Vom Wachsaal in die Gemeinde  - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

Vom Wachsaal in die Gemeinde - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

Liebe Hörer:innen,

Ich freue mich sehr über mein neues Cover Bild: ein Werk der Künstlerin, Elke Jonen, Künstlerkürzel „ejo“, die in Köln lebt. Der Titel lautet: „Einblick“ / Erstellungsjahr 2017 / Acryl auf Leinwand, Originalgröße 40 x 60 cm. Es zeigt den Ausschnitt eines Portraits. Im Fokus der Blick, der sucht, leidet und voller Kraft und Willen fordert. Die Augen, ein Zugang zum Innersten, beseelter Wesen. Ein Ausdruck mehrschichtiger Empfindungen.

Herzliche Grüße Klaus Jansen-Kayser

Transkript

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00:00:00: Hallo und guten Abend.

00:00:03: Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe des Podcasts vom Wachsal in die Gemeinde, fünfzig Jahre Deutschpsychiatrie.

00:00:11: Es ist so viel los in dieser Welt also ich kann nur sagen man weiß gar nicht wo man anfangen sollte aber einfach den Mund halten?

00:00:22: Naja... Ich will.

00:00:24: weil wir heute den zweiten Teil an meines Gesprächs mit Ulrike Siepelmeier-Müller veröffentlichen werden, bleibe ich heute bei einem ganz kleinen Beispiel aus unserem Land.

00:00:37: Ganze Bücherläden will er irgendwie ausmerzen!

00:00:41: Das ist vielleicht ein wenig übertrieben... Unser Kulturstaatsminister Weimarer von ihm sagt Simone Schmollack im Kommentar in der Tat Er sei nicht nur ein rechtskonservativer Kulturkämpfer sondern er sei ein rückgratloser rechtskonservative Kulturkämpfer, der sich allen öffentlichen Auseinandersetzungen entzieht.

00:01:06: Aber da passt doch das.

00:01:08: wir heute mit einer Buchrendlerin reden die später auch Ergotherapeutin geworden ist und ihr schon den ersten Teil in der letzten Episode gehört habt.

00:01:20: Heute geht es um ihre Zeit in der Gemeindepsychiatrie, in Schwerte Lehrtätigkeiten an Ergotherapie-Schulen und anderen Institutionen.

00:01:34: Musik?

00:01:35: Und um die große Frage, was braucht es in einem solchen Bereich wie Psychiatrie jahrzehntelang zu arbeiten?

00:01:45: Gedanken sind frei und sie nennt uns eine Menge von Namen und wichtigen Personen in ihrem Leben die ich versuche in den Shownutz auch nochmal etwas zu erläutern.

00:01:59: Bernd Nickbur führt uns wieder zurück auf die Insel, er hat die restlichen fünf Musikvorschläge, die ihr unbedingt doch hin mitnehmen sollt.

00:02:11: dabei könnt er wieder mit ganz viele Musik rechnen, die er für euch zusammengestellt hat.

00:02:16: also jetzt erstmal viel Spaß mit dem zweiten Teil und wir hören uns und sehen uns vielleicht bis demnächst.

00:02:23: Die nächste Episode wird erst am siebzehnten April erscheinen wegen der Osterferien.

00:02:29: Ich kann euch aber schon mal verraten, dass ich mit Stefan gesprochen habe.

00:02:35: Mit Stefan hab' ich schon mal in den Jahr- und Jahrzehnt zwanzig gesprochen und er ist Genesungsbegleiter in der forensischen Psychiatrie.

00:02:44: Ihr könnt's schon jetzt gespannt sein!

00:02:47: Noch einmal bis dahin...

00:02:51: Dieses Stichwort biologisch übt sich ja, triehstelt sich.

00:02:54: Wenn ich das richtig mitkriege jetzt auch so da ... dass dann doch biologische orientierte Chefärzte sind?

00:03:01: Auch wenn der ein Recovery-Kolleg ist!

00:03:04: Die wissen, sie müssen einen Recovery-Colleg machen.

00:03:07: Das soll jetzt sein... Aber das stecke ich nicht drin.

00:03:13: Aber das ist nur mein Misstraum.

00:03:15: Ja,

00:03:17: komm' ich auch.

00:03:18: Ich meine, bin ja mittlerweile ... etwas distanziert, aber das ist so.

00:03:24: Ich kriege auch bei den Landschaftsverbandkliniken mit, dass die auch so manchmal sage ich immer noch böse da sind so Feigenblätter die Genesungsbegleiter, die da eingestellt werden.

00:03:33: also das muss sein und sie tun vielleicht auch einiges.

00:03:36: dafür spiele ich dann gar nicht den LVR da kritisieren Und trotzdem entsteht nach wie vor eine sehr, sehr konservative Vorstellung von Psychiatrie.

00:03:49: In den Kliniken

00:03:50: v.a.,

00:03:50: finde ich auch und bis hin zu wieder registrieren oder so?

00:03:55: Das sind ja die Themen... Ja gut, da war wahrscheinlich

00:03:58: nicht einfach.

00:03:59: Aber was mir jetzt neulich Christiane Thely gesagt hat ...und das blieb mir die ganze Zeit durch den Kopf die ja noch in der Klinik arbeitet, aber so eine Stelle hat als Recovery-Beauftragte.

00:04:17: Sie meint ... Was fehlt ist der Begegnungsaspekt?

00:04:23: Ich weiß nicht, ob das stimmt!

00:04:26: Ich kenne relativ viel Betroffene und was vergleichbares erzählen mir manche auch.

00:04:33: Nicht von überall, sondern dass das fehlt.

00:04:41: Auch mit den neuen, also mit neuen Beschäftigten oder?

