"Rette mich wer kann"

Shownotes

Bücher von Ulla Schmalz https://psychiatrie-verlag.de/authors/ulla-schmalz/ https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Ulla-Schmalz+Rette-mich-wer-kann/id/A02hfecS01ZZ9

Seminar Ulla Schmalz https://www.dgsp-ev.de/fortbildungen/kurzfortbildungen/fortbildungen/34-so-kann-man-doch-nicht-leben Kinderbetreuung im Kibuzz https://www.spiegel.de/kultur/niemals-allein-a-54f057d7-0002-0001-0000-000043334959

Ronald D. Laing https://biapsy.de/laing-ronald-david/

David Cooper https://de.wikipedia.org/wiki/DavidCooper(Mediziner)

Jan Foudraine https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Foudraine

Karl Peter Kisker https://biapsy.de/kisker-karl-peter/

STäB „Stationsäquivalente Behandlung“ https://psychiatrie-verlag.de/product/endres-r-was-ist-eigentlich-stationsaequivalente-behandlung-staeb-einzelartikel-aus-si-2-2026/ https://www.ecosia.org/search?q=gemeinsames%20eckpunktepapier%20st%C3%A4b

Psychiatrie Verlag Köln https://psychiatrie-verlag.de/

Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie https://www.dgsp-ev.de/allgemeines/geschaeftsstelle

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. https://www.dgppn.de/aktuelles/stellungnahmen-und-positionen.html

Santa Marlena und andere Kölner Kult-Kneipen https://www.ksta.de/koeln/wo-die-koelner-frueher-feiern-gingen-sote-201027

50 Jahre LVR Klinik Köln https://www.youtube.com/watch?v=enniN5q3-fg https://www.facebook.com/lvraktuell/posts/-heute-vor-49-jahren-am-27111974-wurde-die-rheinische-landesklinik-k%C3%B6ln-merheim-/742978751203920/

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00:00:00: Grafenberg, das war die Irrenanstalt.

00:00:03: Da haben wir sie dahin gebracht!

00:00:04: Und es hat mich so tief beeindruckt, dass ich gedacht habe, wow!

00:00:08: Da würde ich lieber arbeiten.

00:00:10: Weil die Schwester, die die aufgenommen hatte, die Patientin, die hatte nämlich ein ganz kurzes Kleid an, O-Ringe und war geschminkt.

00:00:19: Ich hingegen hatte Rotkreuzstracht mit einer Schürze und einem Häubchen.

00:00:23: Ich hab gedacht ne, da bin ich besser aufgehoben und hab dann gewechselt... Also das war eigentlich der Hintergrund für ... Das Buch rette mich wer kann.

00:00:38: Nämlich, ich hab gesagt es ist für mich so ein Füllwort.

00:00:41: Man muss eine tragfähige Beziehung aufbauen.

00:00:44: Ey was heißt denn das?

00:00:46: Was heißt das dann eigentlich?

00:00:47: Es hat noch nie einer untersucht wie viel Tassen Kaffee und wieviel Zigaretten muss man dazu rauchen um so'n Grundlage zu kriegen für ne traigliche Beziehungen.

00:00:57: Ich dachte darüber kann ich nochmal schreiben Das sind verdammt viele Zigaretten und viele Tassencafé.

00:01:02: Und das war dein erstes Buhlbauschen?

00:01:10: Ja, genau!

00:01:39: Heute ist Ula Schmalz zu Gast hier im Wasser.

00:01:45: Herzlich willkommen erst mal.

00:01:47: und wir haben eigentlich eine gemeinsame berufliche Geschichte, aber doch nicht so dass wir uns so oft oder gut kennengelernt haben obwohl du ja auch in Köln lange lange lange Jahre gearbeitet hast.

00:02:04: ich möchte heute ein bisschen versuchen mit dir Super spezielle Sachen nochmal, die dein berufliches Leben betreffen noch mal anzusprechen.

00:02:13: Aber ich würde auch gerne versuchen so ein bisschen hinter die Mauer zu gucken was denn sonst noch an Themen in deinen Beruf und überhaupt in deinem Leben vielleicht wichtig war.

00:02:24: Aber genau wie ich hast du eine Krankenpflegerausbildung gemacht da du einen etwas anderer Jahrgang bist als ich.

00:02:32: Machst du das früher?

00:02:35: Hast du ja schon früher damit begonnen.

00:02:39: Und damit möchte ich auch so einsteigen, also du hast damals auch in einem reinischen psychatischen Krankenhaus deine Ausbildung begonnen.

00:02:48: Ich selber war ja auch in so einer Provinzial-Heil- und Pflegeanstalter in Lüren und du hast in Grafenberg dein Haus begonnen.

00:02:57: Aber erstmal vorweg War das überhaupt dein erster Job?

00:03:00: Dann war diese Ausbildung mit wieviel Jahren bist du da reingegangen?

00:03:06: Ich war ein Opfer der Kurzschuljahre und habe eine jugendgefährdende Schrift gelesen, Susanne Baden.

00:03:14: Das würde ich heute verbieten dieses Buch aber das hat mich auch die Idee gebracht.

00:03:18: Ich möchte gerne mit Menschen arbeiten.

00:03:21: ehrlich gesagt Der Hintergrund war glaube ich die Susanne baden ist.

00:03:24: im laufe der bücher ist glaube ich drei oder vier fortsetzungs romane Ist je nach amerika gegangen.

00:03:31: dass hat mich glaube ich am meisten beeindruckt.

00:03:34: Aber so bin ich auf die Idee gekommen, Krankenschwester zu werden.

00:03:36: Und ich wollte weg aus Nordhorn.

00:03:38: Ich komme eigentlich aus Nordhorn.

00:03:40: Eine ganz kleine Stadt an der holländischen Grenze.

00:03:43: Wunderschön würde ich heute sagen, damals mit Sechzehn nicht so prickelnd und bin dann nach Düsseldorf gegangen.

00:03:51: Tatsächlich mit Sechszehn?

00:03:53: Mit siebzehn.

00:03:55: Ich habe meinen achtzehnten Geburtstag in Düsseldorf gefeiert.

00:03:57: Da war ich noch zu jung, da war ich in der Pflegevorschule und hab dann die Ausbildung in einer Uniklinie begonnen bei den Rotkreuzschwestern.

00:04:04: Und als sich im Zwischenexamen gemacht

00:04:07: etc.,

00:04:08: und dann war ich an der Neurologie und da mussten wir eine Patientin, die da völlig ausgetickt ist auf der Station nach Graffenberg begleiten.

00:04:17: Du wollte keine mehr so sagen, aber das war Graffenberg.

00:04:20: Das war die Irrenanstalt und da haben wir sie dahin gebracht.

00:04:24: Und es hat mich so tief beeindruckt dass ich gedacht habe, wow!

00:04:28: Da würde ich lieber arbeiten weil die Schwester, die aufgenommen hat.

00:04:32: Die Patientin hatte nämlich ein ganz kurzes Kleid an O-Ringe und war geschminkt.

00:04:39: Ich hingegen hatte Rotkreuzstracht mit einer Schürze und einem Häubchen.

00:04:43: Ich habe gedacht, ich glaube da bin ich besser aufgehoben und hab dann gewechselt wenn man da ja auch einen Psychiatrisches Examen machen konnte um das Staatsexamen zu machen.

00:04:55: Dann war es tatsächlich der Einstieg in die Psychiatrie.

00:05:00: Ja, genau und könnte sagen mit der Krankenschwester das war schon die falsche Berufswahl.

00:05:04: Ich würde das heute nicht mehr so machen ich kann nicht so gut Blut sehen.

00:05:10: Also insofern war das mit der Psychiatie schon der richtige Entschluss und das war prima Und ich bin natürlich gelandet.

00:05:16: Kannst dir vorstellen, siebziger Jahre.

00:05:18: Kuhlenkampf war damals Chef und ja wenn du so hattest so gefragt Antipsychiatrie.

00:05:24: Ja klar das war Das ploppte da auf.

00:05:27: das war der beginn der antipsychatrie.

00:05:30: kukler war damals erste sociologe ja auch in dusseldorf genau und Ich würde heute sagen wir hatten tolle ideen Aber es war auch viel Sex entwachsen worden.

00:05:43: Wir waren nicht nur ständig betroffen und wollen psychisch kranken retten.

00:05:51: war auch noch eine Menge anderes im Hintergrund.

00:05:54: Ja, aber so schon dieser Trippantipsychiatrie das ist da so entstanden?

00:05:58: Wann war das denn der Anfang?

00:06:00: Ja, das war dann in den Siebzig.

00:06:02: Da muss ja noch ziemlich Schübel ausgesehen haben.

00:06:06: Das war ein Wachsaal!

00:06:08: Ich habe dann als erstes in der Gerontopsychiatrique gearbeitet.

00:06:11: Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen.

00:06:13: Das waren siebzig bis siebenundsiebzig ältere Frauen, die in rot-schwarz oder grünt-schwarz Karrieren im Kittel rumliefen.

00:06:23: Den wir die Strumpfe so festgebunden haben und die wir manchmal mit diesem von diesem Kittel am Stuhl festgeboten haben.

00:06:31: dann sind immer mit den Stühlen durchgegeben gelaufen Und die Schlafzähle, ich habe natürlich auch Nachtbache gemacht etc.

00:06:37: Die Schlafzähle waren wirklich... Da lagen zwanzig Patientinnen in einem Bett, nicht im Bett aber in einem Saal und die hatten noch nicht mal ein Nachtschrank ist eine Katastrophe wobei man sagen muss der Umgang war eigentlich in Ordnung.

00:06:53: wir haben die alle gut behandelt.

00:06:55: Wir hatten eine super strenge Stationsschwester, die da sehr drauf geachtet hat.

00:06:59: Man durfte die Patientinnen auch auf keinen Fall... Die sind geduzt worden, ne?

