Vom Wachsaal in die Gemeinde  - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

Vom Wachsaal in die Gemeinde - 50 Jahre deutsche Psychiatrie - na und?

Liebe Hörer:innen,

Ich freue mich sehr über mein neues Cover Bild: ein Werk der Künstlerin, Elke Jonen, Künstlerkürzel „ejo“, die in Köln lebt. Der Titel lautet: „Einblick“ / Erstellungsjahr 2017 / Acryl auf Leinwand, Originalgröße 40 x 60 cm. Es zeigt den Ausschnitt eines Portraits. Im Fokus der Blick, der sucht, leidet und voller Kraft und Willen fordert. Die Augen, ein Zugang zum Innersten, beseelter Wesen. Ein Ausdruck mehrschichtiger Empfindungen.

Herzliche Grüße Klaus Jansen-Kayser

Transkript

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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Podcasts vom Wachsal in die Gemeinde Fünfzig Jahre Deutscher Psychiatrie Nound.

00:00:10: In dieser Folge nehmen wir Euch mit auf eine besondere Reise durch die Geschichte der deutschen Psychiatrie Reform.

00:00:18: Zwei ehemalige Kontrahenten begegnen sich heute erneut und zwar nicht mehr als Gegner, sondern als Gesprächspartner.

00:00:27: die ihre Vergangenheit reflektieren und sich auf den Weg der Verständigung und Versöhnung begeben haben.

00:00:34: Eins standen sie für unterschiedliche Ansichten und kämpften leidenschaftlich hart für ihre jeweiligen Wege der Reform.

00:00:43: Lothar Gote und Rainer Kuckler blicken nun Jahre später gemeinsam zurück, tauschen Erfahrungen aus und suchen das Verbindende.

00:00:53: Was hat sie damals getrennt?

00:00:55: Was bringt sie heute zusammen?

00:00:57: Hört ein bewegendes Gespräch über Wandel, Reife und die Kraft des Dialogs.

00:01:04: Mitnehmt Spannungsfeld zwischen Widerstand und Verständigung.

00:01:08: Freut Euch auf persönliche Einblicke, ehrliche Worte und neue Perspektiven auf Fünfzig Jahre Psychiatrie in Deutschland.

00:01:17: Im Musik-Teil könnt Ihr heute einiges über Jack Baker erfahren und auch einiges von ihm hören.

00:01:24: Dafür sorgt Bernd Nickbur.

00:01:27: Doch während wir auf fünfzig Jahre deutsche Psychiatrie zurückblicken, erleben wir gleichzeitig eine Welt, die von Konflikten und Unsicherheiten geprägt ist.

00:01:39: Der Krieg Russlands gegen die Ukraine scheint kein Ende zu finden.

00:01:44: In den USA und anderen Regionen der Welt sorgt der Präsident der Vereinigten

00:01:49: Staaten

00:01:50: von Amerika mit gefährlichen Ambitionen und Handlungen für Unruhe und Leid.

00:01:56: Europa ringt um eine gemeinsame Haltung gegenüber autoritären Strömungen.

00:02:02: Auch in Deutschland zeigen sich beunruhigende Tendenzen.

00:02:06: Menschen mit psychischen Erkrankungen geraten zunehmend ins Visier werden registriert und stigmatisiert statt frühzeitig Unterstützung zu erhalten.

00:02:18: Was wir eine Welt in der Ausgrenzung und Misstrauen oft stärker sind als Mitgefühl und Solidarität.

00:02:26: Genau darum ist der offene Dialog, wie wir ihn heute führen, wichtiger denn je.

00:02:33: Was für eine Welt.

00:02:36: Als Gemeinschaft eine unheimliche Kraft.

00:02:40: Da könnte man auch schreiben Freiheitheit oder Gemeinschaftheit.

00:02:45: Das war unsere Medikation.

00:02:47: Aber wenn wir beide uns verstehen können, nach den langen Schlachten und die ja auf beiden Seiten mit unnötiger Härte.

00:02:56: geführt wurden und hasst teilweise hasst das muss wir auch sehen und das geht dann ist das ja ein der wenigen der wenigen dinge die wir in unserer umwelt und unserer welt haben auf die man hoffnungen setzen kann.

00:03:13: es gibt ja menschen die ein interessieren.

00:03:17: das ist ja unabhängig von leutungsverbanden und sozeugs.

00:03:22: Deswegen hab ich immer sehr verfolgt, was er hier mit seinem Hof macht.

00:03:33: Ich würd gern noch mal die Herr Kukler da ins Spiel bringen.

00:03:37: Gab's eine Strategie denn in ihrem Kreis, wie man mit dem SSK zu der Hochzeit umgeht?

00:03:46: Es gab durchaus Sympathien für den SSK.

00:03:50: Ich würd da jetzt nicht von Strategie reden.

00:03:52: Die Strategie war nachher noch.

00:03:55: Eindeutig, ich habe immer versucht, das als Doppelstrategie zu kennzeichnen.

00:04:01: Die Fällen ist, in die Kliniken zu verbessern und eben so viel wie möglich an gemeindener Strukturen aufzubauen, als Alternative zu kliniken.

00:04:11: Zumal man immer dann das Argument behaupten konnte, die außer stationäre Versorgung ist deutlich günstiger finanziell und er kriegt damit auch noch Druck auf die Verkleinerung des stationären Sektors.

00:04:24: Und Kuhlenkampf war ja auch nach der Enquete also durchaus nicht zufrieden damit, dass das nicht gelungen ist.

00:04:31: in der Enquete, das psychiatrische Krankenhaus stärker in Frage zu stellen.

00:04:36: Sondern als klinisches Behandlungszentrum oder so psychiatrisches Behandlungszentrum ist das ja von der konservativen Seite in der Hart der Enquete da sehr stark.

00:04:50: verteidigt worden.

00:04:51: Und wie man gesagt hat, und viele andere auch.

00:04:55: Wenn wir es geschafft hätten, da mehr Abteilungen zu schaffen, mehr Ambulatorien zu schaffen und so weiter, die das ganze psychiatrische, das gemeinsame psychiatrische Netz besser aufzubauen, dann sehen die psychiatrie heute anders aus.

00:05:08: Und das ist leider eben nicht in dem Maße gelogen, wie uns das vorgeschwebt hat.

00:05:13: Sondern da war das Beharrungsvermögen des stationären Sektors zu stark.

00:05:19: Und wenn ich das heute sehe, ist das nach wie vor so, und die denken nicht überhaupt psychiatriere Formen nach, sondern da geht es im Wesentlichen um Betriebswirtschaft und Geld.

00:05:31: Und da werden die Strukturen eher nicht in Frage gestellt.

00:05:34: Und ich finde es also schon sehr bedenklich, dass die letzten Reformvorschläge von den Krankenkassenkamen mit ihrem zehn-Punkte-Programm der Kassen, die gesagt haben, ihr müsst da ein besseres Netzwerk aufbauen.