00:04:45: Ich weiß es nicht.

00:04:49: Also die Kollegen werden immer noch ausbilden mit Stips, bei denen habe ich das Gefühl nicht.

00:04:54: Bei diesen jungen Leuten denke ich super!

00:04:58: Da bin ich ... Aber das kann natürlich sein, dass sind alles motivierte Leute.

00:05:04: Ist das so eine Klammer wo du kurz sagen kannst, step?

00:05:09: Achso Steps ist ...

00:05:11: kein Tanz?

00:05:13: Ja, es ist eine ganz andere Nummer.

00:05:16: Ich hab ja gesagt ich kannte das nicht und Ute Hüber vom Psychiatriefaller sprach mich an und sagt wir haben ein neues Programm Das ist Steps!

00:05:25: Das ist was für dich macht nochmal die Fortbildung bei Ewald Rahn.

00:05:29: Dann habe ich das gemacht.

00:05:32: Wahrstein Das ist ein amerikanisches Programm für Menschen mit Borderline.

00:05:38: Wir sagen jetzt aber eigentlich für alle Menschen mit emotionaler Instabilität, es ist ein Gruppenprogramm.

00:05:44: Es hat viele partizipative Anteile und es bezieht von Anfang an Unterstützer ein also vor allen Dingen da auch Familien.

00:05:52: Also hat die Familien so im Blick.

00:05:56: Es ist so ein Gewohnheiten aufgebaut werden, es werden Fertigkeiten erworben.

00:06:01: Es geht nicht um Behandlung, das ist keine Therapie, es ist Lernen, Lern, Lernen.

00:06:06: Christiane Tilly sagt immer fühlt er so als wäre die Volkshochschuldozenten.

00:06:12: So was geht?

00:06:14: Und die Rückmeldungen sind schon irre.

00:06:18: also es ist sehr befriedigend das zu machen weil's aber nicht besonders gut in Deutschland evaluiert ist.

00:06:27: Jetzt ist es in den SA-Drei-Richtlinien mal so eben drin, als psychoeducatives Programm.

00:06:34: Aber die Erbotherapeuten können sie in ihrem Praxengut anwenden und dadurch entsteht das dass es gerade da in dem Bereich häufig ist oder in Institutionen also in Langzeitinstitutionen mit schwierigen

00:06:48: Problemen.

00:06:52: Nur mal so als Einblick, was

00:06:55: sich

00:06:56: dahinter verbergt.

00:06:57: Ganz langsam System Training für Emotionen... Jetzt brinn ich es nicht zusammen gleich, wir haben eine Pause.

00:07:06: Predictability and problem-solving Also wirklich Problemlösen lernen, nachhaltig.

00:07:14: Dies Wort Predictibility gefällt mir sehr.

00:07:17: Dass es darum geht, wenn man in der Klinik ist was zu haben und hinterher rutscht du wieder rein, sondern im ambulanten Bereich.

00:07:28: In Ergänzung zu Therapie in Ergänsung zu anderen Hilfen aber Lebensqualität

00:07:33: erwerben

00:07:35: mit einem Leben zurechtgekommen.

00:07:39: Also sehr alltagsorientiert

00:07:41: auch?

00:07:41: Sehr alltagsohnt, ergotherapeutisch einfach ein schönes Feld.

00:07:49: Spannend!

00:07:51: Ich versuche nochmal so ein bisschen Kronologie einzusteigen.

00:07:57: Einmal habe ich noch hinter... Du hast schon interessiert mich noch, du hast es auch was schon einiges genannt aber ich würd's nochmal gerne humpumpbringen.

00:08:06: zwar gibt es in dieser ganzen Zeit von der wir jetzt gesprochen haben Wir sind ja sozusagen noch nicht in der Gemeindepsychiatrie angekommen und da kommen wir jetzt gleich nochmal zu.

00:08:19: Aber Du hast da ja dann Menge Leute kennengelernt, du hast also jetzt Astmus Winzen schon mehrfach erwähnt und Ursula Pluck sowieso.

00:08:31: Du hast auch anderen noch genannt, ich weiß nicht ob du irgendjemanden da jetzt noch erwähnen willst aber diese ganzen Menschen das waren ja... Ich habe es an anderer Stelle mal so Versuch zu fragen, das waren ja zu der Zeit selber noch so viele Suchende.

00:08:49: Die hatten Ideen oder Gedanken und mein Ursula-Plug und das Dörner haben auch schon was aufgeschrieben und das heißt da war ja schon sehr viel Nachdenken darüber auch.

00:09:01: aber mir geht es um diese Frage.

00:09:02: die ganzen prominenteren Leute in der Reformbewegung prominenter, die sich auch mit den Etablierten angelegt haben.

00:09:10: Den KIPPN oder so war ja eine große Auseinandersetzung.

00:09:15: Das ging gar nicht und heute gibt es also Annäherungen, aber ich denke mal, es gibt jetzt zwischen die GSB ... Steins?

00:09:26: Hörte ich das?

00:09:27: Nee, nee, nee.

00:09:28: Das ist immer

00:09:28: ne Lackentasche.

00:09:30: Achso!

00:09:30: Ja, ist doch gut, ihr klingelt im Telefon.

00:09:33: Musst du da ran?

00:09:33: Nee, nee.

00:09:35: Ich hab

00:09:35: vergessen es auch

00:09:36: so.

00:09:36: Ja, ist nicht ... ich find das immer gut, wenn man das richtige Leben hier reinkommt.

00:09:42: Was kommt immer?