00:07:05: Mensch Matilde geht er weg und jetzt ist es schon wieder und keine Ahnung!

00:07:08: Aber wir hatten zwischendurch auch Korea Huntington-Patienten da wo.

00:07:12: KLABA kriegen alles mit.

00:07:15: Wenn man es gewagt hat, die zu duzen, kriegt er sofort ein Verweis.

00:07:19: Man musste gut erspüren, wo geht was?

00:07:22: Wo ist eine Ebene auf der man sich begegnen kann und wo ist das völlig falsch?

00:07:27: Das darf man nicht.

00:07:28: Aber das war schon etwas ungewöhnlich.

00:07:31: Die waren ja fünf Jahre später aber da herrschte noch ne viel grobere Umgang ... Ich denke, dass lag an der Station.

00:07:40: Also ganz klar, die führte dann strenges Regiment In dem Fall ja auch dann gut.

00:07:47: Und wir haben auch Experimente gemacht, also ich habe das mit noch einer Kollegin zusammen gemacht.

00:07:52: Wir sind dann mit so einer älteren Dame, die da in den Grün-Schwarz-Karrieren-Kittel war, da haben wir Sachen besorgt zum Anziehen und es sind Patienten gewesen, die wurden zum Teil gefüttert.

00:08:04: Wir waren mit der Kaffee trinken gegangen Jetzt kennen wir ja.

00:08:07: Plötzlich werden so Hirnareale reaktiviert und die könnte plötzlich gepflegt, konnte die Stückkuchen essen aus der Kaffee-Tasse trinken

00:08:14: etc.,

00:08:16: aber klar war auch das hielt nicht an.

00:08:18: Das war ein kurzer Moment und unser Experiment hielt natürlich auch nicht an!

00:08:24: Wir haben tolle Experimente gemacht.

00:08:26: Schade, dass ist alles nicht wissenschaftlich begleitet worden.

00:08:31: Ich kann es euch noch erinnern... Hallo Peridol Die Reklame war kein Geschmack, große Wirkung.

00:08:41: Und dann haben wir mal aus Versuchszwecken diese ganzen Halloperidulfläschchen auf der Station ausgekippt mit Wasser gefüllt und haben den Kustodialdenken der Stationspfleger beobachtet wie der sorgsam die zwanzig Tropfen Halloperidol abzählte, wobei es natürlich auch Pfleger gab.

00:09:03: Die haben das nicht gemacht und einmal kräftig.

00:09:06: Gucken wir mal was ist!

00:09:07: Und das Spannende war ja... Es ist gar nicht viel passiert.

00:09:11: Ich nehme an, dass hat auch etwas mit der Langzeitwirkung zu tun.

00:09:14: Ich weiß es nicht, es ist ja nicht wissenschaftlich untersucht worden aber irgendwann haben wir das Experiment aufgegeben.

00:09:19: Irgendwann kamen wieder Aber da war ja dann auch schon irgendwie ein Kreis von Leuten, jungen Leuten die Interesse hatten.

00:09:29: Vielleicht nicht große Veränderung aber so im Zwischenmännchen?

00:09:32: Wir haben auch solche Sachen gesagt wie jeder muss das mal probiert haben, wie sonst euch wirkt.

00:09:37: Das heißt du konntest in der Zeit lange nicht sicher sein wenn du auf Station Kaffee getrunken hast ob da nicht einer mal eben kurz... Also es kam wirklich soweit dass Leute nur noch aus dem Wasser haaren erstmal was getrunke.

00:09:49: Wir haben durchaus ein Erlebnis, ich weiß noch genau.

00:09:51: Ich glaube Helmar hieß der.

00:09:53: Der ist dann immer Flugzeug guckengewesen also mit wirklich schweren Nebenwirkungen von dem Haldol.

00:09:59: Ja aber so hat man seinen eigenen Lager erfahren.

00:10:01: wir haben generell viel experimentiert mit Drogen.

00:10:04: Mit anderen Alldrohungen und Maschinendrohungen.

00:10:07: Aber eben auch mit Halle Pyridol.

00:10:10: Der Kuhlenkampfeier darf schon der ärztliche Leiter.

00:10:14: Der muss ja auch einen gewissen... Geist ausgestrahlt haben, dass solche Leute da auch arbeiteten damals.

00:10:21: Ja also es war schon so eine ganze Truppe von jungen Ärzten die entsprechend auch ihren Unterricht gemacht haben und ich weiß das wir damals heftig immer diskutiert haben weil wir haben natürlich alle die entsprechenden Bücher gelesen Lenk & Kupa das war unsere Bibel oder Jan Fudren, wer ist aus Holz.

00:10:39: Das hat mich total beeindruckt und natürlich haben wir alle Fischer gelesen.

00:10:43: aber das war erst später, darfst ja nicht vergessen es war vor der Enquete und der Kuhlenkampf hat sicherlich eine bestimmte Atmosphäre möglich gemacht die aber natürlich nicht überall war.

00:10:54: Das war ja das Problem.

00:10:55: ich denke in vielen Kliniken.

00:10:56: man hatte das Pflegepersonal was nicht unbedingt mitgenommen wurde viele viele anders denkende ältere Stationspfleger.

00:11:06: Ich hatte Glück auf diese Einstation und auch in der, ich war hinterher noch mal in der KJP Kinder- und Jugendpsychiatrie, auch unglaubliche Zustände eigentlich.

00:11:15: Würde heute kein Mensch auf die Idee kommen, dass solche Kinder in die Psychiatrie gehören?

00:11:19: Das waren schwerstbehinderte Kinder... In der Kinder-und-Jugendpsychatrie, klar auch autistische Kinder aber da war auch schon ein anderer Geist das war damals der Dr.

00:11:27: Krebs, wer die Station geleitet hat und da ist schon eine Menge passiert.

00:11:32: Und da hast du auch im Rahmen der Ausbildung viele Bereiche in der Psychiatrie durchgenommen?

00:11:38: Ja, aber ich habe dann direkt nach der Ausbildung meine Brücken abgebrochen.

00:11:43: Aber da ich zuletzt in der Kajapäe war, bin ich nach Köln gegangen.

00:11:47: Deshalb geht man nach Kologne nicht wegen des Domes oder wegen der Liebe und hab dann in einem Kindergarten angefangen zu arbeiten für schwärzbehinderte Kinder.

00:11:59: Also ich war nicht durchgehend psychiatrisch unterwegs.

00:12:03: Und in dieser Umbruchzeit, als es so gerade mit der Psychiatrieonkette losgeht, war ich dann in der Reha beim Professor Jochheim in Köln.

00:12:11: Ach ja!

00:12:12: Querschnitt und Halsmarktgelähmte.

00:12:15: Da haben wir auch ganz viel versucht.

00:12:17: also da haben wir auf viele Experimente gemacht und gesehen und ehrlich gesagt das hat sich bis heute nichts geändert.

00:12:23: Guckt ihr die Bürgasteige an?

00:12:24: Wir sind damals mit unseren Patienten raus.

00:12:27: Wir gehen jetzt mal ins Kino Ha ha, macht das mal.

00:12:31: Mit Öffentlich-Verkehrsmitteln mit drei Rollstuhlfahrern und jetzt gehen wir ins Kino vielleicht Programmkino wo man die Treppen runter muss.

00:12:39: Das war total spannend.

00:12:41: einfach wie wenig unsere Gesellschaft auf behinderte Menschen eingerichtet.

00:12:46: Wie lange warst du denn da bei dem?

00:12:49: Vielleicht zwei oder drei Jahre kann ich gar nicht genau sagen.

00:12:51: Ich weiß nur dass seine Tochter damals Nachtwache gemacht hat Und ich hatte eine Zeit lang auch so eine Dauernachtwache Und die Andrea kam gerade zurück aus dem Kibbutz und hat gesagt, da musst du unbedingt mal hin.

00:13:05: Ja, dann haben wir uns das so überlegt.

00:13:09: Dann hat der Jocheim, der war damals Vorsitzender der deutsch-israelischen Gesellschaft.

00:13:15: Das war eigentlich ganz spannend weil der coolen Kampf hatte auch viel Kontakte nach Israel und kam da gerade her.

00:13:20: Da hat er uns empfohlen, wir können doch mal zum Kohlenkampf.

00:13:22: Wir können uns mal zum Abendessen einladen bis in was erzählen.

00:13:25: Und dann hat der Jocheim diesen Kontakt möglich gemacht, über den wiederum in Israel sich befindlichen Vorsitzenden der Gesellschaft dort, der für die Reha zuständig war.

00:13:36: Das war der Aaron Ravallovic, der war dann für die REHA, der Verletzten der Soldaten

00:13:40: etc.,

00:13:41: war da nach dem Yom Kippur Krieg, das war also so zu sein.

00:13:46: Da bin ich mit meinem Mann zusammen in Israel gegangen und fast ein Jahr in Israel haben wir uns gearbeitet.

00:13:51: Wieso hatte der Kohlenkampf da den Kontakt?

00:13:56: Ich weiß, dass Herr Jocham den Kontakt zu Kohlenkampf vermittelt hat.

00:13:58: Weil.

00:13:58: der kam dann gerade da her und hat uns ein bisschen was darüber erzählt wie das so zugeht.

00:14:03: Das Spannende war natürlich der Aron, der also zuständig war.

00:14:08: Der lebte in einem Keyboots wo die Mitglieder entscheiden konnten.

00:14:13: wenn jemand aus Deutschland kam einen Volontier, die immer viel mit Volontiers auch gearbeitet, dann wurden da keine Deutschen aufgenommen Und leider war es in seinem Kibbutz so, dass da keine Deutschen arbeiten konnten.

00:14:24: Also hat er uns in anderen Kibuts vermittelt aber wir haben es dann immer wieder mit ihm betroffen.