00:05:50: Also, dass die Kostenträger schon sagen müssen, ihr müsst euch mal endlich stärker noch reformieren und nicht die Psychiatrie selber.

00:05:58: das Sachen finde ich, also ziemliches Armutzeug nicht

00:06:02: im Grunde.

00:06:05: Also die

00:06:07: Psychiatrie sagt das auch und versucht das durch stationsersetzende Maßnahmen und alle solche Schlagwochte.

00:06:15: hinzukriegen, aber das sind vielfach noch Modelle und keine wirklichen Strukturveränderungen, ob diese Modelle dann insgesamt irgendwann mal dazu führen.

00:06:26: dass man da von einer wirklich besseren Situation sprechen darf, das

00:06:30: muss man sehen.

00:06:31: Also ich habe ja auch die letzten Jahre meiner Tätigkeit in solchen Modellen gearbeitet, sprich integrierte Versorgung.

00:06:38: Und das ist ja ein Trauerspiel, sondern das Gleiche.

00:06:42: Das ist alles nachgewiesen, dass das effizienter und sogar auch günstiger war und besser für die Menschen war.

00:06:50: Und trotzdem wurde das abgeblasen.

00:06:51: So ein stationsequivalente Verhandlung gibt es jetzt.

00:06:54: Die haben aber auch die Kliniken für sich gepachtet, ganz viel.

00:06:58: Die machen das nicht gerne in Kooperation mit externen Trägern, was auch sehr schade ist.

00:07:03: Also ich stimme Ihnen dazu, dass das...

00:07:04: Der Weg in die Gemeinde wird nicht wirklich beschritten.

00:07:08: Ja, ja, ja.

00:07:09: Also ich meine, der Podcast heißt ja von Wasser in die Gemeinde nicht umsonst, weil... Ich kenne sozusagen den Weg die letzten forty-fünfzig Jahre und bin da auch an der Stelle noch immer sehr ungeduldig und auch unzufrieden.

00:07:23: Ich will aber nicht vom Thema abkommen, weil

00:07:24: ich

00:07:25: würde gerne nochmal so diese Zusammenkommen von Ihnen, von euch beiden.

00:07:34: auf dem Hintergrund dieser heftigen Auseinandersetzungen.

00:07:36: Ihr habt es ja noch nicht so ganz genau gesagt, aber es gab ja

00:07:41: neben,

00:07:42: ich habe es woanders gelesen und gehört, neben Bürobesetzungen dann bei Ihnen später eben, als Sie da dezent waren, bis hin zu anzeigen.

00:07:52: Klar,

00:07:52: ich weiß gar nicht wie viel.

00:07:54: Strafanzeigen ich hatte.

00:07:56: Das fing ja bei Heimen an.

00:07:57: Da war ja strafbar, damals nach dem Jugend beruhigend.

00:08:01: Das war aber Wechselzeit.

00:08:03: Ja, aber wenn du einen FEH oder FE-Jugendlichen aufgenommen

00:08:09: hast,

00:08:10: dann war das Entziehung münderjähriger aus der öffentlichen Erziehung.

00:08:14: Und da stand bis zu einem Jahr Knast drauf.

00:08:17: Da hatte ich bestimmt zwischen fünf und zehn Verfahren.

00:08:21: Das war deshalb... Unmenschlich, weil wenn die abhauten, die hatten keinen Pass, die hatten nix.

00:08:28: Die waren gezwungen zu klauen oder offenstrich zu gehen.

00:08:32: Da wurde von den Heimen praktisch für die Oberschicht der Kölner Schwulen frisch freischwillig verzerr ich jetzt mal.

00:08:40: Mal sehr brutal.

00:08:42: Und das war aber so brutal.

00:08:47: Das war so brutal.

00:08:50: Der Landschaftserband ist ja keine echte demokratische Organisation.

00:08:56: Der hat ein Parlament, was ich immer als Schein-Parlament bezeichne, weil das sind ja Abgeordnete aus anderen Parlamenten.

00:09:04: Und deshalb fehlt zum Beispiel eine parlamentarische Debatte.

00:09:11: Und dann haben sie dieses Schein-Parlament, war zweimal, dreimal im Jahr.

00:09:15: irgendwo zusammentrifft.

00:09:16: Die

00:09:17: Landschaftsversammlung, ja, aber die Landschaftsausschuss alle vier Wochen und die anderen alle sechs Wochen.

00:09:23: Ja, Ausschuss, das ist das,

00:09:25: das ist

00:09:28: das Machtinstrumente.

00:09:30: Ja, da

00:09:31: werden die eigentliche Entscheidungen getroffen, nicht in der Landschaftsversammlung.

00:09:35: Nein, du

00:09:36: hast mich jetzt nicht verstanden.

00:09:37: Wenn das ein Thema In den Gemeinden gewesen wäre, dann hätte man im Wahlkampf um verschiedene Wege der Reform gestrehen, öffentlich.

00:09:49: von den Wählern.

00:09:50: Das gibt es aber nicht, weil das nicht direkt gewählt ist.

00:09:53: Aber das war ja, das ist ja die grundsätzliche, diese Debatte gab es ja auch über einige Jahre, ob denn die Psychiatrie wieder zurück

00:10:01: in

00:10:01: die Kommunen soll und der Landtagsverband diese Aufgabe entzogen wird.

00:10:06: Das ist ja auch eine politische Debatte.

00:10:08: Ich will die Anji

00:10:10: Wolken ja leider nicht.

00:10:12: Ich hätte das prima gefunden, weil ich denke mal, dass die Einbettung in die gemeintlichen Strukturen dann besser funktioniert hätte, als wenn das alles Eigenbetriebe eines Landschafts, sondern das in Köln wäre.

00:10:25: Aber das wollten die Kommunen nicht, weil die haben gesagt, wie, und zwar aus dem Weg der Forschung.

00:10:32: Die haben bei der Funktionalreform mir gesagt, Das Land will dann wir das übernehmen, aber wir sind da nicht bekloppt.

00:10:39: Wir haben unsere städtischen Krankenhäuser, Gott sei Dank, alle privatisiert an seiner und was weiß ich mir alles.

00:10:46: Und jetzt sollen wir die übernehmen und dann auch den Forenzen machen wir

00:10:49: nicht.

00:10:53: Erzählen Sie doch mal ein bisschen.

00:10:55: den Hörerinnen und Hörer, die vielleicht nicht so in dieser ganzen Zeit geschehen drin waren.

00:11:01: Wie war das denn, wenn also zu den Hochzeiten der SSK bei Ihnen im Büro oder im

00:11:08: Gehäuse war?

00:11:11: Die Vermunter, wenn der so kommt, bekommt er von der Dienstreise wieder im Büro zurück, da sitzen dann dreißigvierzig Leute auf dem Boden.

00:11:22: Das ist natürlich ... Das macht eine freude Überraschung.