00:09:45: Ähm ... dass ... diese Leute gab's da welche, die dich im Laufe deines beruflichen Lebens ... auch ... ja, ich frag immer so ein bisschen wie die Helden der früheren Zeiten aber gibt's da Leute, die sich besonders beeindruckt haben.

00:10:05: Am Anfang hab ich so ein bisschen gehört, Asmus Finzen war schon jemand ... von dem du sagst der war so jemand.

00:10:12: Stimmt das so?

00:10:13: Ist das so ?

00:10:14: Ja ja, also ... Ich weiß nicht, dieses Buch Suizidprophylaxe, dieses Büch zu Medikamenten.

00:10:22: Das habe ich jetzt hier dann auch noch mal eingepackt, dies Pinnellschip-Händel.

00:10:29: Da schreibt er ja auch und sowas ist immer, dass er mich wissenschaftlich schreibt sondern schreibt in Essay-Form, sagt er

00:10:38: im Vorbild.

00:10:39: Hat aber drin dieses Bild von den Repräsentanten ... Den sozialen Repräsentanzen so... Also was macht das Bild von psychisch kranken Menschen in der Gesellschaft?

00:10:54: Woraus ... Das hab ich verinnerlicht!

00:11:02: Ich weiß noch nicht, das habe ich viel allein und Das Thema Suizidalität stand ich ja blöd davor.

00:11:12: Und ich weiß noch, ich bin durch die Gemeinde der Kollegen in der Tagesklinge dieses Buch Suizide Profilaxel.

00:11:19: Wir haben es richtig

00:11:21: studiert!

00:11:22: Also Bücher

00:11:24: waren... als ich noch in der Lehre war, gab's sich hoch.

00:11:27: Bücher sind Erfahrungen, die man kaufen kann.

00:11:29: Ich fand das doof.

00:11:31: aber bei den Büchern von Asmus habe ich immer das Gefühl, ja.

00:11:37: Das waren Erfahrungen die konnte ich erwerben.

00:11:41: Den konnte ich was anfangen.

00:11:44: Großen Kontakt hatten wir nicht wie man das in Wunstdorf so hatte.

00:11:48: also

00:11:50: Ich war beeindruckt.

00:11:52: Also ich hab auch Jörner dann später immer noch mal in manchen Sachen getroffen.

00:11:57: Ich fand es auch witzig dass der in seiner alten tage auch In dieses thema Wohnen im Alter gemeinschaftliches Wohnen gestiegen, fand ich interessant.

00:12:10: Ich muss Ihnen das gleiche umgetrieben haben.

00:12:16: Bei Asmus hat mich auch das Thema ... Der hat sich ja intensiv mit Stigmatisierung beschäftigt.

00:12:22: Das konnte ich gut lesen und da konnte ich was mit anfangen.

00:12:29: Also es sind dann doch eher die Bücher, die Theorie.

00:12:33: Es waren die Beziehungen Die persönlichen Beziehungen, das war Hartmut Hohen.

00:12:41: Und dann Herrmann und meine Freundin Liso.

00:12:45: Wir haben in Berlin eine Kontaktstelle aufgemacht.

00:12:50: Ich habe die Kontaktstellung in Scherthe aufgemachten.

00:12:54: Und wir haben den Telefon immer am Ohr.

00:12:57: Also wie macht ihr das?

00:12:58: Und was sind eure Prioritäten?

00:13:02: Die Kollegen in Berlin von dieser Plenärgesellschaft

00:13:06: ...

00:13:07: Die haben ja mit den Tagestätten und aber auch mit den Beschäftigungstagestättern so einen Wind gehabt.

00:13:12: Das habe ich

00:13:13: abgeguckt.

00:13:15: Erzähl mal Schwerte, Kontaktstelle?

00:13:18: Ja das war einfach ... Ich hab Rollenspiel gemacht in der Praxis von Hans-Christoph Schimanski.

00:13:23: Hans Christoph Schimmanski war mit bei der Enquetter bei und war aber auch so ein Hannoveraner Gewächs.

00:13:30: Und er war gemeinsam mit Jürgen Hahnneidler Schwerte gegangen, um da Gemeindepsychiatrie aufzubauen.

00:13:38: Er ging in die Praxis, Jürgen Harnheit ging ins Jugendamt und das Ziel war dem Boden zu bereiten für eine Tagesklinik.

00:13:45: Tagesklimiken waren damals ja noch neu.

00:13:48: Und dann haben sie nur unabhängige Tageskliniken gegründet.

00:13:51: Jürg-Harnheit hat mich dann gefragt.

00:13:54: ich habe dann auch ne weitere Kollegin angesprochen.

00:13:57: Die Aufgabe war Ne Kontaktstelle zu gründen.

00:14:00: es gab betreutes Wohnen mit so einem Angehörigendominiertenverein.

00:14:06: Und daraus sollte aber was Kontrolliertes werden, also in Zusammenhang mit diesen ehrenamtlichen Helfern und den Anhörigen niedrigschwendiges Kontaktstellenangeboten.

00:14:19: Wir wussten ja nicht wie es geht!

00:14:20: Also wir waren im Bielefeld, wir waren in Dortmund – das gab auch noch nicht viel mehr.

00:14:25: Wie macht man das?

00:14:27: Zu der Zeit gab es einen wirklich sehr offenen Landrat, Finanzierung.

00:14:32: war erst mal gar nicht zu sehen für so

00:14:34: was.

00:14:35: Anders

00:14:36: als hier im LVR, weil beim LWL das überhaupt kein Thema.

00:14:40: Dann hat es in Zusammenarbeit der jungen Handelheit ist Verwaltungsmensch, er hat Verwaltung gelernt und hat dann in Betel irgendwie umgepult bei seinem Zivildienst und hat da nochmal Sozialarbeit studiert.