00:14:28: Der hat uns dann ganz viel über Israel gezeigt, ganz viele verschiedene Kibutziemen und also seine Arbeit wieder mit verletzten Soldaten gearbeitet hat wie man dafür Rollstuhlfahrer sorgen musste

00:14:40: etc.,

00:14:41: das war schon eine spannende Erfahrung Und wir sind damals schon sehr angefeindet worden von unseren eher sehr linken Freunden.

00:14:50: Für die war damals schon Israel ein faschistisches Land, das man nicht reisen durfte.

00:14:54: Dass ihr da überhaupt hingegangen seid und euch da so aufreingenässt?

00:14:58: Waren einige, die da gesagt haben mit euch reden wollen nicht mehr.

00:15:01: Das waren dann die Palästinenser-Fraktion.

00:15:07: So ein bisschen wie heute, ne?

00:15:08: Genau!

00:15:10: Bisschen wie heute wieder... Aber das ist ja spannend.

00:15:14: Das wusste ich gar nicht, dass du da auch noch... Also von Israel sowieso nicht, aber dass du auch bei dem Jochen warst.

00:15:22: Weil das ist schon nochmal eine interessante Sache so Psychiatrie lernen, aber dann sich nochmal auf die Menschen mit Behinderungen, also ich habe an der Körper nicht behindert einzulassen für immer, nochmal so einen interessanten Move wie man sagt.

00:15:37: Ja, das war hochinteressant.

00:15:39: Also seitdem würde ich nie mehr per Kopf spruchende unbekanntes Gewässer springen, was man hier sowieso nicht darf.

00:15:46: Du glaubst ganz wie viele junge Männer wieder hat mit Motorradunfällen und mit Badeunfellen.

00:15:51: Ganz schrecklich!

00:15:53: Aber die Arbeit selber war toll da hat man auch Freundschaften geschlossen und die Leute ja einfach so normal waren.

00:16:00: Ich wollte später noch mal darauf kommen.

00:16:02: aber gibt es denn schon aus der Zeit so Leute, die aus dieser psychiatrischen, sozial-psychiatrischen Szene die dich sehr beeindruckt, ich will nicht sagen geprägt.

00:16:13: Aber wo man sagt oh ja da denke ich immer zum Beispiel diese Stationsleitung von der du eben sprachst.

00:16:21: ich habe auch so eine und die denke ich heute manchmal noch weil sie auch so aufrecht oder aufrichtig war und so Respekt und das war in diesem ganzen anderen Umfeld eigentlich gar nicht üblich.

00:16:33: Da habe ich die fürchterlichsten Dinge erlebt, die wahrscheinlich auch erlebt haben.

00:16:38: Aber die war dann auch ein bisschen angefeindet von den Alteingesessen und obwohl sie selber alt eingesessen waren.

00:16:44: aber das sind so Leute, die jetzt nie berühmt waren, aber die bleiben irgendwie im Erinnerung der Seele.

00:16:52: Für mich ist es so der Dr.

00:16:53: Moore.

00:16:54: Der hat damals Unterricht gemacht, Psychiatrieunterricht gemacht bei uns in Grafenberg.

00:16:59: Er hat einen spannenden Blick gehabt auf die Art der Erkrankung und dieses immer wieder drauf betonen... geschieht immer im Kontext.

00:17:08: Es hat auch was mit der Gesellschaft zu tun, in der wir leben.

00:17:11: Der ist leider sehr früh gestorben, er hatte sich einen Infekt geholt und ist sehr früh verstorben.

00:17:15: aber ich weiß dass der mich sehr beeindruckt hat einfach mit dieser Haltung den Menschen gegenüber.

00:17:22: Und das hat sich dann hier eigentlich fortgesetzt.

00:17:23: in der Reha war das so selbstverständlich!

00:17:40: Dann hatten wir in der Zeit... Ich habe dann in einer WG gewohnt, Köln-Hohenzollernring.

00:17:44: eine wunderbare Zeit.

00:17:46: Ich glaube alle Leute glauben von den einigen Fotos, die es von damals noch gibt.

00:17:50: Wir haben im Grünen gewohnt, weil vor unserer wunderschöne Altbau den es heute dann auch gibt.

00:17:56: Gibt einen großen Kastanienbaum und man sagt immer nur diesen Kastанienbaum ist höllisch laut.

00:18:01: Da waren auf das Santa Marlene an einem Funde Motorradfahrer immer nochmal so eine extra Wunderung.

00:18:07: Eigentlich war's sehr laut aber na gut.

00:18:09: Und da haben wir am Hohenzollernring gewohn und wir hatten einen Freund.

00:18:13: also ich war mit dem Langebefreunde Psychologe.

00:18:17: Das war in meiner Begegnung von der anderen Seite mit der Psychiatrie.

00:18:21: Der kam irgendwann zu uns und war völlig verrückt, ein komisches Zeug erzählt.

00:18:26: Ein Psychologe hat dann im Verkehrsamt gearbeitet als Verkehrpsychologe und hat uns dann erklärt wie das alles zusammenhängt.

00:18:34: Das war schon als ganz merkwürdig.

00:18:36: Irgendwie stimmt ja was nicht mit dem.

00:18:39: Auf jeden Fall war er hochpsychotisch.

00:18:41: Er ist natürlich dann in die Klinik gekommen ist dann immer wieder zwischendurch in allen möglichen Kliniken gewesen.

00:18:47: Dann kam er mal wieder zu uns, tauchte bei uns auf und war völlig verrückt, blieb aber bei uns, wohnte dann bei uns und wir haben gedacht also so Lengkupa und Anti-Psychiatrie.

00:18:58: Was Letzte was wir machen können ist ihnen die Psychiatrie bringen.

00:19:01: Das geht gar nicht!

00:19:02: Auf gar keinen Fall... Aber dann wurde es immer kritischer Weil wir haben dann sozusagen, wir mussten ja alle arbeiten.

00:19:08: Wir haben eine Wechselschicht gemacht weil irgendwie musste immer einer bei ihm sein.

00:19:12: Dann gab es eine Situation da hatte ich sozusagen in Anfangsstrichen Dienst und dann wollte der unbedingt nachts um eins seine Mutter anrufen.

00:19:20: Ich habe gesagt auf gar keinen Fall das machst du jetzt nicht!

00:19:22: Du lässt diese alte Frau in Ruhe.

00:19:24: also das ist unglaubliches Zeug erzählt.

00:19:28: Mit dieser berühmten Energie ist er dann gelaufen von Köln nach Bonnbad Gulesberg.

00:19:32: Dann fiel zurück und es alles so in einer Nacht... Und dann hat der mich geschlagen, da haben wir eine runtergehauen.

00:19:38: War mir aber egal ich habe eine zurückgehauen.

00:19:40: Ich hatte jetzt keine Angst, ich kannte ihn ja nicht.

00:19:42: Aber dann hatten wir ein kleines Kind in der WG und dann lief er immer mit so einem Messer rum Also um sich zu schützen, der wollte ja niemandem was tun.

00:19:50: Jetzt wissen wir langsam nicht mehr weiter.

00:19:52: Wir waren alle ein bisschen am Ende unserer Kräfte und dann habe ich den neurologischen Arzt bei uns auf Station in der Reha gefragt, der war ja auch neurologer Arzt, weil ich gesagt habe immer, ich weiß gar nichts aber irgendwie kommen wir nicht mehr so richtig zurecht und vielleicht bist du so nett und du könntest vielleicht mal deine ärztliche Meinung dazu und komm damit.

00:20:09: und dann ist er vorbeigekommen zu uns in die WG hat den Gerd erlebt.

00:20:16: Er hat gesagt, Schluss aus.

00:20:16: Ich mach hier im Züchker G. Das geht überhaupt nicht!

00:20:19: Was macht ihr hier eigentlich?

00:20:20: Ich hab den Knall... Also ich kann euch direkt alle mit einweisen das ist ja wohl das allerletzte.

00:20:25: Er hat ja im Zürcher G gemacht und ich habe dann den Geert begleitet.

00:20:29: wir waren dann zu dritt.

00:20:29: der Geert wollte um mich dass sich mitkommen.

00:20:31: die muss mit uns.

00:20:32: so.

00:20:32: er war der Putzer vom Kaiser und konnten so und da sind wir dann alle mitgefahren mit dem KTV und waren auf der Aufnahme in der Uni-Klinik.

00:20:39: du kennst dir auch kein schöner Ort.

00:20:43: Wir haben dann dem Aufnamen einen Arzt gesagt, wir waren ja zu drittem und gesagt sie können sich jetzt einen aussuchen.

00:20:49: Aber der hat den richtigen ausgesucht.

00:20:51: also er war schon sehr auffällig wobei der dann zu den Leuten gehörte der so eine komplette komplett gesund geworden ist.

00:21:00: Der war immer ein bisschen hauchpsychotisch.

00:21:04: irgendwann kam der uns besuchen Und war gesund.

00:21:07: Was ist denn mit dir los?

00:21:09: Was haben die jetzt ein neues Medikament, was ist

00:21:10: passiert?".

00:21:12: Er hat einen Arzt gehabt, ich glaube der war in Langenfeld und er hätte ein langes Gespräch mit ihm geführt und irgendwie wird es ihm jetzt besser gehen.

00:21:19: Das Buch wurde verschwunden.

00:21:22: Ja gut!

00:21:23: Aber interessant solche Erfahrungen haben ja viele gemacht wie in der Zehn- oder Lebsicher Träger arbeitet haben und sich dann aber auch ganz schnell überfordert mit Menschen, Ja, aber ich kann das und ich darf den nicht in die Psychiatrie bringen.

00:21:40: Das würde ich heute anders sehen.

00:21:43: Wir haben ja auch noch mal ganz am Ende meiner Arbeit diese integrierte Versorgung gemacht und da bekommen wir von der Krankenkasse ein Bonus wenn Menschen nicht einweisen.