00:11:27: Aber es ist ein großes

00:11:28: Büro gewesen.

00:11:34: Ja, das war

00:11:35: nicht ganz klein.

00:11:36: Und dann haben Sie natürlich Ihre Klagen erzählt und dann gab es heftige Debatten z.B.

00:11:44: über Psychopharmaker und weiß ich alles.

00:11:48: Und dann war es wieder gut, normalerweise.

00:11:58: Die Atmosphäre war für mich nicht besonders bedrohlich, da sind da immer zwei, drei vom SSK gewesen und der Rest waren ja doch Ex-Patienten oder was weiß ich, da waren einfach Menschen, wo man eben auch sagen konnte, Die können einem leidtun und man hört sich da der Klagen natürlich an und versucht da vernünftig drauf einzugehen oder damit umzugehen.

00:12:29: oder ich weiß noch der Karl-Heinz Bauer, der war da flogen aus langen Feld.

00:12:34: dann habe ich gesagt, komm, ja, ich fang.

00:12:36: Der

00:12:37: Karl-Heinz Bauer aus von fünf?

00:12:39: Nee, der war später vielleicht mal in den Düren.

00:12:43: Also, was langentfällt?

00:12:44: Nein, wir haben einen Karl-Heinz-Bau.

00:12:47: Der war vorhin sicher in Langenfeld, ist da abgehauen, dann habe ich gesagt, ich fahre dich wieder in der Langenfeld und ich war darüber und so.

00:12:54: Ja,

00:12:55: die hatten so eine kleine Abteilung an Langenfeld.

00:12:57: Ja, ja, ja, ja.

00:12:58: Nein, also, ich weiß einmal, dann habe ich nach zwei Stunden, ich habe dann schon mehr erzählt, das hast du mir ziemlich übel genommen, weil es kam dann so etwas flapsig rüber.

00:13:11: dann gebe ich auch zu.

00:13:12: Aber das war so eine Szene, dann habe ich in der zwei Stunden gesagt, ich muss was arbeiten.

00:13:18: Ihr müsst mich jetzt mal langsam wieder alleine lassen.

00:13:22: Dann haben die gesagt, nee, also heute bleiben wir hier.

00:13:26: Weil wir haben heute Morgen in der Morgenbesprechung, da hatten die ja wohl so ein Arzttagesbefehl.

00:13:33: Ja, das habe ich dürfen.

00:13:38: Heute wird der Büro von Kukla besetzt.

00:13:40: Wir haben gesagt, wir können nicht gehen.

00:13:45: Dann haben wir gesagt, das macht keinen Scheiß.

00:13:47: Ich muss wirklich hier was tun.

00:13:54: Da haben wir gesagt, jetzt zeige ich doch mal auf, wer keinen Ausweis mit hat.

00:14:00: Ja.

00:14:01: Wir müssten gleich die Polizei holen, das hilft ja nichts.

00:14:04: Und wenn die dann kommen sind, die haben keinen Ausweißer zu übeln, dann ist besser ihr Haut schon mal ab.

00:14:08: Die Arreste kann ja den Ausweißer hier bleiben, da machen die die Personen den Dingsbums aufnehmen und so.

00:14:15: Und so war das dann.

00:14:17: Wir hatten doch schon sozusagen eine Massenzelle im Waldmarkt als Hausbesetzer reserviert, wo wir zu dreißig Leuten da

00:14:25: uns

00:14:25: schönes Lieder gesungen haben, das einmal sind wir nicht.

00:14:29: mit Binderfarbe hin haben gesagt, wir renovieren das mal, weil das so runtergekommen ist.

00:14:35: Also da hatten wir ja nicht so viel Angst, festgenommen zu werden.

00:14:41: Ja, aber das war einfach eine halt praktische Überlegung.

00:14:44: Das haben wir auch gesagt, ja gut, machen wir auch.

00:14:46: Und dann sind dann in die Kanne aufmittelt.

00:14:49: Es

00:14:49: gab aber auch heftiger

00:14:50: was.

00:14:51: Es gab heftiger, ja sicher.

00:14:52: Und nicht bei mir im Büro, kann ich nicht sagen.

00:14:56: Nein, aber ich sag mal, jetzt klingt dann alles so flapsig, wenn man jetzt so hier so aus Hüfte erzählt.

00:15:05: Für mich war wirklich die Überlegung immer, der ist ja gar bemüht sich um diese Menschen und macht das ja auch offenbar ganz gut, sodass wir die sich nicht wohlfühlen.

00:15:16: Insofern sind das ja letztlich auch keine Feinde, sondern Verbündete in diesem ganzen Prozess, dass man da auch mit Hachtenbandagen und Miteinander umgeht.

00:15:26: Das kann sein, wobei... Nichts dafür kann, ehrlich gesagt, wenn dann irgendwie der Justizierhaft vom Landschaftsverband da irgendwas geschrieben hat.

00:15:36: Das habe ich nicht geschrieben.

00:15:38: Ich will mich dann nicht rausstehen, aber ich sage mal, umgekehrt war ich natürlich auch froh zu hören von der Staatsanwaltschaft, so nach dem Motto, wie viele... wie viele Strafanzeigen gegen mich wegen fahrlässiger Tötungen eingestellt worden sind.

00:15:53: Weil der ist gerade Zeit lang bei jedem Suizid in der Klinik da eben so eine Strafansache gestellt hat.

00:15:59: Man fühlt sich mich dann natürlich auch gerade wohl bei.

00:16:04: Ja,

00:16:05: gar wird da auch Federn, Missgriffe bei uns ganz logisch.

00:16:10: Ja, ich sag mal, aber ich sag mal, es war, vielleicht ist der Rückblick zu... zu beschönigend, aber so richtig schlimm.

00:16:23: Ich habe dem Kuhenkampf mal einen offenen Brief geschrieben, den haben wir auch in einer Broschüre veröffentlicht.

00:16:28: Ich habe gesagt, das war eigentlich ein indirekt liebevoller Brief und habe gesagt, wir sind keine Psychatoren, wir haben auch keine... psychiatrische Alternative, aber wir stehen auf den Menschenrechten und ihr könnt die ein oder andere Alternative machen, aber an die Menschenrechte müssen sich alle halten.

00:16:50: Und unsere einzige Heilmethode ist unsere Gemeinschaft.

00:16:54: und da bin ich immer noch fest von überzeugt und die war sehr labil, wenn wir gut zusammengearbeitet haben und der Student und der aus einem Behinderter aus dem Heim, der noch mal richtig sprechen kann.

00:17:08: Und die Oma und der Streich-Junge und alle zusammen waren, hatte das als Gemeinschaft eine unheimliche Kraft.

00:17:18: Da konnte man auch schreiben, Freiheit halt oder Gemeinschaft halt.

00:17:22: Das war unsere Medikation.

00:17:25: Vor ein paar Wochen stand hier plötzlich eine Frau.