00:14:58: Und der konnte wirklich Gelder finden und mit Verwaltungsleuten reden.

00:15:05: Also wir haben irgendeine Form von Hilfe, dafür mussten wir zehn Besucher finden die bereit waren ihren Namen herzugeben.

00:15:13: ich wollte auf keinen Fall so eine Anmeldungsgeschichte wie Tagestätte

00:15:17: in Niedrig-Schwellig

00:15:18: heißt.

00:15:19: man kann da auch nur hin.

00:15:21: das war mir wichtig.

00:15:23: aber zehn Leute die bereit war an ihren Namen zu geben hatten wir.

00:15:26: dann haben wir in den ersten Jahren darüber finanziert.

00:15:30: Also es ist mir so ein Herzensthema geblieben, also so niedrigschwellig eine Hilfe anzubieten was Kontakt gibt.

00:15:37: Was ein geschützter Raum ist.

00:15:43: Ich habe ja auch Kontaktstellenarbeit gemacht.

00:15:45: Es war übrigens ähnliche Zeit.

00:15:49: Von der Tagesklinik hier in Köln und der Alteburger Straße bin ich dann in sozusagen das erste sozialpolitische Zentrum gewechselt.

00:15:59: Und da war die Keimzelle eigentlich nicht die Kontaktstelle.

00:16:03: Ja, und das hat der LWR ja nicht gemacht?

00:16:04: Der LWL nicht gemacht!

00:16:06: Man musste dann zwar als die Tagesstätten kamen eine Kontaktsteller haben vor Ort um dann eine Genehmigung für die Tagestellte zu kriegen aber das ist nie unter

00:16:17: einem Dachbefass.

00:16:19: Ich erinnere mich an Ehrenfeld an euer SSZ Das war ja, das ging so ineinander.

00:16:25: Ja, es ist verbunden.

00:16:27: Aber das war natürlich nur aufgrund der ... Ja, auch gesicherten Finanzierungen über den Landwirten, der ja auch so ein Konzept hatte damals.

00:16:34: Aber interessant nochmal dass es in anderen Gegenden eben gar nicht so selbstverständlich war, so einen Verbund außerhalb der Klinik aufzubauen.

00:16:44: Der ja auch dann Tagesstrukturieren wie man sagt auch viel Unterstützung geben konnte.

00:16:48: Aber du hast da die Kontaktstelle aufgebaut und hast das auch sehr lange gemacht?

00:16:59: Fast immer eine Teilzeitstelle gehabt.

00:17:01: Ich habe auch eine Tagesstätte aufgebaut, wir haben eine Cafeteria in der Volkshochschule

00:17:05: gehabt.

00:17:06: Wir konnten

00:17:08: alle möglichen Bildungsangebote in der Vogtshoch-Schule machen.

00:17:12: das war dann raus aus dem psychiatrischen Kontext und da war die Schwelle also auch... Das war ja damals IBRP irgendwie Anfang der Achtziger und

00:17:23: einfach der Neunziger

00:17:25: eben nicht psychiatrische Hilfen zu suchen, das waren uns in Evangelium.

00:17:31: Also da ein bisschen wegzukommen und andere Möglichkeiten zu finden.

00:17:35: Aber das war ja schon auch finde ich sehr innovativ weil diese Verbindung mit dem realen Gemeindeleben sozusagen was ich folge zur Schule oder oder auch andere... Ich kenne das hier aus Köln eben wo man versucht wurde das zu verknüpfen.

00:17:52: aber dadurch dass es so einen So ein Verbundsystem war diese Sozialpsychiatrische Zentrum.

00:17:58: War das aus meiner heutigen Sicht sogar manchmal ein bisschen verhindern, dass man neue Kontakte zur Gemeinde also nicht psychiatrische Kontakte suchte?

00:18:09: Das muss man sich auch noch mal klarmachen.

00:18:10: Das

00:18:12: weiß ich.

00:18:12: Aber später nicht umfroht

00:18:14: drum.

00:18:14: Ja genau.

00:18:16: Weil ich diese... Ich musste mich nicht um den LWL als Kostenträger kümmern.

00:18:20: Ich wollte nur den Kreis Onder.

00:18:24: Und auch diese Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, mit Selbsthilfe.

00:18:33: Mit Bildungsträgern und Beratungsstellen.

00:18:38: Das war eine andere als wenn man jetzt immer unter diesem LWL-Dachheite leben müssten.

00:18:44: Man hätte die ja immer fragen müssen,

00:18:46: mussten

00:18:46: sie nicht fragen.

00:18:47: Ja und man hat auch so viele Ressourcen gehabt was ich, wenn wir unter einem Dach war hatte man betreutes Wohnen hatte man Tagestelle hatte man Kontaktstelle hatte mal den sozialpolitischen Dienst man hatte ganz viele Möglichkeiten auch auf Bewege oder Angebote zu kreieren.

00:19:04: unterschiedlichste Art toll.

00:19:06: Aber Arn Schwendi hat schon mal vor vielen, vor fünfzehn Jahren gesagt bei einem Jubiläum von so nem SBZ.

00:19:15: Wir müssen aufpassen dass es nicht zum Ghetto wird.

00:19:17: Also wenn man nur so aufeinander gebrannt ist dann haben wir versucht auch Leute reinzuholen also Veranstaltungen rein zu holen was manchmal gelang aber oft auch nicht.

00:19:29: Und rausgehen war auch nicht so leicht.

00:19:31: Es war immer wieder der Sog, da kommen wir eben hierher und dann sind wir unter uns und alles ist irgendwie gut.

00:19:38: Aber wenn man das jetzt zurückblickend sieht, dreißig Jahre oder so ... Das war jetzt nicht immer nur prickelnd.