00:21:54: Wir warten einen hohen Druck das zu verhindern und wir waren alle Profis schon mit vielen Jahrzehnten Erfahrungen Und das war immer die größte Herausforderung, das irgendwie so zu händeln.

00:22:06: Dass es eben nicht zum Einweisen kommt und eben auch nicht immer mehr glückt.

00:22:12: aber wenn man das als Laie praktisch oder als junger Mensch mit ganz anderen Erfahrungen... Das ist oft schief gegangen.

00:22:19: ich kann mich auch an einige Situationen erinnern.

00:22:24: Ich würde gerne noch mal... Es ist vielleicht jetzt ein kleiner Sprung zurück.

00:22:28: Du hast schon gesagt, du hast deine Ausbildung in der Grafenberg-Klinik gemacht.

00:22:32: Also drei Jahre plus X bis dann praktisch Kindergarten und dann in die Reherabteilung an einer Uniklinik in Köln Und dann Keywoods?

00:22:45: Was hast du denn da gemacht wenn ich so direkt fahren darf?

00:22:49: Baumwolle geerntet, wir haben Äpfel geertet.

00:22:51: Ich habe jahrelang keine Äpfeln mehr essen können.

00:22:53: Mambus gearntet und ich habe eine Großküche gearbeitet.

00:22:57: Wir haben spannende Leute kennengelernt, das war eine tolle Zeit.

00:23:01: Sehr beeindruckend!

00:23:03: Haben da auch Menschen mit Behinderung zufällig?

00:23:06: Nein aber ich hab ne Krankenschwester kennengelernen.

00:23:09: Die Rahell, die eigentlich Inge hieß... Und als Kind, gerade noch rechtzeitig nach Holland geschickt wurde von Holland nach Schiele und dort ihren chilenischen Freund kennengelernt hat.

00:23:18: Dann nach Israel gegangen ist... ...und ja die war Krankenschwester!

00:23:23: Ich hab ihnen manchmal so ein bisschen geholfen im Kibbutz aber das waren dann normale Versorgung.

00:23:28: Man mir hat das super gut gefallen in Kib butz vor allen Dingen dieses Mittag... Da darfst du auch nicht vergessen es sind siebziger Jahre.

00:23:35: So Kib Butz jemals gibt's heute ja auch nicht mehr.

00:23:37: also da gab's noch die Mit der Pille, da gab es noch die Kinderhäuser.

00:23:42: Da hab ich gedacht, wow, da könnte man gut Kinder kriegen!

00:23:44: Die gibt's abends dann immer alle ab.

00:23:47: Der Nachmittag war heilig, durfte man sich mit niemandem verabreden von den Gimuzims weil dann mal Kinderzeit, bis vorher waren die dann alle versorgt, Kindergarten, Kinderhort und danach wurden die gehen ins Kinderhaus und die Eltern hatten frei.

00:24:01: Hast du denn heute auch noch Kontakt?

00:24:04: Leider ist der Aron verstorben und mit seinen Söhnen hatten wir kurzzeitig mal Kontakt.

00:24:10: Die kamen immer wieder nach Deutschland, aber die sind alle tot.

00:24:14: Ja, die waren damals auch schon ein ganzes Stück älter.

00:24:16: Aber der Arron hat uns viel beigebracht.

00:24:19: das war beeindruckend!

00:24:21: Wir waren einmal in einem Kibbutz da, der uns gesagt Ja Leute, ich weiß nicht genau.

00:24:28: Der hat immer geguckt was für Leute sich mit uns unterhalten können während er arbeiten muss.

00:24:32: Da ist wohl jemand der Kompolturschwung aus Deutschland aber der spricht kein Deutsch.

00:24:36: Er hat sich seitdem geschworen nie mehr Deutsch zu sprechen und dann kam der... Und dann hat er mit uns Deutsch gesprochen.

00:24:43: Der kam aus Gelsenkirchen, war ganz unsicher in den deutschen Sprachen, dem fehlten ganz viele Wörter, aber der hatte einen totalen Ruhrpotslängen.

00:24:51: Es war unglaublich berührend, den zu hören.

00:24:55: Und wie er sich überwunden hat und mit uns Deutsch gesprochen.

00:25:00: Das war generell ein spannendes Erlebnis.

00:25:02: Das ist heute mit Sicherheit auch anders, aber das waren wirklich siebzehre Jahre.

00:25:06: Wir mussten zum Aron... Es gab keinen Internet, wir hatten kein Smartphone, gar nichts.

00:25:12: So dann sitzt du im Bus und denkst ja nur, es ist alles aufgeschrieben!

00:25:15: Wir müssen zum Kibbutz-Jakum, wo muss man da hin?

00:25:17: Dann haben wir... Wir haben uns nicht getraut Deutsch zu sprechen, wir haben schon ein bisschen Ruhe angenehm.

00:25:23: Und dann haben wir so ein bisschen Englisch, dann haben wie jemand gefragt auf Englische, wir müssen zum kibbutzerkum wo man dahin muss.

00:25:29: Dann hat derjenige aber auf Deutsch geantwortet und gesagt, na ja zum Jakumen dann müsst ihr da und da aussteigen.

00:25:35: Daraufhin mischte sich aber schon jemand an und sagte das doch quatscht ist doch viel besser wenn die Daun daraus steigt.

00:25:41: Dann kam er dritt und sagt naja vielleicht muss man erst mal wissen wohin so wollen zu wem wollt ihr denn?

00:25:45: Zu Aron Jafalovic.

00:25:47: ach nee zum Aron.

00:25:48: Ne da müsst ihr alles in Deutsch.

00:25:51: also bei dem hatten wir uns auch sehr in Acht genommen vorsichtig zu sein.

00:25:58: Ich glaube, das war eine ganz besondere Zeit damals.

00:26:01: Und ehrlich gesagt, es war auch ein anderes Land.

00:26:03: Also ich war, glaub ich, in den ... weiß ich gar nicht, achtziger Jahren, das letzte Mal da.

00:26:11: Danach!

00:26:12: Ja?

00:26:12: Lieber Klaus, da gab es eine neue öffnete Klinik im Köln-Meerheim hieß die.

00:26:16: Ach, Merheim.

00:26:18: Genau, ich brauchte ja so.

00:26:19: Achso doch, genau.

00:26:21: Das waren dann deine ... Erste psychiatrische oder Einstieg.

00:26:25: Wieder einstieg in die Psychiatrie, diese Tolles, das hieß ja gar nicht klingen.

00:26:29: Sie ist psychatisches Behandlungszentrum auf schöner Name, ne?

00:26:35: Ich habe echt gestaunt wie man eine neue Klinik sofort auf Alt machen kann, innen, außen... Ich hab da nie gearbeitet, ganz bewusst auch nicht.

00:26:55: Wir waren ja von Düren auskommend und dann wurde wegen der Schließung Brauweiler dieses Behandlungszentrum ... Und wir waren nur entsetzt mit welchem Leitungspersonal das gestrickt wurde.

00:27:11: Das darf doch nicht wahr sein mitten in so einer ... In so einer heißen Phase der psychiatrischen Weiterentwicklung.

00:27:19: Das war eine Katastrophe, wenn auch mal mit dem Kuckler gesprochen ist.

00:27:22: vor Kurzem und im Grunde genommen habe ich das noch immer nicht ganz verstanden, warum die damals so ... Da hat es natürlich eine politische Entscheidung gewesen, solche Posten zu besetzen.

00:27:31: Aber da warst du dann ganz flich!

00:27:32: Ja bei Tanker kam aus Düsseldorf.

00:27:34: Oh, Berger kam ja auch aus Dseldorf?

00:27:38: Und der Tanker Kam aus Drosselauf und ich hab deine Reha angefangen.

00:27:42: Und weißt du, wer der Stationsärztin war?

00:27:44: Frau Dr.

00:27:44: Teiser.

00:27:46: Von daher waren das schon ein guter Punkt dazu zu sagen.

00:27:49: Das war wirklich in Ordnung.

00:27:51: Wir haben, finde ich, gut gearbeitet mit sehr viel sozialpsychiatrischen Blick auch da drauf.

00:27:58: eher zum Missfallen von Professor Bergner, der dann ab und zu machte, der ja dann so visiten ... Ich kann mich ganz dunkel an so eine Szene erinnern, dass es einem peinlich ist wenn man gelobt wird.

00:28:11: Also, der bemängelt natürlich alles.

00:28:13: Er kuppte sich dann die Akten an und meckerte an Jemand.

00:28:16: also was das und dass ist falsch?

00:28:18: Und ich war irgendwie so die Einsversatte.

00:28:20: Das haben sie aber, es war so peinlich im Team!

00:28:23: Dann wirst du voreingelobt vom Bergner.

00:28:25: Das war echt peinlos.

00:28:28: Aber ansonsten war das schon eine gute Arbeit.

00:28:32: Und dann kam der Sozialdienst.

00:28:34: Aber das war dann Frau ... Kaison war da... Auch noch Assistenzärztin.

00:28:39: oder war die?

00:28:40: Stattlunsärztinnen.

00:28:42: Ja, ja.

00:28:44: Und super!

00:28:44: Die kam natürlich aus Hannover, die kam von Kisker.

00:28:47: Die hatte schon sehr klare Vorstellung von Sozialpsychiatrie und das war da auch kein Thema.

00:28:52: Der Oberarzt Dacke war ja dem genau aufgeschlossen und hatte, denke ich dieselben Ideen der das hier unterstützt.

00:28:59: also das war eine bestimmte Atmosphäre.

00:29:01: Das war in der Reha aber ich denke es waren Ausnahme.

00:29:04: Es gab damals auch noch ein Tagesklinik.