00:17:27: Die haben wir als Mädchen aus dem Reichensberger Haus befreit.

00:17:31: Die sagt, aus Wuppertal.

00:17:35: Die zwei Jahre in dem dreckigen SSK waren die schönsten Jahre meines Lebens.

00:17:40: Bin ich platt, bin ich ehrlich platt, die als später Altenpflegerin alles irgendwie ihr Leben noch in den Griff gekriegt.

00:17:52: Und der Kuhlenkampf, ich habe den auch nicht gut behandelt.

00:17:56: Wenn der sagt, ob wir mal reden können, habe ich gesagt klar, jeden Morgen neun Uhr am Saharjahre.

00:18:03: Da hätte der überhaupt keine Chance gehabt.

00:18:06: Da saßen fünf, sechs mit ihrem ganzen Ehemnt aus den Anstalten.

00:18:10: Die hätten den einfach nur wieder niedergemacht.

00:18:13: Das wusste ich ja.

00:18:14: Deshalb war das eigentlich blöde, weil ich wusste, dass das Quatsch ist.

00:18:20: Da kann der gar nicht in unsere Versammlung kommen.

00:18:24: Aber hier habe ich schon mal erzählt, andererseits war das in unserer Demokratie nicht möglich, dass sich da einzelne hinter den Kulissen der anderen hinsetzen.

00:18:35: Ja, das war so ein bisschen tragisch.

00:18:37: Ja, da wollte ich gerade auch noch mal noch zu sprechen kommen.

00:18:40: Diese Tragik finde ich ja, wenn Sie jetzt auch sagen oder du jetzt das so, ja irgendwo waren wir ja bei demselben Thema dran, natürlich an anderen Stellen und vielleicht mit einem anderen Mit einem anderen Blick, sag ich jetzt mal, aber es waren ja eigentlich die die fortschrittlichsten Kräfte, was diese Reform, Psychiatrie, Bewegung überhaupt anging, die da... gegeneinander oder aufeinander gepaltet sind.

00:19:07: Das finde ich so tragisch auch rückblickend.

00:19:10: Ich kenne diese Situation auch selber, wo wir ja auch innerhalb der Düren der Klinik KÖSTER war ja auch einer dieser Reformleute, aber innerhalb der Einrichtungen, innerhalb der Klinik gab es ja dann nochmal eine Bewegung, wo dann genau die Leute aneinander gerieten, die aber im Grunde genommen ja die Chance hatten, große Veränderungen herbeizführen.

00:19:34: Das war damals unvermeidbar, hatte ich den Eindruck, aber es war auch ein Fehler.

00:19:40: Ich meine, stellt man sich mal vor, SSK und die fortschrittlichen Kräfte jetzt damals im Landschaftsverband, die hätten irgendwie ein Konzept gefunden.

00:19:51: Was sie dann gerne Änderungen machen wollen.

00:19:56: Das wäre ja eine unheimliche politische Kraft gewesen.

00:19:59: Es ist

00:20:00: natürlich eine Vision, weil ich auch, es geht auch nicht anders, dass da auch durch diesen Widerstand ja auch wieder was entwickelt sich, aber da ist ja auch viel, viel

00:20:10: mehr verschüttert worden,

00:20:12: glaube ich an manchen Stellen.

00:20:14: Also

00:20:15: eben weil

00:20:15: so Harte Auseinandersetzung war oder sehe ich das so einseitig?

00:20:19: Ich weiß nicht.

00:20:21: Für mich war entscheidend, dass es über die Psychiatrie- Enquete einen fachlichen Konsens gab, wie Psychiatrie in Deutschland sich verändern sollte.

00:20:32: Zumindest

00:20:33: im Groben.

00:20:34: Dann gab es die Modellprogramme und dann gab es eben die Expertenkommission mit ihren Vorschlägen von ... ... und das hat viel bewirkt.

00:20:46: Das, worüber wir reden, war eigentlich eine reinische Spezialität.

00:20:50: der Auseinandersetzung, weil die so früh kamen.

00:20:56: Und dann sind da Veränderungen gegangen gekommen, in dem ganzen Reformprozess sehr früh kamen.

00:21:04: Da hatten wir schon hinter der Sechzehnpsychiatrische Abteilung an allgemeinen Krankenhäusern hier im Rheinland.

00:21:10: Da fragten andere Bundesländer uns in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger auf Psychiatrischer Krankenhäuser, sag mal, mein Klinikschiff, der will eine Tagesklinik machen oder eine Abteilung.

00:21:21: Was ist das denn überhaupt?

00:21:23: So war die Situation.

00:21:27: Deswegen meine ich, die anderen Bundesländer kamen fast alle später auf die Westfalen.

00:21:35: in diesen Auseinandersetzungsprozess rein.

00:21:38: Und dann war der nicht mehr so hart, weil der Konsens war vorher schon formuliert.

00:21:43: Dann haben die Länder, haben ja dann Psychiatriepläne geschrieben, nach der Psychiatrie und während der Psychiatrie, die also alle diese Ideen ja schon aufgegriffen haben.

00:21:54: Insofern war dann ein völlig anderes Diskussionsklima.

00:21:57: Als in der Aufbruchzeit, wo man noch sagen musste, Mensch, guck doch mal auf der Station X die Verhältnisse an.

00:22:06: Wenn ich so überlege, wie wir sind, ich bin im Rahmen des Sofortprogramms, das war das als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als

00:22:26: als als als als als als als als als als

00:22:27: als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als als.

00:22:29: Das war ja so ein Grauen damals noch, so wie ich das noch von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von der Jahre, von.

00:22:54: Aber das Entscheidende ist natürlich, dass der Umgang mit Züchigkranken, vom Personal, zum Teil immer noch so war wie früher.

00:23:05: Warum?

00:23:07: Ja, weil man kann niemand, der sein Leben lang da als Werchter gearbeitet hat, in der custodialen Psychiatrie jetzt plötzlich zum Therapeuten ansetzen und sagen, jetzt mach doch mal, das kann der gar

00:23:22: nicht.

00:23:23: Genauso wie viele auch, die völlig hilflos waren, wenn die mal aus dem Schoenraum der Klinik rauskamen und sollten zu Hause in Patienten besuchen.

00:23:32: Und ohne die Sicherung sozusagen der Klinik im Rökel mal ambulant zu dem nach Hause gehen, dann trauen sich auf viele gar nicht.

00:23:41: Heute noch nicht.

00:23:43: Heute

00:23:44: noch nicht.

00:23:44: Nicht dem auszusetzen und so.

00:23:46: Also das ist ja alles nicht so einfach.

00:23:48: Insofern sage ich ja immer, Psychiatrie ist auch eine Einstellungssache und das dauert.

00:23:53: Aber ich mache es noch einmal und dann kann man dieses

00:23:56: Kapitel

00:23:57: noch mal relativieren.