00:19:44: Weil wie du sagst, die Schwelle hat einen normalen Volksholschuldkurs so hoch, weil man hat ja Lesungen im SPZ oder man kann dieses und jenes machen Und man ist so, wie nennt man das?

00:19:59: Hospitalisiert würde man sagen.

00:20:01: Nein,

00:20:01: bin ich mir sicher.

00:20:03: Also auch in dem was daraus entsteht dass ihr ja eine gute Finanzierung

00:20:07: hattet.

00:20:08: hier

00:20:09: hatten wir nicht also dieses darüber.

00:20:15: Ich konnte nicht immer da sein!

00:20:17: Ich musste vertrauenswürdigen Besuchern den Schlüssel geben.

00:20:22: Wir mussten einmal in der Woche eine Perlung machen die es möglich machte dass jeden Mittagessen auf dem Tisch war, dass auch Fremde kommen konnten und Essen konnten bezahlen.

00:20:31: Dass unser Bügeldienst funktioniert.

00:20:34: Ich habe den Schlüssel gegen Unterschrift einmügt.

00:20:37: Natürlich hatten wir eine Hausordnung.

00:20:39: Natürlich gab es im Hintergrund jemanden, der man anrufen konnte

00:20:43: am

00:20:44: Sonntagsamt.

00:20:46: Wir haben sehr viel ... Später hätte ich das Partizipativ genannt.

00:20:50: Das war nicht echt Party, nicht so in diesem anspruchsvollen Sinn aber es war auf dem Weg dahin und darüber passierte dass das natürlich Selbstwilligkeitsamkeit

00:21:01: ja einfach sich ergibt egal

00:21:05: aufgrund der Not.

00:21:06: Ja genau

00:21:08: also wir waren eigentlich zu zweiter.

00:21:10: Aber wenn wir so ausreichend Öffnungszeiten haben wollten dann waren

00:21:16: wir allein.

00:21:18: Also ich habe ja lange Zuverdienstangebote in dem Sozialpolitischen Zentrum gemacht und immer wenn, dann haben wir so Catering auch gemacht für Befeß- und für alles Mögliche.

00:21:30: Das heißt mit ganz normalen, für ganz normale Kunden!

00:21:33: Und da habe ich auch immer diese... Ich nenne das jetzt mal, es ist gar nicht so negativ, diese Abhängigkeit die man auch dann hatte dass sich Klienten finden, die natürlich Geld dafür kriegen.

00:21:43: aber Ich hätte ja so ein Befehl überhaupt nicht machen können.

00:21:46: Das wäre auch nicht mein Job gewesen, aber da ist eine gewisse Abhängigkeit.

00:21:50: Es musste klappen und die Leute bezahlen dafür.

00:21:53: Aber das war ja eine unheimliche Qualität was diese Selbstwirksamkeit auf der einen Seite braucht.

00:21:59: Was sagt man dass das Selbstvertrauen angeht?

00:22:04: Der Klienten kriegen Schlüssel.

00:22:06: Die vertraut mir.

00:22:08: Da sind finde ich so Qualitäten und das überhaupt nicht unterschätzen darf.

00:22:15: Aber ich glaube, es war leichter... also für uns leichter weil es nötig war.

00:22:22: Ja ganz genau!

00:22:23: Also wenn man was bewegen wollte dann musste man das

00:22:26: so machen?

00:22:26: Ja ja genau.

00:22:27: Das ist interessant, das ist sehr spannend finde ich.

00:22:31: Weil wir hatten immer einen Kollegen, da kann man sagen von Bewo, der teilt das Wohnen, guckt auch mal eine Stunde oder so, irgendwie hat man... Ja das konnte ich auch,

00:22:38: aber mit dem Hintergrund alles gutwillige Leute Das Normalitätsprinzip hinkt sehr weit oben.

00:22:48: Wenn dann jemand psychotisch war, da mussten wir gucken was wir damit anfangen wie wir damit umgehen.

00:22:54: Dann fahre ich jemand vielleicht nach Applerbeck ja aber ich kann das an dem Beispiel Aschenbecher.

00:23:02: also es wurde ja furchtbar

00:23:03: drauf

00:23:05: und es gab auch Vertreter die das richtig fanden.

00:23:12: Und dann hatten wir diesen Brügeldienst.

00:23:14: und dann rauchen die Händen, wenn man nach Rauch.

00:23:19: Das ging zeitgleich mit dieser Veränderung auch in der Kultur mit dem Rauchen.

00:23:26: Früher wurden nie Aschenbecher leer gemacht, plötzlich machten alle die Aschenbächer leer.

00:23:32: Also dieses Übernahme von Verantwortung, was in einer normalen Kontaktstelle nicht geklappt hätte.

00:23:37: Es hat geklappt mit dem Zuckerdienst.

00:23:39: Interessant, weil man merkt, das geht nicht zusammen.

00:23:43: In dem Rahmen ist die Tagesstätte in andere Hände gegangen und ich hab weiter Kontaktstelle

00:23:49: gemacht.

00:23:50: Und die gibt's heute noch?

00:23:51: Die

00:23:51: gibt es noch, die ist aber in anderer Trägerschaft.

00:23:54: Du hast, glaub ich, dreiundzwanzig Jahre im Bereich Gemeindepsychiatrie, Kontaktställe und was so damit zusammengearbeitet.

00:24:03: Aber du hast doch nebenher dann auch andere Sachen gemacht

00:24:06: ... Es war so, in der Anfangszeit dachte

00:24:10: ich,

00:24:10: wenn du jeden Tag nur mit chronisch krampen zusammen bist, das hältst du nicht aus.