00:29:09: Und dann gab es den Sozialdienst, da bin ich gewechselt und da hab' ich dann gedacht das war eine super Arbeit und es war im Grunde dass was heute einen anderen Namen hat nämlich dieses Stäb, das haben wir gemacht!

00:29:24: Das war der Unterschied zu jeder Arbeit im Gesundheitsabend weil wir konnten behandeln Wir waren Team, wir haben sektorisiert gearbeitet.

00:29:31: Haben wir mal ein bisschen genauer diese Sozialdienstwarn?

00:29:34: Sozialdienste.

00:29:34: Es war angegliedet an die Ambulanz in Meerheim.

00:29:37: Wir hatten ... Wir saßen auch in diesem flachen Gebäude.

00:29:39: ganz hinten hatten wir unser Büro und wir waren Team.

00:29:44: Wir hatte einen Soziallarbeiter den Falk.

00:29:46: dann hatten wir die Inge SoziALLarbeiterinnen.

00:29:48: Dann hatten wir Die Ärztin Katarina also Pudeliano Und ich Krankenschwester.

00:29:54: Damals war noch jemand da, Ingrid.

00:29:56: Auch noch eine Krankenschwester waren zu fünft so und wir waren zuständig.

00:29:59: es gab noch ein anderes Team aber wir waren ständig für Delbrucke beide Müllheimen.

00:30:03: Das war super.

00:30:05: das viel genau an die Zeit als die Tempelstraße das erste Mal gegründet wurde Und Die Arbeit war einfach klasse.

00:30:14: ich habe meine depotspritzen verteilt.

00:30:16: jeden freitag mit Herrn Wehrheit das war der Fahrer durfte ich dann mir einen Fahrer bestellen und dann sind wir rumgefahren.

00:30:22: Dann haben die Spritzen verteilt, das war in den ultigsten Situationen und Zähnen zu Hause ... Aber die Leute sind alle Zuhause gewesen und die zu Hause behandelt.

00:30:33: Und bei vielen Sachen habe ich gesagt an der Keite, die muss immer mitkommen, muss mal mitgucken.

00:30:36: Da war Arzt-Kranken-Schwester, da sind wir zusammen dahin, haben ein bisschen eingeschätte Situation vor Ort.

00:30:42: Das war einfach eine super Arbeit!

00:30:45: Das ist ja exakt Stabe.

00:30:48: Wenn ich dachte, da weiß ich jetzt gar nicht, wie muss man diese Papiere, wo musst du der Antrag geschehen?

00:30:52: Habe ich einen Falt gefreut und gesagt kannst du mal mitkommen.

00:30:54: Ich weiß auch nicht genau aber die brauchen irgendwie eine Unterstützung, kenne ich mir nicht so aus, kannst du mal gucken.

00:30:59: Hinterher habe ich natürlich viele Sachen gelernt und wusste das dann selber.

00:31:02: Aber das war ein drei Berufsgruppen und die waren wechselseise zuständig für ihre eigenen Bereiche.

00:31:10: Aber wir waren für diesen Sektor zuständig Kölner Verein, wo ich ja eben lange gearbeitet hab hier in Köln.

00:31:18: Wir wollten ja zusammen mit der Mermerklinik diese Stäb-Sache machen und das ist dann leider auf den letzten Druck haben die sich dann entschieden das ohne uns zu machen.

00:31:29: was ich insofern wirklich schade finde weil wir haben natürlich genau das Knowhow gehabt mit Hausbesuch Ja wir waren ja oft bei dem Menschen Zuhause Und die hatten halt das knowhow was so die medizinische Seite angeht und das eben zusammen nach Hause zu bringen, wäre eigentlich ideal gewesen.

00:31:45: Aber wenn ich jetzt höre dass das ... Wann war das?

00:31:47: -"Über Lichwein".

00:31:48: Ja so um den Dreherum.

00:31:50: Um den Drehrum.

00:31:52: In Grunde genommen so ein Ding gab es das.

00:31:56: Und das war ja auch von der Krankenkasse finanziert worden damals.

00:32:00: Musst du die Krankenschande dann einwesen lassen?

00:32:04: Das war mein Erlebnis auf irgendeiner DGBPN, wo ich mit Ralf Seidel zusammen war.

00:32:10: Dann waren wir bei so einer Lesung in so einem Hörsaal und dann wurde berichtet.

00:32:14: Und ich habe mich da gesessen und abgedacht, Leute, was ist denn da jetzt?

00:32:19: Neue Brandtag!

00:32:20: Das haben wir Ende der Siebzigerjahre schon gemacht Aber das war dann auch irgendwann auf.

00:32:26: Das ist ja ... War hier auch Projekt finanziert, ne?

00:32:29: Wir sind begleitet worden.

00:32:31: Da hab ich mein Erfüll vor Statistik verloren.

00:32:34: Aber wär schon noch mal spannend, da müssen wir jetzt nicht versuchen.

00:32:38: Warum geht so was unter oder weil es erfolgreich war.

00:32:42: Genau.

00:32:43: Das hätte man damals in die Regelversorgung mit übernehmen können und ein Teil der Klinik.

00:32:48: Ich meine, dann ist ja die Institutsambulanz.

00:32:50: wahrscheinlich war da so in der Zeit rum.

00:32:52: Genau.

00:32:52: Dass sie entstanden... Ja, ja, die gab es da ja dann.

00:32:56: Und die haben aber nie diese G-Struktur rausgehen, obwohl die das eigentlich müssen und mussten.

00:33:02: Aber bis heute nicht.

00:33:03: Bis heute nicht, wir haben das gemacht.

00:33:06: Wir gehörten zur Ambulanz, ne?

00:33:07: Aber wir waren schon extra Themen.

00:33:09: Und auch zusammen dieses Interdisziplinäre, dass da eben auch Sozial-, Medizin oder Krankenpflege ... Also alles längst bekannt gewesen, ne?

00:33:20: Das kann mich an einen Fall erinnern.

00:33:22: Es war so beeindruckend, so arbeiten zu können!

00:33:26: Da war jemand sehr aufgeregt, hochpsychotisch, wahrnachte Verkennung und die Ehefraude uns gerufen.

00:33:33: Wir sind dann da hingefahren Und es war völlig klar, der Mann ist hochpsychaotic Der braucht wirklich dringende Behandlung und Hilfe.

00:33:39: Aber die Eherfrau war völlig... Versteinert vor Angst, die wusste auch nicht mehr weiter.

00:33:45: und der Mann hat uns dann immer erklärt dass das ja gar nicht seine Frau ist.

00:33:48: Der hatte die nachts angegriffen versucht zu wirken.

00:33:51: aber das hat er aus gutem Grund gemacht weil ihm ist diese Person da reingesetzt worden die jetzt so tut wie es aussieht für seine Frau aber die eben nicht seine frau ist.

00:33:59: und gegen sie muss er sich ja wehren man weiß ja gar nichts was die alles so plant.

00:34:02: und dann haben wir natürlich gesagt Ja Das können wir jetzt verstehen, diese Sorge und die Nudeln.

00:34:06: Wir haben gesagt dann nehmen wir mal diese Frau mit, diese fremde Frau.

00:34:09: Die wusste gar nicht wie ihr geschieht.

00:34:11: aber wir haben gedacht ne man muss ja jetzt mal einen Cut machen und gesagt so und wir nehmen sie jetzt mit die kommt dann ins Krankenhaus die ist ja nicht ganz dicht wenn überhaupt da die wäre.

00:34:19: Frauen ist das gar nicht?

00:34:20: Wenn wir das mal untersuchen im Krankenhaus von uns kommt dann jemand morgens gucken nach ihnen bis ihn dann jetzt geht ob es jetzt ein bisschen besser ist wenn er weg ist.

00:34:28: Wir haben die auf der Privatstation untergebracht.

00:34:31: Wir haben gesagt, klären wir mit der Krankenkasse, so eine Depression hatte sie sowieso also überhaupt gar keine Frage und die war erst mal völlig verwirrt.

00:34:38: natürlich weil es ging ja darum dass ihr Mann ins Krankenhaus kommt.

00:34:41: jetzt kamen Sie ins Krankenhaushalt aber eigentlich war sie dann heilfroh das sie da rauskommen aus der Situation.

00:34:46: Die ist ne Woche geblieben.

00:34:48: wir haben immer wieder Kontakt mit.

00:34:49: ich bin immer zwischendurch mal hoch gegangen zu ihr Und dann haben wir diesen Mann besucht.

00:34:53: Dann hat der sich eingelassen auf eine Behandlung und dann haben was irgendwann umgedreht, dann kam sie nach Hause und ging er in die Klinik.

00:35:01: Das war doch fantastisch!

00:35:02: Ja klar.

00:35:04: Erinnert mich sehr an diese Zeit der paradoxen Intervention ein bisschen später.

00:35:09: Da hatten wir noch nie etwas von gehört aber wir haben es gemacht.

00:35:16: Spannend.

00:35:18: Aber das finde ich mal so faszinierend... Dass da so Zeitfenster sich auftaten und dann war auch so eine Art von ambulanter Arbeit, bis in das häusliche Hinein möglich.

00:35:32: Man überlegt, dass die sozialpsychiatrischen Zentren im Rheinland ... zehn Jahre später im Grunde genommen entstanden und haben niemals diesen Behandlungsaspekte reinbekommen.

00:35:45: Das war ja immer mein großer Wunsch, dass man diese SPZ-Eins zumindest mal mit einem Behandlungselement ausstattet.

00:35:51: Absolut!

00:35:52: Das waren wir auf hohem Widerstand gestoßen leider.

00:35:54: Aber das war dann zehn Jahre vorher schon in so einer Modellprojekt.

00:36:00: Dass das nicht weitergeführt worden ist, ist echt schade.

00:36:04: Ich weiß gar nicht genau, ob drei Jahre mich das gemacht hat ... Aber dann bin ich auch wieder aus privaten Gründen nach Hamburg.