00:23:58: Aber ich habe das rückblickend und damals noch viel mehr immer so verstanden.

00:24:06: Der SSK will die Psychiatrie

00:24:10: abschaffen.

00:24:11: Schluss, Ende, aus.

00:24:13: Da, Herr

00:24:14: Kuckler,

00:24:15: da sehen Sie dann für, da gab es die Reformerinnen, oder überwiegend Reformer, innerhalb des LVRs als größter Arbeitgeber, aber auch die meisten kliniken, psychiatrischen kliniken unterhält, war da auf diesem Reformer

00:24:31: Kurs.

00:24:33: Ist das so?

00:24:34: Wenn man so eine fundamentale Kritik hätte, psychiatrie weg, dann kommt man ja nie... Zum Ende sagt, okay, jetzt ist halbwegs gut diese Situation.

00:24:45: Wir mussten ja lernen, das auch unter uns.

00:24:48: Du musst dir vorstellen, wir hatten Leute, die waren hoch dosiert, abgehauen,

00:24:55: lange.

00:24:57: Und dann kriegten die die Entzugserscheinung.

00:24:59: Entschuldigung,

00:24:59: ich unterbreche.

00:25:01: Es ging ja darum, ob diese Position überhaupt vereinbar waren, wie in einem Zeitpunkt.

00:25:07: Ein kleiner

00:25:07: Teil von Leuten.

00:25:09: Da war klar, wenn die durchdrehen oder lagen zu fünf Mann drauf, das kannst du nicht die ganze Nacht.

00:25:16: Dann muss der sediert werden oder du musst festbinden oder irgendwas machen.

00:25:23: Das ist aber ein... Sagen wir mal, zehn Prozent der Fälle und neunzig Prozent.

00:25:29: Da sind ganz andere Verhältnisse, das wollte ich mir prämieren.

00:25:32: Ja,

00:25:33: aber ich glaube nicht, dass man dem SSK unterstellen kann, dass er geglaubt hat, wenn man die psychiatrischen Institutionen abschafft, dann auch die psychischen Erkrankungen verschwinden.

00:25:43: So die Psychiatrien, wir wollten...

00:25:45: So einfach, denke ich war, habt ihr das ja nicht gesehen.

00:25:53: Wir

00:25:54: haben die Zustände kritisiert, aber sie haben ja kein Gegenkonzept jetzt formuliert, wie denn Psychiatrie besser gemacht werden soll.

00:26:02: Sondern ihr habt das gelebt in der Gemeinschaft.

00:26:05: Ja, aber das ist ja nicht direkt übertragbar jetzt auf die Bundespräsidenten als Konzept.

00:26:12: Was sagen die immer?

00:26:13: Das kann ich gar nicht verstehen.

00:26:15: Sie sagen immer, das konnte ihr im Kleinen machen, aber geht nicht im Großen.

00:26:18: Warum?

00:26:20: Also, ich bin ja Bauer.

00:26:23: Das ist so wie Bio-Bauern und Landwirtschaft.

00:26:27: Du könntest per Decret die ganze deutsche Landwirtschaft in Bio-Bauern umwandeln.

00:26:32: Never.

00:26:34: Ja, ich bin ja auch kein Bio-Bauer, ich bin ja ein revolutionärer

00:26:39: Subsistenz-Bauer.

00:26:40: Das ist

00:26:44: ja was anderes.

00:26:47: Es gab aber der revolutionäre

00:26:49: Subsistenz-Bauer der Psychiatrie-Reform.

00:26:51: Jetzt sage ich dir noch was.

00:26:54: Unser Heilmähtel war die Gemeinschaft.

00:26:58: Als Bauer habe ich gelernt, natürlich das Monokulturen, ganz schwache Pflanzen hervorbringen und die müssen dann chemisch gestärkt oder von Konkurrenzpflanzen mit Giften fern gehalten werden.

00:27:16: Irrerweise ist das mit Menschen genauso.

00:27:20: In den jungen Heim und den alten Heim, das sind alles Monokulturen.

00:27:24: Und als wir aus dem Heim-Essestgasort jetzt mal, als die Älteren kamen, und dann saß da die Oma, die konnte nichts mit unserem Lkw und unserem Verdienst beitragen, aber die saß da und schälte Erpeln.

00:27:41: Und abends hat der Strichjunge sich bei der Ausgeholt.

00:27:46: Das ist unbezahlbar und wenn diese Gemeinschaft funktionierte, dann heilte die.

00:28:03: Das war aber so, das haben wir erlebt.

00:28:05: Sonst hätten wir niemals

00:28:07: diese

00:28:07: Kraft entwickeln

00:28:09: können.

00:28:09: Ich habe da überhaupt keinen Zweifel, das sehe ich auch so.

00:28:11: Und ich stimme dem zu.

00:28:12: Diese Idee Gemeinschaft hilft, die war ja eben auch in der Psychiatrie der Fall.

00:28:19: Zumindest für die, die da...

00:28:21: ...deutliche

00:28:24: Sachen.

00:28:26: Irgendwann war dieser Kampf miteinander dann nicht mehr so... So intensiv oder wie war das?

00:28:34: Also der SSK hat ja auch irgendwann, das ist ja viel später gewesen, jetzt nicht mehr so speziell die Psychiatrie da im Visier gehabt, aber haben sie das noch erlebt?

00:28:44: Habt ihr das noch erlebt miteinander, wo das dann eben abnahm?

00:28:48: SSK hat sich da eher um, hat einen Akzent verschoben in Richtung der Sanierungsvertränken und so was.

00:28:55: Das lief ja gleichzeitig.

00:28:56: Die Stadt Sanierung, das war ja ein Wirtschaftsprogramm.

00:29:04: Die hatten gesagt, Ende der Sechzehnte wiederaufbaut es vorbei.

00:29:08: Jetzt geht die Bauindustrie in die Knie.

00:29:10: Arbeitslosigkeit.

00:29:11: Dann haben sie dieses Konjunkturprogramm gemacht.

00:29:14: Städtebauförderungsgesetz empfingen, ja, an ganzes Stadtviertel abzureißen, neu zu bauen und so.

00:29:20: Und da haben die Leute ja wahnsinnig gelitten, die zwangsweise aus ihren Häuschen und Wohnungen kamen.

00:29:29: Wie soll ich mal sagen?

00:29:30: Die haben ja, waren ja Zulieferer für die Psychiatrie, sag ich jetzt.

00:29:35: Und da gibt es ja dieses Beispiel aufs Poolheim, wo die alte Frau dachte, jetzt kommt die Gemeinde mich holen.

00:29:42: Die hatte selbst Mordgedanken bei den Nachbarn geäußert.

00:29:46: Und die hatten Angst, die tut sich was an, ruft der Hausarzt, war ein Urlaub, ruft unsere Gesundheitsamt an, der fährt dahin, macht einfach seinen Job, sagt hier Gemeinde Poolheim, da hat die gedacht.