00:24:16: Also dann bist du irgendwann hier weg und meine Kollegen hatten auch so eine Strukturation zwei, drei Jahre und was anderes noch mal studieren oder andere Sachen.

00:24:27: Und dann hab ich angefangen, hatte ich nur eine Reistelle an der Ergotherapieschule und hab da Psychiatrie unterrichtet.

00:24:34: Ich

00:24:35: gab vom Verband der Ergoterepoiten so ne Qualifizierung für Lehrkräfte ... Das war gut!

00:24:41: Also das hat so einen theoretischen Impuls auch noch mal ... Dann habe ich ja auch in Rämscheid an der Schule gearbeitet im Dortmund.

00:24:50: Und dann hat Friederike mich gefragt, ob ich ... in diese Kufhab, also in die Qualifizierung für Gruppenleiter in Werkstätten, die die DGSB dann angeboten hat.

00:25:00: Die dann ja auch irgendwann Christian Gredig

00:25:03: war dabei,

00:25:06: gesetzlich geregelt wurde ob ich damit einsteige als Kurzleisterin und daher kenne ich Christian Geredig.

00:25:11: Dann habe ich auch viel wieder mit Richard Sohre zu

00:25:14: tun gehabt.

00:25:16: Und das war im Einstrangen dieses machen oder das andere in die Kontaktstelle Und das ist so eine Wechselwirkung.

00:25:24: Das war total

00:25:25: toll, ja?

00:25:25: Ja genau.

00:25:26: Also ich habe immer gesagt dieses Prinzip Lern durch Lehren.

00:25:33: Wenn ich das jetzt auch historisch noch aufbringe... Ich hab eben immer auch Geschichte der Psychiatrie gemacht.

00:25:40: Solche Themen oder Handlungstheorie

00:25:43: und

00:25:44: so weiter.

00:25:45: Eigentlich nicht zu meinem Handwärtszeichen, aber das hat mich befruchtet.

00:25:48: Ja, ich verstehe das gut.

00:25:49: Ich bin total dankbar dafür!

00:25:52: Und darum wurde ich auch nicht chronisch.

00:25:55: Es

00:25:56: war eine lange Zeit...

00:26:00: Aber ein interessantes Technik, weil die ist mir sehr vertraut.

00:26:05: Weil ich auch immer so Sachen nebenher noch gemacht habe, die natürlich mit dem Thema zu tun haben.

00:26:09: Aber ich hatte auch lange einen Lehrauftrag hier an der Fachhochschule für damals noch Fachhochschule, für soziale Arbeit oder Sozialpädagogik.

00:26:17: Und das war immer toll, es war einmal toll rauszugehen in die Theorie aber es war supertoll wieder zurückzukommen wie du sagst.

00:26:25: dass hat sich so beflügelt, befruchtet.

00:27:37: Es kommt nochmal eine ganz schwierige Frage.

00:27:40: Gibt es irgendwie sowas wie eine universelle Erkenntnis zu sagen?

00:27:44: Also um in so einem Bereich zu arbeiten

00:27:48: ist

00:27:48: es gut diese oder jene Haltung, oder Einstellung zu haben?

00:27:55: Erst mal eigentlich nicht.

00:27:56: Aber andererseits ist es platt.

00:28:01: Ich glaube du

00:28:02: brauchst Toleranz.

00:28:05: Also was ihr hier in Köln habt mit eurem ... Jeder Jagd ist anders.

00:28:09: Dieses hatten wir, mit dem jeder Mensch hat seinen Vogel und braucht

00:28:14: seinen Vogeln.

00:28:16: Das ist schon Anforderung genug eigentlich, diese Haltung zu entwickeln.

00:28:22: Der jungen Hanheit hatte bei dem ging das noch weiter oder geht immer noch weiter.

00:28:28: Wer hat diesen Gedanken auch?

00:28:32: Dass die Menschen mit ihren psychischen Erkrankungen in ihrer Erkrankung ernst nehmen.

00:28:40: Also dass nicht in jedem Fall wegmachen zu

00:28:42: wollen sondern

00:28:44: zu sagen so Das bin ich.

00:28:47: Das habe ich in den ersten Jahren gar nicht so kapiert, erst so

00:28:51: nach und nach.

00:28:53: Also wirklich die Person zu sehen und nicht in diesen klinischen Denken das muss weg.

00:29:02: Das ist ja ein bisschen auch in dieser Debatte über die neue Einfachheit da ist es ja auch drin.

00:29:09: also das ist schon ein wichtiger Punkt darüber nachzudenken.

00:29:14: Aber je älter ich werde, desto mehr denke ich, dass es das einfach was gesellschaftlich nötig ist.

00:29:21: Ich würde nicht sagen mit diesem Mann muss sich aushalten aber vielleicht doch ein bisschen.

00:29:29: Da war ich schon nicht mehr im Verlachter hatte schon die Kinder.

00:29:32: da wohnten wir in Berlin in der Dippelstraße neben einem Wohnheim und weil wir ja so drauf waren, dass wir offen waren konnten die bei uns auch reinkommen und haben sie auch reingelassen dass einer dieser Menschen ein Tauchsieder in den Stecker steckte.

00:29:50: Und ich hatte schon zwei Kinder und ich war irgendwie gestresst, diesen dann glühenden Tauchssiedern auf dem Herd gelegt.

00:29:59: Das war zu dem Zeitpunkt als das Buch der Krieg gegen die psychisch Kranken erschien.

00:30:07: Da waren wir angefragt, wollt ihr was schreiben?

