:37: Alles Gute, Rock on, bis demnächst.

00:42:41: [Musik]

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00:43:59: [Musik]

00:44:04: In der schuffeligen Madness

00:44:07: Offenlose Motivbrell

00:44:11: Runs the all time loser

00:44:15: Headlong to his death

00:44:18: Oh, it feels a pest in the scraping

00:44:22: See breaking on his brow

00:44:26: Oh, Tati stole the handle

00:44:30: And the train didn't watch top

00:44:33: Oh, and no way to go down

00:44:36: Oh, oh, oh, oh

00:44:43: Sees his children jumping off

00:44:46: At stations one by one

00:44:50: His woman and his best friend

00:44:54: Betten having fun

00:44:57: Oh, he's calling down the corridor

00:45:01: On his hands and knees

00:45:05: Oh, Tati stole the handle

00:45:09: And the train didn't watch top

00:45:12: Oh, and no way to go down

00:45:15: [Musik]

00:45:34: [Musik]

00:45:59: He hears the silence howling

00:46:03: Catch his angels as they fall

00:46:07: And the all time winner

00:46:11: Has gotten by the balls

00:46:14: Oh, it paints up Gedeon's Bible

00:46:18: Open at page one

00:46:21: Oh, thank God, he stole the handle

00:46:25: And the train didn't watch top

00:46:28: Oh, and no way to go down

00:46:31: [Musik]