00:29:59: Jetzt ist er zu weit, jetzt holen sie mich.

00:30:01: Er hat sich verbarrikadiert, er holt die Polizei, die brechen die Tür auf, schießen ihren Ohntod, bringen sie in die Psychiatrie.

00:30:09: Und wenn die Ärztin, die da Dienst hatte, eine junge Ärztin, nicht... Auf den Satz, die Gemeinde will mir mein Haus stehlen, hat die geschrieben.

00:30:19: Dann hat die irgendwann gesagt, hören Sie mal, Gemeinden stehlen doch keine Häuser.

00:30:23: Was meinen Sie denn?

00:30:24: Hat die gesagt, ja, den Nachbarn auch.

00:30:26: Dann hat die die Nachbarn angerufen.

00:30:28: Dann hat die gesagt, ja, die ist im Planen, muss die aus ihrem Auto.

00:30:32: Und dann hat die gesagt, dann ist die Frau nicht verrückt, sondern die Gemeinde hat die beruhigt.

00:30:37: Aber jetzt nur noch ein Satz, wenn die das nicht gemacht hätte.

00:30:42: Dann hätte die den Hammer gekriegt und dann hätte vielleicht nie mehr rausgekriegt, wenn man rausgekriegt, was da mit ihr los ist.

00:30:54: Oder hältst du das für unmöglich?

00:30:56: Nein, nein.

00:30:56: Dann werde ich hinter den

00:30:57: Mauern

00:30:58: irgendwann weggedämmert.

00:31:00: Aber mich interessiert ja nochmal Sie beide.

00:31:02: Ihr beide hattet ja dann nicht mehr, was dem psychiatrischen Zusammenhang angeht.

00:31:09: miteinander zu tun.

00:31:11: Und irgendwann hat man sich das in Augen verloren.

00:31:16: Diese Bürobesetzungen, die haben nachgelassen, irgendwann, ich weiß gar nicht mehr, warum und wann, aber irgendwann war das so.

00:31:23: Dann haben wir uns mal getroffen, da kamst du wegen einer kinder- und jugendlichen Patientin.

00:31:32: Ja, hier aus Gummersbach.

00:31:34: Und dann haben wir da bei mir im Büro gesessen, da war der Herrmann Beckelburg noch dabei.

00:31:39: Wer?

00:31:39: Der Herrmann Mecklenburg.

00:31:41: Der war damals noch bei mir.

00:31:44: Und da hast du erzählt, also von dieser Kinder- und Jugendlichen, und dann haben wir da gesessen und wurden immer dunkler.

00:31:52: Und dann hast du erzählt, wie du Sonntags mit deinem Sohn zum Fußball spielen gehst.

00:31:57: Und da war das ein ganz entspanntes, so persönliches Gespräch.

00:32:01: Da war plötzlich so eine Ebene dann da.

00:32:03: Das muss Ende der Neunziger, Anfang der Zwanziger.

00:32:09: oder um die Jahrtausende gewesen sein.

00:32:12: Und danach haben wir immer mal bei Gelegenheit telefoniert, wenn uns die Lage der Welt zu serven, Keks Keks.

00:32:20: Und

00:32:20: dann bist du mit dem Fuchs hier aufgetan.

00:32:22: Und

00:32:22: dann war ich mit dem Fuchs hier, mit dem früheren Landstrektor, der war ja vorher hier Oberkreisdirektor.

00:32:29: Und

00:32:30: aus der Zeit hattet ihr ja auch so eine Auseinandersetzung wegen...

00:32:33: Oh, der hat mich...

00:32:34: Nicht nur eine, und dann irgendwann haben wir gesagt, wir müssen eigentlich mal mit Lothar Goethe besuchen.

00:32:38: Dann sind der Fuchs und ich, wir haben hier am Tisch gesessen, haben zusammen mit Lothar...

00:32:44: Ja, der hatte mich angesprochen.

00:32:46: Ja,

00:32:46: ich weiß.

00:32:48: Also, darüber kam das dann, und dann hat sich das so ergeben.

00:32:53: Ja.

00:32:54: Weil da ist ja also auch, sag mal, so ein Stück Respekt.

00:32:58: vor der Leistung hier als Substizenzbauer und als SSGAR-Mensch und so weiter ist ja durchaus da, ist ja nicht so, dass man das verdammt würde im Gegenteil.

00:33:13: Naja, ich, also so aus der Distanz betrachtet, habe ich schon so, dann dachte ich schon so, naja.

00:33:23: Welche Beweggründe gibt es denn sich dann, ich sage jetzt mal im Alter, in unserem Alter, sich dann anzunähern?

00:33:33: mehr mit dem Respekt wieder miteinander in Kontakt bleibt.

00:33:37: Also ich finde das sehr bemerkenswert und ich finde das ist ziemlich ungewöhnlich.

00:33:40: Also das ist meiner distanzierten Sicht, auch wenn sich das jetzt hier so anhört, als ob es sich so entwickelt hat und so prüa prüa, aber ich finde, man kann ja auch komplett auf Distanz gehen und sagen, wenn ich raus bin aus dem Betrieb, also LVR oder so, dann bleibt man bloß vom Hals mit diesen...

00:33:59: Ja, aber es gibt ja Menschen, die einen interessieren.

00:34:04: Das

00:34:05: ist ja unabhängig von der Wirtschaftsverwandlung.

00:34:09: Deswegen habe ich immer sehr verfolgt, was er hier mit seinem Hof macht.

00:34:14: Und

00:34:14: jetzt ist er.

00:34:17: Oh, stört.

00:34:18: Sieht

00:34:19: so

00:34:20: scheiße

00:34:21: aus.

00:34:21: Das habe ich jetzt schon

00:34:22: ein Teil gestapelt, aber es fängt wieder an zu regnen.

00:34:23: Jetzt habe ich die überhaupt nicht verstanden.

00:34:25: Hast du nicht?

00:34:26: Wir verstehen uns einfach nicht.

00:34:27: Das ist so.

00:34:28: Überhaupt nicht,

00:34:29: Lothar.

00:34:31: Aber ich habe ja so zwei Psychiater, die behandeln mich.

00:34:34: Ob du meist verloren hast.

00:34:36: Dann geht es mir besser.

00:34:38: Doch, ich bin ein harter Fall, oder?

00:34:40: Ja, da war ich noch hoffnungslos.

00:34:42: Aber das weiß nur selber schon.

00:34:44: Nein, um das Holz.

00:34:45: Ich habe jetzt wieder eine zweite

00:34:47: Reihe angefangen.

00:34:48: Aber dann fängt es wieder an zu

00:34:49: regnen.

00:34:50: Genau so wie gestern.

00:34:51: Mit welcher... auch mit dem... Mit dem Holz.

00:34:54: Mit unserem Gebüschkompost.

00:34:55: Was?

00:34:56: Nein, mit dem Holz.

00:34:58: Ach so, mit dem Brennholz.