00:30:09: Und da haben wir so etwas geschrieben wie ... dass es nicht so einfach ist im Alltag, also auf ganz alltäglichen Level wirklich in Begegnung zu bleiben und im Kontakt zu bleiben.

00:30:23: Da ist mir bewusst geworden das es eine Herausforderung ist meine Grenzen zu ziehen und auf der anderen Seite Resonanz zu bleiben, also beides zu können mitzukriegen was passiert aber auch mich abgrenzen zu können.

00:30:40: Nee, aber dass dann nicht der Fadenabreiß.

00:30:45: In der Beziehung?

00:30:47: Ja und da gehört das glaub ich dazu auch ja zu sagen, dass jemand so ist wie er ist.

00:30:56: Das hat später der Knuf irgendwo noch mal systematisiert eine Krankheit annehmen.

00:31:05: Dass das so der Schlüssel ist.

00:31:07: und als Profi was kann man dafür tun dass Menschen ihre Krankheit annehmen

00:31:13: können.

00:31:13: Aber das meint man auch mit Resonanz?

00:31:16: Ja, in der Kontaktstelle waren fast nur Menschen mit Psychose

00:31:20: und gar

00:31:20: keine anderen.

00:31:21: Für die war es da.

00:31:23: Und dann lernt man das ja... Es gibt ja doch viele Menschen, die ihre Stimmen nicht loswerden.

00:31:34: Das war noch eine wichtige Person, Hanne-Lore Klaffi aus Berlin, diese Stimmhörer

00:31:39: bewegen.

00:31:44: Die haben ja so einen Verein gegründet, die weißen Rathaus nach Köln.

00:31:50: Da hab ich viel dazu gelernt auch das veranzunehmen.

00:31:59: Aber dass jemand der vielleicht immer nur böse Postkarten schreibt an alle möglichen Frauen in wichtigen Stellen und die beschimpft davon leichter los kommt wenn sie den Job hat bei uns den Schriftverkehr zu machen um die Monatsprogramme rauszuschicken Dann hat sie die Postkarten, die Bösen ... kein Thema.

00:32:25: Also solche Erfahrungen.

00:32:28: Ja, aber das setzt ja schon voraus eine gewissen Sensibilität dafür zu haben.

00:32:35: was könnte man aus dieser erst mal störenden Eigenschaft oder Lastigen?

00:32:41: wie können wir das ich sag jetzt mal so sublimieren sozusagen?

00:32:45: Wie kriegt man das wieder in einem Pfarrwasser?

00:32:48: alle nützt ihm selber oder ihr selber und den anderen auch.

00:32:52: Ja,

00:32:52: aber das ist sowas, also worüber man sich bemühen muss dass man die Talente

00:32:56: anderer Leute damit

00:32:58: kriegt.

00:32:58: Das ist schon bei unserem Beruf, es ist schon im Moment

00:33:00: ja

00:33:01: sicher nicht bei allen Aber eigentlich ist da ist das im Moment, dass die wachen Kollegen

00:33:06: das können egal

00:33:08: in welchen

00:33:09: Fällen.

00:33:10: Ja verstehe ich

00:33:12: finde das was mir auch wirklich Spaß

00:33:14: macht.

00:33:17: Ich erinnere mich jetzt auf viele Wir geben noch gerade in der Kontaktenberatungsstelle, wo man dann so Fähigkeiten aus untugenden Fähigkeiten machen konnte, indem man bestimmte Sachen nur Unterstützung gegeben hat.

00:33:35: Also wir hatten Leute die waren so kommunikativ und die waren die idealen Leute für so Kaffeebar zu machen oder so.

00:33:42: Das haben die auch gerne gemacht und war damit alles abgedeckt.

00:33:45: Die mussten da nicht mehr rumlaufen, jeden anquatschen oder irgendwas.

00:33:51: Wir kommen zum letzten Thema.

00:33:54: Obwohl ich beim Schreiben gedacht habe, das müsste ich eigentlich bei dir ändern.

00:33:59: Und zwar ist ja so, dass er dieser Podcast immer eine Musikabteilung hat.

00:34:06: Das heißt mein Freund und Mitgestalter dieses Podcasts, Bernick Boer macht ... in jeder Episode auch eine Musik oder mehrere Stück bespricht.

00:34:18: Am Anfang hat der Christian Grelich das gemacht.

00:34:22: Das ist immer ein Bestandteil.

00:34:24: und deshalb die Frage an dich, welche Rolle hat für dich Musik im Leben?

00:34:31: Hast du bestimmte Musikrichtungen?

00:34:35: Oder hast du vielleicht Musikhelden, die dich dann lebendlang begleiten ... Ich habe gedacht, dass ich das geschrieben habe.

00:34:42: Es gibt Bücher, die dich besonders beeindrucken können, die mich immer schon beschäftigen.

00:34:49: Aber vielleicht beides.

00:34:52: Wobei ich nicht so ein Lieblingsbuch habe.

00:34:54: Also vielleicht zu zwei oder drei, wo ich sagen würde ... Die lese ich alle auch noch mal.

00:35:02: Musik?

00:35:04: Ich sing im

00:35:05: Chor

00:35:06: und Sing- und Psychiatrie hängen für mich immer zusammen.

00:35:11: Wir hatten im Vönigs einen Kollegen, dessen Stelle ich dann in der gekriecht habe.

00:35:16: Der war doch in der Wandervogel mit Bewegung gewesen und wir hatten da ein Liederbuch mit lauter solchen Wandern aber international.

00:35:27: Und so diese ganze Mund-Orgelraufen runter wurde da gesungen.

00:35:30: mit Begeisterung Das hab' ich mitgenommen in die Kontaktstelle und fand da einen Menschen, der dann auch einmal im Monat mit seinem ganzen Repertoire und einer Gitarre und einer Quetschkommode gekommen

00:35:45: ist.