00:36:10: Mein Mann ist an der Stelle ein Angebot in Hamburg und wir sind nach Hamburg umgezogen.

00:36:17: Da hast du noch was ganz anderes gemacht?

00:36:18: Ja, da hab ich was ganz anders vor.

00:36:20: Da habe ich mein erstes Kind gekriegt.

00:36:23: Und dann ging es aber auch schon wieder zurück.

00:36:26: Da war Fuß fassen konnte, ging's wieder zurück nach Lüsseldorf.

00:36:29: wo das zweite Kind kam.

00:36:32: Und da hab ich dann so nach drei Jahren Kinderzeit, fuhren wir das furchtbar langweilig ... Ich mein noch mit Kindern?

00:36:41: Nee!

00:36:42: Und dann haben wir in Lüsseldorf gewohnt im Zufiertel und dann bin ich öfter mal an so einem Schild vorbeigeinsteigen.

00:36:49: Institut für Lebensberatung.

00:36:51: Fand ich interessant über die Lebensberation auch.

00:36:54: Ich habe mich aber dahintergekommen.

00:36:56: Das war vom psychiatrischen Dienst, in Düsseldorf heißt das nicht Sozialpsychiatrisch, also der psychiatrische Dienst.

00:37:04: Das probiere ich jetzt einfach mal und habe mich beworben und hatte totales Glück!

00:37:10: Wenn man heute überlegt mit diesen ganzen Teilzeitarbeiten erzählt hat, das war gar kein Gedanke.

00:37:16: Und ich hatte zwei Kindergartenkinder.

00:37:19: Ich musste mich da vorstellen und waren irgendwie fünf Leute vom Personal rein natürlich auch.

00:37:24: Und dann muss ich denen erklären, wie ich das wohl schaffen kann meine Kinder irgendwie zu versorgen bei so einer Vollzeitstelle von vierzig Stunden.

00:37:31: Da habe ich alles erklärt und mein Wann wollte mich auch unterstützen war ja alles auch gar keine Frage.

00:37:36: den Job hab' ich dann gekriegt aber nur als Vollzeitställe kam überhaupt gar nicht in Frage.

00:37:41: sowas geht es nicht als Teilzeiteinrichtung oder so.

00:38:01: Dann habe ich am Psychiatrischendienst angefangen, im Gesundheitsamt.

00:38:05: Das war auch super!

00:38:05: Es war eine tolle Arbeit und da konnten wir leider nicht behandeln.

00:38:10: Das waren auch ein bisschen das Traurige daran... Weil ich hatte dann so ... Keine Haltung wie Zins.

00:38:21: Genau, und ich kannte das einfach ja noch von Köln.

00:38:24: Das fand ich damals sehr hilfreich, dass man auch behandeln konnte, das konnten wir nicht.

00:38:27: Man musste also immer gucken, ob man die Leute zum Arzt kriegt oder in die Klinik kriegte oder überredet oder überzeugt kriegt.

00:38:34: Aber im Prinzip war die Arbeit einfach klasse.

00:38:36: Jetzt Spaß gemacht werden tolles Team.

00:38:38: Auch wieder klassisch, sozialer Weiterkrankenschwester und Arzt.

00:38:43: Und wir hatten einen super Chef Dr.

00:38:45: Behrens.

00:38:46: Er war unter uns genannt Gandhi, weil er recht lang in Indien war.

00:38:50: Der hatte so eine entspannte Rundhaltung.

00:38:55: Das war schon klasse und wir haben sektorisiert gearbeitet.

00:38:59: Und das war dann so klassische psychiatrische Dienstarbeit?

00:39:03: Genau!

00:39:04: Heute würdest du sagen, ein Stück nachsorgenstück wie betreutes Wohnen.

00:39:08: Nur eben ohne Fachleistungsstunden, ohne diesen ganzen Quadstrom herum.

00:39:12: Sondern du hattest dann Patienten oder Menschen einfach die du begleitet hast.

00:39:16: Die haben sich ja selber niemals als Patient irgendwie definiert warum auch Aber die konnte ich dann besuchen mit denen konnte ich vereinbarung treffen also Beziehungen aufbauen.

00:39:25: was man denn so macht Ja da könnte man noch lange darüber reden was man dann so macht ist ja heute gerne anders gesehen.

00:39:36: Ich hab jetzt ja häufig mit Leuten gesprochen, die jetzt darüber ... dass man wieder mal ein Mensch mit einer psychischen Erkrankung irgendwie eine Gewalttat da verwickelt ist und das man gar nicht mehr darauf kommt, dass es auch in Beziehungen geht vorher.

00:39:49: Da muss man sowas zumindest versuchen kann zu verhindern.

00:39:54: Aber das sind diese Beziehungsarbeit wie wir oder ihr wahrscheinlich auch mal so nanntet die wäre ja mal eine ganze extra Podcast wert, wie das überhaupt geht und was das wirkt.

00:40:07: Was es auch für Schwierigkeiten hat.

00:40:09: also will ich jetzt nicht nur monetisieren.

00:40:11: Also das war eigentlich der Hintergrund für das Buch.

00:40:16: Rette Michler-Kann nämlich habe gesagt dass ist für mich so ein Füllwort man muss eine tragfähige Beziehung aufbauen.

00:40:24: Ey, was heißt denn das?

00:40:25: Was heißt das eigentlich?

00:40:27: Es ist halt noch nie eine Untersuchung.

00:40:28: Wie viel Tassen Kaffee und wie viele Zigaretten muss man dazu rauchen um so ein Grundlage zu kriegen für die Treibwehrbeziehungen.

00:40:37: Ich dachte darüber kann ich mal schreiben.

00:40:39: Das sind verdammt viele Zigaretten und viele Tassenkaffee.

00:40:42: Und das war dein erstes Buch?

00:40:45: Ja genau.

00:40:47: Ich musste ja nach Hamburg also dann gab es wieder einen Umzug, dann gab's wieder nochmal nach Hamburg Und ja, das ist sozusagen das Private.

00:40:55: Da fing dann so mein persönliches Elend an mit deiner zunehmenden Stärke ins augerruppende Alkoholabhängigkeit meines Mannes, der war Psychologe und Fortbildungsmanager wenn er russensigarettenfirma aber nicht auch.

00:41:12: Und da kann man mal sehen, was Koabhängigkeit für Blüten treiben kann.

00:41:15: Wenn man so ein Buch schreibt, muss man nicht genau hingucken, was zu Hause passiert?

00:41:19: Ich hab kein Buch geschrieben!

00:41:21: Ich habe einfach einen Buch gelesen von einem Arzt der über eine Schizophrenie erkrankte Frau geschrieben hat.

00:41:28: Das fand ich so stinkend langweilig das Buch, dass ich gedacht habe, ne, das ist kein Besser.

00:41:33: Ich habe ja viele chronisch und akutsychisch erkrankete Frauen kennengelernt und Männern und keine Ahnung... wenn man es beschreibt, dann muss das was sein.

00:41:44: Was alles umfasst also einschließlich Zwangseinweisung.

00:41:49: damals hieß das noch wie hieß die Betreuung?

00:41:52: Pflegschaft!

00:41:53: Einrichtung einer Pfleg- schaft oder eine Pflegschaft?

00:41:57: Nein, Pflegschaff war der Begriff.

00:41:59: Das musste es alles umlassen.

00:42:01: und dann hatte ich halt so eine Person vor Augen und dachte ja da ist doch alles kommt alles zusammen mit den Kaffee und Zigaretten.

00:42:08: Und wie habe ich mich hingesetzt und hab geschrieben, ohne wirkliches Ziel zu haben.

00:42:17: Aber dann gab es eine Veranstaltung in Hamburg, da kam Klaus Dörner.

00:42:23: Von dem habe ich ja gelernt, Irren ist menschlich.

00:42:26: Das war das Grüne Buch, das hat man hier rauf-und runtergebetet.

00:42:30: Da habe ich viel von gelernt.

00:42:31: Und das war so.

00:42:33: die psychiatrische Grundhaltung, die fand ich so ... Das war für mich Nächste.

00:42:38: Und dann habe ich gedacht, fragst du den einfach mal.

00:42:40: Das ist ja nur wirklich ein Fachmann und einer dem ich vertraue was die Grundhaltung betrifft und hab den nach der Veranstaltung angesprochen, ihn gefragt aber mit einem Zugpferd.

00:42:49: War etwas erstaunter da gesagt, ja klar wird immer mitm Zug.

00:42:52: Dann können sie im Zug vielleicht mal was lesen und habe ihm mein Mann aus Kript gegeben und gesagt, wir würden mich freuen meine Rückmeldung von ihm zu bekommen.

00:42:59: Und Herr Dörner schrieb ja eigentlich nur Postkarten die berühmten Postgarten haben.

00:43:04: Ich glaube, in der Info haben wir auch mal so einen Heft machen wollen, wo?

00:43:08: mit dem Postgaten von Herrn Dörner.

00:43:11: Und dann hat er mir eine Postgarte geschrieben und hätte ihm sehr gut gefallen.

00:43:15: Er wüsste jetzt aber auch nicht so genau was man damit machen könnte.

00:43:17: Aber ich könnte das ja mal den Psychiatrieverlach überschicken mit seinem Kommentar dazu.

00:43:24: Wäre so das wunderbarste, was er jemals über Sozialpolitisches Arbeiten war oder sowas.

00:43:31: Ein bisschen komisch, aber gut mache ich einfach mal.

00:43:33: Und habe es dann dahin gesteckt und meint zwar Hansel noch der Geschäftsführer vom Sicher-Triebweiler.

00:43:38: Ja, und dann haben die dann gesagt, könnte man eben ein Buch draus machen?

00:43:44: Genau!