00:35:00: Ja, ja.

00:35:00: Ah, super, super.

00:35:02: Also, die zweite Reihe habe ich jetzt angefangen, aber... Fieselt wieder?

00:35:06: Ja, er hat fängt an zu pissen.

00:35:07: Ja, muss ich auch noch mal den Zeug zeigen.

00:35:10: Du,

00:35:11: da wird dich bescheid

00:35:13: weiter.

00:35:13: Ich hoffe, dass

00:35:14: ich morgen, wenn der Wetter mitspielt, fertig bin.

00:35:17: Dann machen

00:35:18: wir hier

00:35:18: unten.

00:35:18: Dann müssen

00:35:19: wir nur gucken, ob er frech ist.

00:35:19: Ja, weil er läuft ja nicht weg.

00:35:21: Der Mann wird heute auch kommen.

00:35:23: Ja, aber

00:35:24: er muss ja nicht unbedingt nasser

00:35:25: werden, wie sonst, ne?

00:35:26: Okay.

00:35:27: Weißt du Bescheid?

00:35:28: Achso, ja.

00:35:33: Gibt's dir deine Mama?

00:35:34: Gebt mich meiner Mama.

00:35:36: Ein bisschen Geld drin, aber das ... Also alles gut.

00:35:39: Okay.

00:35:40: Tief durchatmen,

00:35:41: ne?

00:35:41: Und lass dich hier nicht bekratschen, ne?

00:35:43: Naja, die behandeln

00:35:44: mich ja.

00:35:45: Morgen bin ich ein anderer.

00:35:46: Ich bin dann nicht mehr so eine Arschloch, wie ich immer war.

00:35:49: Also kein schicke

00:35:50: Wader

00:35:50: mehr.

00:35:51: Oder habt ihr keine Hoffnung?

00:35:52: Nee, ich hab da keine Hoffnung.

00:35:54: Doch, nee, das ist scheiß Schade.

00:35:56: Nee, nee, dann halt ... Ja, gut.

00:35:59: Okay.

00:35:59: Ja, okay.

00:36:05: Und diese ganze Umweltzerstörung, die da enthalten abgeht, die macht natürlich große Sorgen.

00:36:14: Ich sehe aber keine Lösung.

00:36:16: Ich sehe auch nicht das Politik jetzt.

00:36:18: Egal ob Ampel oder nicht Ampel.

00:36:20: Ich sehe nicht das Politik da irgendwie ein

00:36:23: Konzept

00:36:24: an, das wirklich durchgreifend wäre.

00:36:27: Warum?

00:36:27: Weil alles das wäre natürlich unpopulär.

00:36:31: Ich habe so ein bisschen die Zeit im Blick.

00:36:33: Ja,

00:36:34: du

00:36:34: hast noch Fragen?

00:36:36: Nee, ich habe noch Fragen.

00:36:39: Ich habe immer noch eine Frage.

00:36:42: Aber ich würde gerne

00:36:43: noch mal fragen.

00:36:45: In diesem Podcast kommt ja auch immer Musik.

00:36:48: Also nicht immer ein siebziger Jahr Musik, sondern auch alles andere.

00:36:51: Das hört

00:36:52: sich den Vorschlag für nicht.

00:36:54: Wir haben ja hier schon mal geboren, da war ja deine Favoriten kenn ich ja noch.

00:36:59: Aber wie ist das bei Ihnen?

00:37:00: Gibt es

00:37:01: Musik?

00:37:03: Bestimmte Vorlieben?

00:37:05: Gibt es

00:37:06: was, was über die Jahrzehnte immer gehört

00:37:09: haben

00:37:09: oder nicht mehr?

00:37:12: Das hat ja immer so gewechselt alle zehn Jahre.

00:37:15: Nein, das ist nicht wahr.

00:37:16: Also eine Konstante dabei ist Jazz.

00:37:19: Jazz.

00:37:20: Jazz und was ich sehr liebe ist Chat Baker und Oscar Peterson.

00:37:28: Da gibt es also wunderschöne Stücke und Ich habe mit siebzig selber angefangen, Trumpeter zu spielen und weiß, wie schwer das ist.

00:37:37: Ach jetzt mit siebzig?

00:37:38: Ja, ja.

00:37:38: Ich habe

00:37:38: auch noch

00:37:40: Trumpeter zu bespielen.

00:37:41: Und insofern bewundere ich natürlich so, Jess, Trumpeter wie Chad Baker oder Miles Davis sehr, ist ja keine Frage.

00:37:49: Also das ist Musik, die ich sehr gerne

00:37:51: höre.

00:37:53: Ja gut, also dann machen wir hier einmal einen Punkt für unser Gespräch hier.

00:38:00: Ich möchte mich da wirklich sehr viel bedanken.

00:38:03: Letztes Mal habe ich gesagt, Quatsch, du brauchst nicht zu bedanken.

00:38:05: Aber ich finde das auch in ihre Richtung, also nicht so ganz selbstverständlich, dass man da auch so offen und überredet.

00:38:13: Ich meine, das ist jetzt kein großer Radiosender hier, aber es gibt natürlich Leute, die zuhören, die mit großen Ohren zuhören werden, da bin ich ziemlich sicher.

00:38:22: Und deshalb möchte ich mich nochmal herzlich bedanken für dieses

00:38:25: Gespräch.

00:38:27: Kann man.

00:38:28: Also, dass wir beide an einem Tisch sitzen können, das hat für mich... Ich bin depressiver, als ich je in meinem Leben gewesen bin, weil ich das Gefühl habe, seit dreißig Jahren reine ich gegen die Klimakatastrophe und jetzt wird sie ignoriert und einfach weitergemacht.

00:38:48: Aber auf der anderen Seite, ich hatte ja Lungenentzündung im Januar, dann war ich fast tops.

00:38:54: Und dann auf einmal... Die haben gekocht, die haben alles, den ganzen Hof, alles gemacht ohne Aufforderungen.

00:39:03: Einer der Bauern, der mich vor zwanzig Jahren geholfen hat, Brennholz gebracht und so.

00:39:09: Und da habe ich gedacht, wie viel Gutes es in den Menschen ist, was so furchtbar verschüttet ist.

00:39:19: Und diese allgemeine Lethargie und die depressive Stimmung, die immer mehr steigt.

00:39:24: Die müsste gar nicht sein.

00:39:27: Die Gemeinschaft müsste sein.

00:39:28: Und dann kommst du mit wenig materiellen aus.

00:39:32: Ich sag, die Bedrohungen sind so gewaltig, dass sie für den Einzelnen sind sehr ängstigend.

00:39:37: Ja,

00:39:37: ja.

00:39:38: Wenn die da pausen los war von Trump und Putin und da weiß ich, wer mehr ist.

00:39:43: Aber wenn wir beide uns verstehen können, nach den langen Schlachten und die ja, wie soll ich mal sagen, die auch.