00:35:45: Also das Singen als psychisch wirksame Methode habe ich selber nach der Krankheitsphase für mich als relevant empfunden, nutze das fast therapeutisch.

00:35:57: also ich hab so eine Herzkrankheit und hatte wenig Luft und Gesamtsunterricht

00:36:03: begonnen.

00:36:04: Also ich habe selber gemerkt wie ich mich mit Blutdruck Arten und solchen Sachen wirklich regulieren konnte.

00:36:11: Und ich seh nur gern, weil wir jetzt auch in unserem Haus gibt es jetzt schon wieder

00:36:16: so eine Gesangskopelung.

00:36:21: Was hörst du so für Musik?

00:36:24: Ganz wenig.

00:36:25: Ich hab meistens immer Ohrwürmer und meistens klassische Musik.

00:36:29: Früher habe ich

00:36:30: alles Mögliche gehört

00:36:31: aber jetzt kann mich nicht gut konzentrieren wenn ich Musik höre also ich höre oder ich mach was anderes haben wir zusammengesessen.

00:36:41: Wir haben so einen Kreis für Senioren auch in unserem Haus und dann war eine Nachbarin da, die weinte und erzählte dann das eine Freundin gestorben war und wir haben ein sehr schön Klavierspieler und der spielte dann ein Teil, ein Mullenstück aus Bachs Goldberg-Variation.

00:37:08: Das ist so eine Einschlafmusik, die höre ich auch manchmal zum Einschlafen und das war so stimmig,

00:37:13: ja?

00:37:14: So als Trophen.

00:37:17: Und das

00:37:17: andere

00:37:18: aber da ist auch wieder die Schnittmenge in ... Das war früher in der Psychiatrie, sang man immer, die Gedanken sind

00:37:24: frei.

00:37:26: Das war das Thema, das konnten alle auch alles tropen.

00:37:32: Das habe ich meine Freundin im Altenheim dazu ihrem Geburtstag besucht.

00:37:36: und dann kommt so ein Trupp von Mitarbeitern mit der Gitarre und wir haben einen Textzettel, verteilen die... ...und singen die Gedanken

00:37:46: sich frei.

00:37:51: Aber wir machen auch klassische Sachen manchmal selten aber immer wieder auch mal ne?

00:37:56: Und Bach sowieso!

00:37:57: Der kommt immer wieder.

00:37:59: also der Bernd Nikwürs heißt nicht warum aber irgendwie kommt er immer wieder vorbei.

00:38:03: Ich

00:38:03: wollte fragen welche Variats, welche Trost ist das Thema Als Toast ist das Thema bei Musik.

00:38:11: Ein Thema, der war eigentlich der wichtigste Rollenspiellehrer, der sagt, deine Rolle ist Toast und es bezieht sich auch auf dieses Alltagshandeln.

00:38:21: Ja, ich war gerade gedanklich schon bei einem... Ich versuche ja immer geistreiche Titel für jede Episode zu finden und hatte grade schon so einen kleinen... Aber mal gucken was daraus wird!

00:38:36: Die Wolle Rieke dass wir uns in so späten Jahren näher kennenlernen.

00:38:42: Ist doch schon mal ein Geschenk.

00:38:47: Vielen, vielen Dank für deine Bereitschaft hier so offen zu reden und auch so viel aus diesem Zeit noch überhaupt aus deinem Leben zu erzählen.

00:38:56: ich danke dir nochmal sehr und wir bleiben vielleicht im Gespräch wenn du um die Ecke hier wirkst.

00:39:07: Okay, dann mache ich jetzt Maus.

00:39:09: Vielen Dank!

00:39:13: Hi Klaus und alle die uns zuhören Weiter geht's mit den Platten für die einsame Insel.

00:39:18: Wenn man sich einsam fühlt kommt möglicherweise ein Blues.

00:39:22: Also blaue Abende am leeren Strand Und schnell fühlt man sich kind of blue.

00:40:25: Um in Jazz zu bleiben bauen wir uns wieder auf Mit John Coltrane und The Love Supreme.

00:41:24: Sehr kontemplativ und für die Ewigkeit gedacht.

00:41:27: Aber Auf der Insel ist die Zeit ja kein Problem, nehme ich mal ganz zuversichtlich an.

00:41:33: Auch gelassen und kontemplativ geht es bei den Grateful Dead zu, die natürlich auch mehr auf die Insel gehören.

00:41:39: Der Titel der Compilation Wall Along Strange Strip It's Been sagt alles Und am Abend geht über unsere Insel der Dark Star auf Bob Weir, der Rhythmusgitarist der Dead, ist kürzlich gestorben.

00:42:54: Jetzt leben von den Dead nur noch Mickey Hart und Bill Kreuzmann Drama beziehungsweise Percussionisten.

00:43:03: Und für die ganz großen Gefühle nehme ich auf die Insel eine Box mit den schönsten Aryen der Maria Callas mit, in den letzten Jahren gab es einige starke Dokumentationen über die Callas, die ausgesprochen empfehlenswert sind zu finden auf Arte und den einschlägigen Streamingdiensten.

00:44:24: zum Abschluss wird's wieder etwas rockiger und traditioneller.

00:44:27: nach so viel toller Musik auf der einsamen Insel Bleibt die Einsamkeit und damit ist wahrscheinlich niemand langfristig zufrieden.

00:44:36: Da hätte Hilferuf genug.

00:45:26: der Kahlauer, frohe Ostern und alles was dazu gehört.

00:45:30: macht's gut bleibt gesund.

00:45:32: wir lieben euch peace.