00:43:45: Da hatte ich jetzt nicht so dran gedacht weil ich war einfach so beschäftigt mit meinem persönlichen privaten Problemen und war dann eigentlich gerade als... Das war eine tolle Nachricht, aber ich konnte mich auch nicht so richtig freuen weil ich war dann beschäftigt mit Hausverkaufenschulden bezahlen, trennen und wohin jetzt.

00:44:02: Und dann bin ich zurück nach Düsseldorf, weil es ging um irgendwo verwandte Freunde.

00:44:07: Mein Bruder lebt, meine Tante lebt da, mein Hussein

00:44:09: etc.,

00:44:10: Freundinnen und ich war mit den beiden Kindern alleine.

00:44:13: und ja...und dann war ich schon in DüsselDorf und das ist für mich auch nochmal...das sind wertvolle Monate gewesen.

00:44:20: Ich war wohnungslos und arbeitslos.

00:44:23: von daher weiß ich einiges über verdeckte Wohnungslosigkeit.

00:44:26: Ich habe mich ja nie irgendwo wohnungslos gemeldet natürlich nicht!

00:44:29: Ich hab bei einer Freundin geschlafen in deren Rumpelkammer irgendwie und habe geguckt, wo kriege ich jetzt eine Wohnung her?

00:44:35: Und ich stand auch in dieser langen Schlange vorm Wohnungsamt.

00:44:38: Keine Ahnung!

00:44:39: Und dann ohne Arbeit und natürlich gesperrt, weil selber gekündigt... Wo war ich da schon?

00:44:46: Eine gute Unterstützung hatte durch den VdK.

00:44:48: Das hat sich dann alles erledigt.

00:45:05: Ja, aber was tun?

00:45:06: Und dann bin ich wieder zurück in die Klinik nach Düsseldorf.

00:45:11: Sozusagen aus purer Not und ich wollte auch ehrlich gesagt gerne mehr wissen über die Hintergründe von Sucht.

00:45:19: Also Psychiatrie und Sucht hat nicht unbedingt etwas miteinander zu tun das ist ein ganz anderes Feld.

00:45:25: Und deswegen habe ich mich gedacht, ich möchte mehr verstehen.

00:45:27: Ich möchte mehr über meinen Mann verstehen.

00:45:30: Wie kommt so was?

00:45:31: Was sagen die Betroffenen selber dazu?

00:45:33: und hab dann eben in der Entgiftung angefangen zu arbeiten als Krankenschwester?

00:45:40: Und ja das war spannend weil ich hab mich da natürlich nicht geoutet.

00:45:44: Das heißt natürlich, ich hab' mich nicht ge outet, weil ich dachte, dann kommst du sofort in eine Schublade.

00:45:49: Nee, ich bin da jetzt einfach mal Krankenschweste und arbeite da in der Sucht.

00:45:53: Dann hab ganz viel gelernt!

00:45:55: Ich war entsetzt, als ich da ankam die ersten Wochen.

00:45:58: Ich hab mich kaum getraut, mich zu bewegen weil auf der Suchtschätzung.

00:46:02: hast du jemals in der Sucht gearbeitet.

00:46:05: Du hast ja ständig Regeln!

00:46:07: Du kannst ja stendig gegen irgendeine Regel verstoßen wenn du mit dem Patienten außerhalb der Pause irgendwie redest.

00:46:14: das war schon wieder ein Verstoß Wenn du das mal ... also ich habe dauernd Verstoßen in den Regen.

00:46:18: nicht die Patienten auch aber ich auch Boah dass sich das alles zu merken was man nicht darf was man darf Boah, das war echt hart!

00:46:26: Und dann habe ich mich mit einigen Kolleginnen so angelegt.

00:46:29: Weil ich habe mich so aufgeregt über manche Sachen.

00:46:32: Weißt du?

00:46:32: Da kommt da so'n abgerissener Penner zur Aufnahme, den wir tag vorher im Gespräch... Dann gibt's ja mal einen Aufnahmegespräch.

00:46:39: Da entscheiden natürlich die Experten- Das sind aber wir nicht die Betroffenen der Expertin wir- ...entscheiden ob er es wohl verdient hat eine Entgiftung bezahlt zu bekommen von vierzehn Tagen.

00:46:50: Deswegen muss man dann so abfragen, wie ist die Motivation und wie verdrinkt er eigentlich?

00:46:59: Den nehmen wir auf, morgen früh acht Uhr pünktlich.

00:47:02: Das ist jemand, der ist wohnungslos und dann ist er im Viertel nach Acht da.

00:47:07: Dann sagt so eine schöne junge Krankenschwester tut uns leid, müssen sie wieder gehen?

00:47:11: Ich habe da geschehen, ich habe mich mit denen gestritten aber auch viel von denen gelernt.

00:47:17: Wir haben uns irgendwann annähert.

00:47:20: Aber ich war erst fassungslos.

00:47:22: Ich hab gedacht das Einfachste wo du arbeiten kannst in der Sucht.

00:47:25: Das war die leichteste Arbeit für mich.

00:47:28: Weil das ist immer ganz toll gewesen, wenn die Patientinnen und Patienten nüchtern geblieben sind.

00:47:33: War das unser super therapeutischer Erfolg?

00:47:36: Wenn nicht, waren sie noch nicht so weit.

00:47:38: Wollte wohl nicht.

00:47:40: Ich fand es genial.

00:47:43: Auf jeden Fall schulden wir bei dem anderen.

00:47:45: Aber das war dann noch ein hartes Konzept.

00:47:48: Ja, die war berühmt in der Klinik und diese Station war eigentlich super gut.

00:47:55: Diese Station war voll in pflegerischer Hand.

00:47:58: Total!

00:47:59: Da hat eigentlich die Pflege bestimmt.

00:48:02: Die Ärzte haben ja relativ häufig gewechselt.

00:48:04: Die jungen Ärzten wurden eingearbeitet.

00:48:06: Den wurde gesagt, pass mal auf, du musst das so machen.

00:48:08: Bei uns wird es ... Nee, das geht gar nicht.

00:48:11: Das war top.

00:48:12: Wirklich, da reagierte nur die Pflege und wir haben die Infogruppen gemacht.

00:48:17: Wir haben Aufklärung gemacht.

00:48:20: Die meisten Arbeiten haben die Patienten gemacht ehrlich gesagt.

00:48:23: Also sowieso Küchendienst alles aufräumen, kurze Wegmachen... Wie groß war die Station denn?

00:48:28: oder wie viel?

00:48:29: Platt zwanzig Betten.

00:48:31: War wunderbar!

00:48:32: War eine gute Arbeit.

00:48:36: Das Beste war immer im Spätdienst wenn die Montagsgruppe kamen.

00:48:40: das waren die Trockene.

00:48:41: Das war eine Wohltat, weil du hast sie nur mit Misserfolgen zu tun.

00:48:45: Aber dann nimmst du den zum zwanzigsten Mal aus und sagst, oh mein Gott, der hat immer noch gerade für fünf Jahre entlassen

00:48:48: etc.,

00:48:49: aber sobald ich davon frei mache, war das dieses Montagsgruppe toll zu sehen, nee, nein die anderen kommen ja nicht mehr, die sind ja Nüchtern, die brauchen das ja nicht.

00:49:01: Das war eigentlich eine klasse Arbeit.

00:49:04: Mir geht gerade die Erinnerung nach, weil ich auch längerer Zeit auf so einer Aufnahmestation für suchtkranke Leute habe.

00:49:13: alle Abhängigkeiten waren.

00:49:15: Wir haben auch Medikamente gemacht, aber Drogen hat sich dann eine neue Station erholt.

00:49:19: Das war damals noch ziemlich gemischt und so.

00:49:21: Es fand ich schon ein knallhartes Zeit.

00:49:26: Ja das war glaube ich so einen Irrtum in der Sucht.

00:49:28: Ich glaub die haben gedacht mit Reglementen und Regeln etc.

00:49:33: kriegen wir sie jetzt.

00:49:34: Aber ich fand ihr...das war Albern!

00:49:38: Aber da konnten wir uns dann auch darauf einigen.

00:49:39: Wie gesagt, ich habe da wirklich gekämpft davon also das ist dann auch einiges bisschen was verändert worden.

00:49:44: aber ich fand es immer so lächerlich, dass ich muss doch einem Lehrer der bis vor drei Wochen noch die muss sich doch nicht beibringen, dass man pünktlich um acht Uhr da ist.

00:49:54: Das kann er ja wenn er wieder nüchtern ist Und das fand ich das beeindruckend.

00:49:59: überhaupt nach drei Tagen, wenn die... Du hast ja wirklich eine ehrenhafte Arbeit gemacht.

00:50:04: Weil sie waren wirklich krank in den ersten drei Tagen.

00:50:07: Die haben halluciniert, die haben deliriat, die war tot krank, die hab'n gezittert und gekrampft.

00:50:12: Aber hattest du ne sinnvolle Tätigkeit in deinem Beruf?

00:50:16: Dann waren die drei, vier Tage vorbei.

00:50:18: Da waren auch Menschen wie du und dich!

00:50:20: Das fand ich immer so spannend.

00:50:22: Letztes Mal haben wir noch Freunde zusammengearbeitet, wir saßen dann zwei Grad in Schwestern und sagten, wir machen jetzt die Info-Ruppe.

00:50:29: Ich sagte, ich mach den nicht, du bist noch zu retten!

00:50:32: Da sitzen Mediziner, da sitzen Chemiker... Und ich erklär denen jetzt über, nee, da mach' ich nicht!

00:50:38: Die wusste alle viel mehr als wir.

00:50:41: Aber das ist schon eine ganz spezielle Atmosphäre auch auf diesen.

00:50:46: Gerade wenn du so sagst, dass die drei Tage oder so ... Alles normale Leute.

00:50:52: Das ist auch in einer Psychiatristation anders.

00:50:54: Eine Depressionen- oder eine Psychose hast du nicht mehr drei Tage.