00:39:54: auf beiden Seiten mit unnötiger Härte geführt wurden.

00:39:58: Und Hass, teilweise Hass, das muss dir auch sehen.

00:40:02: Und das geht, dann ist das ja der

00:40:05: wenigen,

00:40:06: der wenigen Dinge, die wir in unserer Umwelt und unserer Welt haben, auf die man Hoffnung setzen kann.

00:40:14: Da haben wir doch furchtbar wenig, oder

00:40:16: nicht?

00:40:17: Ja, im kleinen Wuschaobarenbereich

00:40:24: kann man das.

00:40:30: Hi Klaus und alle, die uns zuhören.

00:40:32: Februar, die dunklen Tage werden langsam länger und heller.

00:40:36: Köln feiert Karneval, die Blumengeschäfte den Fallendienstag.

00:40:41: Damit habe ich nichts zu tun, bis auf einen Song, der erstaunlicherweise von der Werbung, soweit ich weiß, bisher noch nicht zu diesem Anlass verbraten worden ist.

00:40:50: Ich spreche von My Funny Valentine von Rogers & Hart aus The Musical Babes in Arms.

00:40:56: Heute ist der Song ein Jazz Standard, von dem es unzählige Einspielungen gibt.

00:41:01: Frank Sinatra, Miles Davis, Ella Fitzgerald und viele andere haben sich daran versucht.

00:41:07: Einer der besten Takes ist für mich der Track in Diversion von Chad Baker veröffentlicht.

00:41:14: Da hatte der junge Chad Baker schon ein paar Jahre mit dem großen Charlie Parker in einer Band

00:41:18: gespielt.

00:41:19: my

00:41:20: funny valentine sweet comic valentine

00:41:32: you make me smile

00:41:36: with my.

00:41:45: your looks are fable in photograph yet your good work of art is your figure less than

00:42:15: bridge.

00:42:17: Das war my funny Valentine vom Album Jet Baker Sings.

00:42:20: Die Single war damals ein Riesenhit.

00:42:23: Neben seiner musikalischen Begabung sah Jet Baker auch umwerfend gut aus, was seinen Erfolg sicherlich nicht behinderte.

00:42:30: Entsprechend gibt es aus dieser Zeit Porträts von Jet Baker, des Fotografen William Clexton, die auch heute noch sehr wirkungsvoll sind.

00:42:38: Jet Baker wurde zur Ikone des coolen West Coast Jazz, spielte mit Art Pepper, Russ Freeman und vielen anderen zusammen.

00:42:46: Bei den Sessions zum Album Playboys entstand der folgende Track, der erst in den Achtzigerjahren veröffentlicht wurde.

00:43:56: Das war The Great Lie.

00:43:58: Ähnlich wie Charlie Parker, Art Pepper und viele andere Kollegen hatte Chad Baker in den Fünfzigerjahren angefangen, Heroin zu konsumieren.

00:44:06: Eine Sucht von der er sich seit seines Lebens nicht befreien konnte und die ihm sehr schwer zu schaffen machte.

00:44:12: Er kam immer wieder ins Gefängnis, wurde unter anderem aus Deutschland ausgewiesen, war auch hier inhaftiert worden und erhielt vorübergehend sogar Einreiseverbot für Italien.

00:44:21: Doch gerade in Europa war Chet Baker sehr beliebt und konnte immer wieder hier Auftreten und Schallplatten einspielen.

00:44:28: Seine Sucht machte ihm schwer zu schaffen.

00:44:30: Entziehungskuren scheiterten immer wieder.

00:44:33: Die Suchtkrankheit ruinierte auch zusehends Chet Baker's Körper.

00:44:37: Nachdem ihm in den Sechzigerjahren alle Zähne gezogen werden mussten, ob als Folge einer Schlägerei oder wegen körperlichen Verfalls weiß man nicht genau, jedenfalls zog es sich danach drei Jahre aus der Öffentlichkeit zurück und erlernte, dass Trompeten spielen neu.

00:44:53: In den Siebzigerjahren ist Chad Baker in den USA fast vergessen.

00:44:57: Umso populärer ist er in Europa.

00:44:59: Trotz aller Probleme mit oder wegen Drogen gibt er Konzerte und spielt Alben ein.

00:45:05: Für viele, sein Bestes, Chad Baker in Tokio.

00:45:59: Das war Stella bei Starlight mit Chad Baker, Trumpet in Vocals und in beiden Niederländern Harald Danko, Piano, Heinwanderein, Acoustic Bass und im US-Amerikaner John Engels an den Drums.

00:46:12: In den folgenden Jahren entstehen viele Alben beziehungsweise Tracks mit europäischen Musikern.

00:46:17: Darunter ein Live-Album im Ronnie Scott in London mit Van Morrison und Elvis Costello.

00:46:23: Auf diesem Album findet sich eine Version von Send In The Clowns, die ich absolut umwerfen finde.

00:46:30: Für Elvis Costello spielte Jett Baker auf dem Album Punch The Clock und nahm den von Costello geschriebenen Song Almost Blue auf.

00:46:37: Dieser Song findet sich auch im Film Let's Get Lost von Bruce Weber, einer sehr sehenswerten Dokumentation über Jett Baker.

00:47:16: Daraufhin hinaus gibt es auch noch einen Spielfilm mit dem Titel Born To Be Blue mit Ethan Hawke als Jett Baker.

00:47:53: Bill Moody hat eine lesenswerten Romane über Chet Baker geschrieben mit dem Titel auf der Suche nach Chet Baker.

00:47:59: Empfehlen kann ich auch die in Buchform veröffentlichen Tagebuchaufzeichnungen Chet Bakers mit dem Titel As Though I Had Wings.

00:48:08: Chet Baker starb am threizeh in Mai, nineteenhundert achten achtzig in Amsterdam nach einem Sturz aus dem Fenster seines Hotels.

00:48:15: Heute befindet sich an diesem Haus eine Gedenktache für Chet Baker.

00:48:20: Zum Schluss ein wenig weg vom Bloß, fast jedenfalls.

00:48:24: Also hier für alle die es betrifft, you make me feel so young von Chad Baker.

00:48:29: Bis zum nächsten Mal.

00:48:31: Macht's

00:48:31: gut.

00:48:32: Peace.

00:48:32: Wir lieben

00:48:52: euch.

00:48:54: I

00:48:59: wanna go and bounce the moon Just

00:49:05: like a toy balloon.

00:49:08: You

00:49:09: and me are just like a

00:49:12: couple of dots

00:49:14: Running across the mud

00:49:16: all Ging up lots of forgetting

00:49:20: me.

00:49:20: knots.

00:49:21: You make me feel so

00:49:22: young.

00:49:24: You make me

00:49:25: feel very sung to be sung Bells to be rung And a wonderful fling to be flung.

00:49:32: And even

00:49:33: when I'm old and

00:49:38: today

00:49:40: cause you might feel so.