00:50:58: Wenn überhaupt genau.

00:51:00: Und das hat mich fasziniert!

00:51:01: Weil du gerade es ja plötzlich mit den Leuten völlig normal reden und natürlich haben alle alles eingesehen.

00:51:06: Ja ich weiß achsoja Ich höre jetzt auf zu trinken.

00:51:11: Das hat man dann auch erfahren, dass das in dem Moment stimmt.

00:51:14: In dem Moment ist es selbstverständlich?

00:51:16: Ja natürlich!

00:51:17: Ich habe dann auch noch kurz in der Langzeit gearbeitet und das fand ich sehr interessant.

00:51:21: Den psychotherapeutischen Blick muss ich ganz ehrlich sagen, ich hab da mit einer Gestalttherapie-Ausbildung angefangen.

00:51:28: Den fand ich so dämlich... Also jetzt speziell aber nicht mit Sucht?

00:51:33: Die Gestaltherapie nicht.

00:51:35: Aber auf der Langzeitzucht ja.

00:51:38: Dann saßen die da in so eine Runde Und dann saßen da die Leute mit den abgebrochenen Lebensläufen, gerade wohnungslos geworden.

00:51:45: Gerade aber keiner an.

00:51:46: und dann ging es um die Mama was sie falsch gemacht hat also von Seiten der Therapeuten.

00:51:50: und die Leute saßen manchmal da und trauen sich nicht zu sagen und dann wurde irgendwie zweieinhalb Stunden Nachbesprechung gemacht über das tiefgründige Schweigen was dort herrschte und was das ausgedrückt hatte.

00:52:03: Das kam ja so dämlich vor.

00:52:07: wie in einer Flucke, was Kuckucks nestet.

00:52:09: Ja aber ehrlich, das war... und von daher an, ehrlich gesagt nach einer Zeit hat mich sucht auch gelangen weil ich es eigentlich auch nicht gespannen habe.

00:52:18: Hast du denn für dich jetzt ohne um das zu vertiefen aber Erkenntnisse gewinnen können?

00:52:23: Was so deine persönliche Erfahrung da geht?

00:52:27: War das irgendwie?

00:52:28: Ja, meine tiefe Erkenntnis war glaube ich kein Mensch weiß wie es kommt.

00:52:32: Es ist einfach, es sind bleiben Geheimnisse drin.

00:52:34: Aber in dieser Zeit fiel er noch vieles andere nämlich da Bayer Ritte mich weh kann erschienen und dann hatte Gunter Kruse eine fetzige Rezension geschrieben und dann kriegte ich einen Anruf ob ich nicht Lust hätte mal teilzunehmen an der Redaktionssitzung der sozialpolitischen Information.

00:52:55: Das war das Highlight und das habe ich auch gemacht.

00:53:01: Also, das ist ein ganz wichtiger Bereich.

00:53:03: Und dann hat der Untergruse mich ... Da wäre da mal Chef in Langenhagen, hatte mich gefragt ob er ihn nicht Lust hätte?

00:53:10: Ich arbeitete ja in der Sucht, ob ich ihn nicht lust hätte an einem Fachbuch mitzuschreiben.

00:53:16: weil wir waren uns einig dass es unglaublich viel Literatur gibt und zwar nicht Fachliteratur sondern Wille Tristik wo alle Phänomene der Sucht beschrieben sind, ohne dass man die fachlich beschreiben muss.

00:53:29: Alles ob Krampfanfälle oder Delirium... Also es ist völlig egal!

00:53:34: Es taucht alles irgendwo in der Beletristik auf.

00:53:37: und dann meint er, lass uns mal ein Fachbuch schreiben über Sucht auf literarischer Basis.

00:53:44: Das war dann Professor Körkel Gunther Kruse und Ulla Schmalz, auf jeden Fall Krankenschwester.

00:53:51: Und Frau musste dann auch noch sein, Medizinerpsychologe und Krankenschwestern.

00:53:56: Dann haben wir dieses Fachbuch.

00:53:58: Aber ja auch mit einer Persönlichen ... Als ich denke, er hatte schon die Idee, warum er mich gefragt hat.

00:54:03: Und dann haben wir zusammen Krusekörkelschmalz.

00:54:06: heißt das Alkoholabhängigkeit erkennen und behandeln.

00:54:08: Wann war das nur noch mal so ungefähr?

00:54:11: Ja, das waren dann so ... Vierneu, so um den Dreh.

00:54:19: Ist rette mich wer kann?

00:54:20: Das Alkoholabhängigkeit ist ja schon was für eine spezielle Gruppe eher in der Piatrie nicht so interessant.

00:54:26: Aber das Rette mich wer kan?

00:54:27: Ja, es war doch Spaß gemacht.

00:54:29: Es gab eine Menge Lesungen.

00:54:30: die U-Tipp über hat damals die Lektorin gemacht.

00:54:46: Hi Klaus und alle die uns zuhören!

00:54:49: Die FußballwM hat begonnen ein obszönes Kasperletheater wie ein Freundesbezeichnete der sie volkotieren wird.

00:54:56: Man darf gespannt sein, wie das Event verläuft.

00:54:59: Wir werden es erleben!

00:55:00: Was wird das für ein Sommer?

00:55:03: Dieses Jahr begehen wir den Zweihundertsten Todestag von Karl Maria von Weber dem großen deutschen Romantiker Der deutscheste aller deutschen Komponisten Wie Richard Wagner in Ante wird dieses Jahr gefeiert.

00:55:15: Das bekannteste Werk, dass schon mit neun und dreißig Jahren verstorbenen ist sicherlich die Oper der Freischütz Ein Gruselstück, in denen der Teufel von einem Jäger angerufen oder beschworen wird damit dieser ein Wett schießen gewinnen kann.

00:55:28: Heute würde man das Ganze vielleicht als Gothic bezeichnen.

00:55:31: Düster genug ist zum Beispiel die Szene, die in der Wolfsschlucht spielt wenn im tosendem Gewitter Geister und der Teufel mit Namen Samuel erscheinen – echter Horror!

00:55:42: Die Oper ist gespickt mit Hitz- oder Gassenhauern, die jeder kennt durch die Wälder, durch die Auern hier im irdischen Jammerthale wie Nahtemederschlummer.

00:55:52: und natürlich der Top Hit wir winden den Jungfernkanz Über den, schrieb Webers Zeitgenosse Heinrich Heine.

00:56:00: Haben Sie noch nicht Maria von Webers Freischütz gehört?

00:56:03: Nein!

00:56:04: Unglücklicher Mann!

00:56:05: Aber haben sie nicht wenigstens aus dieser Oper das Lied der Brautjungfern oder den Jungfernkanz

00:56:10: gehört?!

00:56:10: Nein!

00:56:11: Glücklicher

00:56:12: Mann!!

00:56:13: So werde auch ich von morgens früh bis spät in die Nacht verfolbt durch das Liet Wir winden dir den Jungfernkanz aufs falschen blauer Seite.

00:56:22: wir führen dich zu Spielen und Tanz zu Lust und Hochzeitsfreude.

00:56:26: Schöner, schöner, grüner Jungfernkanz mit fälchenblauer Seite... ...mit fälchem blauer Seite la Wendelnmürtt und Thymian das Wegste in meinem Garten.

00:56:36: Wie lange bleibt der Freiersmann?

00:56:37: Ich kann ihn kaum erwarten!

00:56:40: Bin ich noch so guter Laune des Morgens aufgestanden, so wird doch gleich alle meine Heiterkeit fortgeärgert wenn schon früh die Schuljugend den Jungfernkranz zwitschern meinen Fenster vorbeizieht.

00:56:51: Es dauert keine Stunde und die Tochter meiner Wirtin steht auf mit ihrem Jungen von Kanz.

00:56:55: Ich höre meinen Babier, den Jungen Von Kanz, die Treppe heraufsingen!

00:56:59: Die kleine Wäscherin konnte mittler wendeln Mürtt und Thymian – so geht's fort!

00:57:04: Mein Kopf dröhnt, ich kann es nicht aushalten….

00:57:07: Ich besuche meine Freundin.

00:57:09: Ist's freilang zu sprechen?

00:57:11: Der Diener läuft ja, die Tür fliegt auf, die Holde sitzt am Pianoforte und empfängt mich mit einem Süßen.

00:57:17: Wo bleibt der

00:57:17: Schmucke-Freijersmann?!

00:57:18: Ich kann ihn kaum

00:57:19: erwarten!".

00:57:20: Sie singen wie ein Engel, rufe ich mit krampfhafter Freundlichkeit.

00:57:23: Ich will noch einmal von vorne anfangen.

00:57:25: Lispelt die Güttige und sie windet wieder ihren Jungfernkanz Und windet und windet bis ich selbst vor unsäglichem Qualen Wie einen Wurm mich winde Bis ich vor Seelen Angst rufe.

00:57:37: Hilfs Samuel Aber Samuel hilft nicht.

00:57:41: Die Oper nimmt ein gutes Ende und wir hören jetzt den Jungfernkanz Wir winden den Jungfernkanz Ein Urwum eben.

00:58:26: So viel zu Karl-Marie von Weber.

00:58:30: Ich hätte vorhin gesagt, man könne den Freischütz modern als Gothic bezeichnen.

00:58:34: Daher kommt jetzt ein schönes Stück Gothic Rock für alle die nicht so sehr auf Opa stehen.

00:59:15: Das waren Bauhaus und Bela Lugosi State.

00:59:18: Aber jetzt raus aus der Gruft und rein in den Sommer.

00:59:21: Lasst die Sonnenschein und entspannt euch!

01:01:46: Das waren die Rascals mit Grooving.

01:01:50: Wir eben oder nicht?

01:01:51: lasst es euch gut gehen und gruft euch ein.

01:01:54: das war's für heute.

01:01:55: Let the Sunshine in Peace.

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